Ausgewählte Neuerscheinungen
...denen wir viele LeserInnen wünschen


Siri Hustvedt auf der Suche nach dem Glück

Hustvedt, Siri : Was ich liebte.
Roman
( Originaltitel: What I Loved).
Dtsch. v. Uli Aumüller, Erica Fischer u. Grete Osterwald.
476 S., kartoniert

Rowohlt TB Verlag 2004

ISBN: 3-499-23309-6

9,90 EUR


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Hustvedt: Was

unsere Rezension:

Einige Jahre sind vergangen seit Siri Hustvedt mit 'Die Verzauberung der Lily Dahl' Aufmerksamkeit erregte und ihre jugendliche Heldin Lily Dahl könnte durchaus eine der Protagonistinnen von 'Was ich liebte' sein. Die junge Heldin, die am Ende von 'Lily Dahl' die enge Kleinstadt verläßt, um in der Großstadt ihr Glück zu machen, ist in die Jahre gekommen, ihre Träume sind ausgeträumt. Hustvedt hat mit diesem Buch ein sehr komplexes Werk geschaffen, das ähnlich wie 'Die Korrekturen' ein Bild der westlichen Gesellschaft am Ende des 20. Jahrhunderts entwirft ohne die Individuen aus dem Blick zu verlieren. Hustvedt muss man zugestehen, dass sie sich mit der Kunst und der Psychologie zwei Feldern der Gesellschaft zugewandt hat, die in Franzens Werk ausgespart blieben.
Dass dieses Buch kein lebloser Roman um diskutierende intellektuelle Künstler geworden ist, liegt an Hustvedts Gabe, ihre Protagonisten mit Leben zu füllen. Ihre Schilderung einer Geburt aus der Sicht des Vaters ist ein Paradebeispiel für ihre einfühlsame und inspirierte Schreibkunst. Hinzu kommt ihre manchmal verstörende Brechung der Wirklichkeit. Wie schon in 'Lily Dahl' gibt es in 'Was ich liebte' beinah unheimliche Szenen, die uns (und die Akteure) an unserer Wahrnehmung zweifeln lassen. Sollte Siri Hustvedt jemals im Schatten ihres Mannes Paul Auster gestanden haben, so hat sie sich mit diesem Roman sicherlich mehr als emanzipiert.
In 'Was ich liebte' läßt Siri Hustvedt der Kunsthistoriker Leo Hertzberg etwas wehmütig Rückblick halten auf seine Jahre mit der Ehefrau Erica und seine Freundschaft zu dem Künstler Bill Wechsler, dessen Frau Lucille und zu Violet, Bills späteren Geliebten. Leo und Bill fühlen sich sehr zueinander hingezogen und ihre Gespräche drehen sich nicht nur um die bildenden Künste und ihre Einflüsse sondern auch um die persönlichen Lebensentwürfe. Als die beiden Ehepaare mit Matt und Mark zwei Söhne zur Welt bringen, scheint ihr Glück perfekt. Als Bill Lucille für seine Geliebte Violet verläßt, scheint die gegenseitige Freundschaft nur noch stärker zu werden. Nicht nur für Bill beginnt eine künstlerisch produktive Phase, auch die Erica und Violet veröffentlichen ihre Studien zu Literatur und psychologischen Phänomenen.
Doch ein tragischer Unglücksfall ändert alles; Leo und Erica entfernen sich voneinander und Bill und Violet leiden unter Marks chronischen Lügen. Bills Sohn gerät in Drogenkreise und im Gefolge eines krankhaften Künstlers wird er Zeuge eines Mordes. Leo macht einen letzten Versuch, den Sohn seines Freundes zu retten und gerät an seine Grenzen...
Hustvedts Buch nimmt uns gefangen. Sie läßt den Leser in Abgründe blicken und düstere Bilder sehen, die vielleicht in jedem von uns schlummern. Stand in 'Lily Dahl' am Ende ein Aufbruch, bleibt Leo Hertzberg nur noch das Erinnern und so ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass er fast blind ist am Ende des Erzählens. Dafür hat er vielleicht dem Leser die Augen geöffnet. (P. Philippi)

