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Ort für die Ewigkeit (Krimi 1)

Val McDermid: Ein Ort für die Ewigkeit. Aus dem Englischen von Doris Styron (Originaltitel: A Place of Execution)