Über die Autorin:

Siri Hustvedt wurde 1955 in Northfield, Minnesota, geboren. Sie studierte Literatur an der New Yorker Columbia-Universität und promovierte mit einer Arbeit über Charles Dickens. Sie lebt in Brooklyn und ist mit dem Schriftsteller Paul Auster verheiratet, mit dem sie eine Tochter hat.
(Quelle: Verlag)

Tea Bag

Mankell, Henning: Tea-Bag.
Roman.
Aus d. Schwedischen v. Verena Reichel. 380 S. Gebunden.

-ZSOLNAY VERLAG -2003.


ISBN: 3-552-05220-8

EUR 24.90

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Mankell: Tea-Bag

Verlagswerbung:

Jesper Humlin hat es nicht leicht. Er ist ein gefeierter Lyriker, doch sein Verleger besteht darauf, dass er endlich einen Kriminalroman schreibt. Seine Freundin will ein Kind von ihm, der Kurs seiner Wertpapiere ist gefallen, und seine über achtzigjährige Mutter hat eine Agentur für Telefonsex eröffnet. Alle anderen scheinen erfolgreicher zu sein als er. Da bringt eine Lesung im Boxclub eines alten Freundes die Wende in seinem Leben. Dort lernt er Tea-Bag, ein schwarzes Flüchtlingsmädchen,und ihre Freundinnen kennen. Sie wollen Schriftstellerinnen werden und bei Jesper Humlin in die Lehre gehen. Und nach und nach erfährt er ihre Geschichten: von Tea-Bag, die aus dem Sudan kommt und immer von einem unsichtbaren Affen erzählt, von Tanja, der Russin, die massenhaft Handys klaut und mit dem Dietrich hantiert wie andere Frauen mit dem Lippenstift, und von Leyla, die einen jungen Schweden liebt und vor dem Zorn ihrer iranischen Sippe flieht. Als Jesper Humlin versucht, die Mädchen vorder Polizei in Sicherheit zu bringen, beschwört er ungeahnte Verwicklungen herauf, die zu einem tragikomischen Höhepunkt führen.
Ein Buch von wunderbarer Komik und tiefem Ernst - ein neues Genre, in dem Mankell wie in seinen früheren Büchern brilliert.
(Quelle: Verlag)

In Ehren ergraut

Roth, Philip: Das sterbende Tier.
Roman.
Aus d. Amerikan. v. Dirk van Gunsteren. 159 S. Taschenbuch

Rowohlt Taschenbuch Verlag 2004
ISBN: 3-499-23650-8

7.90 EUR


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Roth: Tier

Verlagswerbung:

David Kepesh, ein in Ehren ergrauter bekannter Kulturkritiker, der regelmäßig im Fernsehen auftritt und eine Dozentur an einem New Yorker College hat, ist über sechzig, als er die wohlerzogene Studentin Consuela Castillo kennen lernt, Tochter reicher kubanischer Exilanten, die sein Leben in erotische Turbulenzen stürzt.
Als in den sechziger Jahren die sexuelle Revolution begann, hat Kepesh Frau und Kind verlassen, und seither hat er mit einer Lebensweise experimentiert, die bestimmt ist durch das, was er als "männliche Emanzipation" bezeichnet.
Im Lauf der Zeit hat er den Protest und die Freizügigkeit dieser Jahre in ein geordnetes Leben integriert, das ganz und gar seinen erotischen und ästhetischen Leidenschaften gewidmet ist. Doch Consuela stellt mit ihrer Jugend und Schönheit all seine Gewissheiten in Frage, und eine quälende sexuelle Besessenheit stürzt ihn in die Abgründe einer verzehrenden Eifersucht.
Was als unbeschwertes erotisches Abenteuer begann, entwickelt sich im Verlauf von acht Jahren zu der Geschichte eines bitteren Verlustes.
Ein sterbendes Tier zeichnet ein verblüffend genaues Bild der sexuellen Umwälzungen, die Amerika in den vergangenen Jahrzehnten erschüttert haben. Auch in diesem Buch verwebt Philip Roth mit unerreichter Meisterschaft das Schicksal seiner Protagonisten mit den gesellschaftlichen Kräften, die unser tägliches Leben beherrschen.

Die Geschichte einer Freundschaft – und einer Nacht.

Kolb, Ulrike : Diese eine Nacht.
Roman
Geb - 200 S.

- KLETT COTTA VERLAG - 2003 -

ISBN: 3-608-93593-2


EUR 19.00


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Kolb: Nacht

Verlagswerbung:

»Sie müssen mit ihm reden, hat der Arzt gesagt. Hören Sie nicht auf, mit ihm zu reden. Stellen Sie sich vor, Ihre Stimme sei eine akustische Nabelschnur, die ihn mit dem Leben verbindet.« Vera ist in eine Klinik gerufen worden: Zott, ihr Freund seit langem, liegt nach einem Unfall im Koma, und niemand weiß, ob er zurückkehren wird.

Wie Orpheus mit seinem Gesang die Götter bewog, ihm Eurydike aus der Unterwelt freizugeben, so versucht Vera, Zott mit ihrer Stimme ins Bewußtsein zurückzuholen. Sie läßt ihre gemeinsame Zeit wieder lebendig werden, eine Geschichte, die in der Jugend beginnt und irgendwann im Erwachsenenalter eine dramatische Wende erfährt. Er, Einzelgänger und Künstler, der sich der Öffentlichkeit verweigert; sie, Journalistin, erfolgreich und ruhelos – zwei anspruchsvolle, schwierige Lebensentwürfe.

Eine ganze Nacht lang sitzt Vera an Zotts Bett. Sie mahnt und schmeichelt ihm, sie flüstert, fragt und murmelt ihm ins Ohr. Sie zieht alle Register, und auch der Leser wird hineingezogen in eine dramatische, intime Geschichte aus unseren Tagen – in einen Sog, einen Lockgesang ins Leben zurück.

"Warum bin ich so geworden?"

Fredriksson, Marianne: Geliebte Tochter.
Roman.
Aus d. Schwed. v. Senta Kapoun. 281 S. 22 cm. Gebunden. 477gr.
ISBN: 3-8105-0661-3

-KRÜGER, FRANKFURT- 2003

19.90 EUR


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Fredriksson

Verlagswerbung:

In ihrem neuen Roman spinnt Marianne Fredriksson das Thema weiter, das sie schon in ihren klassischen Romanen SIMON und HANNAS TÖCHTER aufgegriffen hat: Wie wir zu dem Menschen geformt werden, der wir sind, und wie wir uns nur in der Beziehung zu Anderen entwickeln können.

Katarina ist Architektin, jung, erfolgreich und ungebunden.
Für Katarina sind Unabhängigkeit und die Freiheit, ihr Leben selbst zu bestimmen, das Allerwichtigste. Männer finden sie attraktiv, und sie liebt die Kunst der Verführung. Aber einer festen Bindung weicht sie aus. Zu ihrer Mutter Elisabeth hat sie immer Distanz bewahrt. Nie hat sie verstehen können, warum Elisabeth damals so lange bei ihrem gewalttätigen Mann ausharrte.

Katarina ist von ihrem amerikanischen Liebhaber schwanger und will das Kind unbedingt zur welt bringen. Ganz unerwartet reagiert ihre Mutter mit großer Freude.
Als sie ihrem Freund erklärt, sie wolle ihr Kind zur Welt bringen, schlägt der sie brutal nieder. Im Krankenhaus erwacht sie aus der Bewusstlosigkeit und plötzlich werden schlimme Kindheitserinnerungen wach.

Ist Gewalt erblich, nicht nur beim Täter, sondern auch beim Opfer?
Mit diesen neuen Gedanken geht sie auf Elisabeth, ihre Mutter, zu. Die beiden Frauen treten sich immer offener entgegen. Erinnerungen werden wach, Zusammenhänge offenbar, und Katarina kann endlich verstehen, warum ihre Mutter in einer verletzenden Ehe ausgeharrt hat.

Kritik:
"Die brachiale Gewalt zwischen Mann und Frau ist der Kristallisationspunkt des Romans. Schon Katarinas Mutter lebte in einer Ehe, in der sie von ihrem Mann regelmäßig misshandelt wurde und Katarina hat die erschreckenden Szenen zwischen Vater und Mutter, die sich in ihrer Kindheit abspielten, noch lebhaft in Erinnerung.

In sehr feinen Verästelungen ganz verschiedener Biografien, spürt Fredriksson der Frage nach, ob es tatsächlich vererbbare Lebensmuster gibt. Muss es sein, dass Mütter und Töchter immer wieder in die gleiche Falle tappen? Und welche Wege führen aus diesem Dilemma?" (Manuela Haselberger)

(Quelle: Verlag)

Tragödie, Politspionage und metaphysischer Thriller in einem

Winter, Leon de : Malibu.
Roman

(Titel der Originalausgabe: De Bezige Bij).
416 S. , kartoniert

Diogenes Taschenbuch Verlag 2004


ISBN: 3-257-23434-1


10,90 EUR

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Kurz bevor sie ihren 17. Geburtstag feiern kann, kommt Mirjam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Ihrem Vater, Joop Koopman, ist es nicht vergönnt, sich seiner Trauer hinzugeben. Sein Freund Philip verwickelt ihn in einen Spionagefall für den israelischen Geheimdienst, seine Cousine Linda in ihre buddhistische Wiedergeburtstheorie.
Tragödie, Politspionage und metaphysischer Thriller in einem – Leon de Winters kühnster Roman.


Am Morgen des 22. Dezember 2000 gratuliert Joop Koopman, 47, gebürtiger Niederländer, mäßig erfolgreicher Drehbuchautor in Los Angeles, seiner Tochter Mirjam zu ihrem 17. Geburtstag.
Am Mittag ist er mit einem alten Schulfreund, Philip van Gelder, verabredet. Der möchte Joop für den israelischen Geheimdienst, den Mossad, gewinnen: Er soll einen Marokkaner, der vermutlich mit der Vorbereitung von Terrorakten zu tun hat, bespitzeln.
Während dieses Gesprächs ein Anruf: Mirjam ist auf dem Weg zu ihrer Geburtstagsfeier verunglückt. Zwanzig Stunden später ist seine geliebte Tochter tot.
Doch Joop ist es nicht etwa vergönnt, sich ganz seiner Trauer hinzugeben.
Höhere Gewalt scheint eine Verkettung schicksalhafter Fügungen zu arrangieren, die das Leben des armen Protagonisten bald völlig auf den Kopf stellt:
Der hünenhafte Farbige God, auf dessen Beifahrersitz Mirjam verunglückt ist, weicht ihm nicht mehr von der Seite.
Für jenen Marokkaner, den Joop beobachten soll, empfindet er eine unerklärliche Sympathie.
Und als schließlich noch seine Cousine Linda, die er seit dreißig Jahren nicht mehr gesehen hat, mit einem tibetischen Mönch in La auftaucht und ihn mit ihren Vorstellungen von der Wiedergeburt zu trösten versucht, weiß Koopman gar nicht mehr, was er glauben soll und wer hier eigentlich Regie führt: ein Wahnsinniger, ein raffinierter Betrüger oder eine verborgene göttliche Hand?
De Winters bislang kühnster Roman: menschliche Tragödie, metaphysische Spekulation, physikalische Theorien, Politspionage und Profitgier gehen eine explosive Verbindung ein, die auf jeden Fall eines garantiert – beste Unterhaltung und viel Stoff zum Nachdenken.

Pressestimmen:
»Seine Geschichten kommen mit einer eleganten Beiläufigkeit daher. Poiniert und gewitzt sind seine Dialoge, selbstironisch gebrochen die Monologe. Da stehen haarsträubend skurrile Szenen neben solchen, die das Entsetzen in die Augben treiben. De Winter schreibt spannend und unterhaltsam, intelligent und geistreich. Auf dem schmalen Grat zwischen U und E bewegt er sich mit tänzerischer Leichtigkeit und Raffinesse.(…) Ein großer europäischer Erzähler der Gegenwart.«
Jeanette Stickler / Rheinischer Merkur, Bonn

(Quelle: Verlag)

Was wir brauchen, was uns fehlt

Kennedy, A. L.: Alles was du brauchst.
Roman.
Aus d. Engl. v. Ingo Herzke. Quartbücher. 650 S. . kart.

Fischer Taschenbuch Verlag

ISBN: 3-596-15719-6

9,90 EUR

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Kennedy: Alles

unsere Rezension:

Bereits im ersten Buch von A.L. Kennedy, 'Einladung zum Tanz', ging es um eine Tochter-Vater-Geschichte. In ihrem vierten Roman 'Alles, was du brauchst' kehrt die schottische Autorin zu diesem Thema zurück und widmet ihm fast 600 Seiten. Wer die Autorin kennt, erwartet keine Herz-Schmerz Geschichte; Kennedy liebt Extreme und so hat sie eine Geschichte konstruiert, die wenig zu tun hat mit herkömmlichen Familiengeschichten. Dennoch geht es viel um Schmerz in diesem Buch und ums Herz geht es letzten Endes auch.
Nathan Staples ist der Mann, der schon vor Jahren eiserne Ringe um sein Herz gelegt hat, als seine Frau ihn verließ und mit ihm überein kam, die gemeinsame Tochter in der Obhut ihres Onkels Morgan zu lassen. Vier Jahre alt war Mary Lamb damals und zu Beginn des Buches ist sie unter der Obhut ihres schwulen Onkels und seines Lebensgefährten Bryn zu einer jungen Frau herangewachsen, die trotz aller Unsicherheit nichts anderes will als Schriftstellerin werden. Da erhält sie ein Stipendium: auf einer kleinen, der Küste vorgelagerten Insel, soll sie das Handwerk des Schreibens lernen. Dort lebt eine Handvoll Autoren und einer von ihnen soll ihr Mentor sein. Dass dieser Nathan Staples ihr Vater ist, weiß Mary Lamb nicht, er aber sehr wohl.
Nathan, dieser von Selbsthass und Zynismus befallene Autor erfolgreicher Schauergeschichten, ist nicht der verständnisvolle und geduldige Lehrer, den sich Mary erhofft hat. Aber trotz aller zur Schau getragenen Kälte und Überheblichkeit spürt Nathan eine verzweifelte Liebe zu seiner Schutzbefohlenen.
Allison Louise Kennedy macht es ihren Figuren und ihren Lesern nicht einfach. Aber wer über Themen wie Tod, Krankheit, Selbstmord und unerfüllte Liebe schreibt, kommt nicht aus ohne quälende Episoden. 'Alles was du brauchst' läßt bei allen Ausflügen in die düsteren Gefilde menschlichen Daseins aber immer wieder ahnen, wie der Himmel aussieht, oder zumindest, wie er aussehen könnte.
Es ist ein langer Weg bis Staples seiner Tochter gestehen kann, wer er wirklich ist und welche Gefühle er für sie hegt. Und so steht am Ende von Staples Katharsis das, wovon schon die Beatles sangen, es sei alles was du brauchst. Liebe. (P. Philippi)

 

jetzt im Taschenbuch: "Heuschrecken"

Vine, Barbara: Heuschrecken.
Roman.
Aus d. Engl. v. Renate Orth-Guttmann. detebe Diogenes Taschenbücher Nr.23346. 2003. 643 S. Kartoniert.


ISBN: 3-257-23346-9
-DIOGENES Taschenbuch - 2003

12.90 EUR

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unsere Rezension:

Was steht auf Feldern und sieht aus wie riesige Heuschrecken? Für die siebzehnjährige Clodagh sind das die Strommasten der Überlandleitungen. Clo liebt es, auf solchen Masten in die Höhe zu klettern. Fatale Folgen hat es, als sie einen Freund mitnimmt: er kommt bei diesem gefährlichen Spiel um. Mit diesem Trauma belastet, geht sie weg von ihrem Heimatort nach London, um dort die Fachoberschule zu besuchen. Sie wohnt in einer deprimierenden Kellerwohnung, entdeckt schnell, dass ihr das Studium nicht zusagt. Sie lernt zufällig ihren Nachbarn Silver kennen, der etwas charismatisches hat und ihr aus ihrer depressiven Phase hilft.
Mit ihm und seinen Freunden klettert Clodagh über die Dächer Londons. Von dort, fast aus der Vogelsperspektive, sieht die Welt ganz anders aus. Man sieht vieles aus neuer Perspektive, gewinnt Einblicke in die Leben anderer. Mit guten Absichten mischen sich Silver und Clodagh ein: sie wollen einer – durch die Medien bekannten - Familie helfen bei ihrer Flucht vor den Behörden – ein Unternehmen, das sich zu einer Tragödie entwickelt...

Wir erfahren diese Geschichte Clodaghgs in der Rückschau, sie setzt sich anhand von Tagebuchaufzeichnungen mit ihrer Vergangenheit auseinander, als sie auf eine Bekannte aus dieser Londoner Zeit trifft.

Barbara Vine hat hier einen kunstvollen Roman komponiert, in dem sie ein wichtiges Geheimnis bis zum Schluss zu bewahren weiß. Mit einem gemächlichen Erzähltempo beschreibt Vine das Erwachsenwerden einer jungen Frau, die viele Jahre ihrer Jugend damit beschäftigt ist, ihren Weg zu finden. (A. Mantwill)

Wie beherrscht und wie rettet man das Globale


Rüdiger Safranski:
Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch?
118 S., kartoniert

Fischer Taschenbuch Verlag 11/ 2004

ISBN 3-596-16384-6


EUR 7,90

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Wir erleben eine rapide Veränderung unserer Denk- und Lebensgewohnheiten und fühlen uns ihr gegenüber machtlos. "Das Denken selbst gerät in eine Globalisierungsfalle. Monoton dreht es sich im Kreis der beiden Grundfragen: Wie beherrscht man das Globale, fragen die einen, und wie rettet man es, fragen die anderen." Der Philosoph Rüdiger Safranski hilft mit diesem Buch, sich zurechtzufinden in einem Ansturm von Eindrücken und Bedrohungen. Er ermutigt, Freiräume für Gleichgewicht und Handlungsfähigkeit zu schaffen, denn Globalisierung lässt sich nur gestalten, wenn darüber nicht die andere große Aufgabe versäumt wird: das Individuum, sich selbst zu gestalten.

Über den Autor:

Rüdiger Safranski, geboren 1945, Philosoph und Schriftsteller, lebt in Berlin. Er veröffentlichte Biographien über E. T. A. Hoffmann, Schopenhauer und Heidegger sowie den großen philosophischen Essay "Wieviel Wahrheit braucht der Mensch? Über das Denkbare und Lebbare". In der Reihe "Philosophie jetzt!" ist von ihm der Band über Schopenhauer (30686) erschienen.

(Quelle: Verlag)

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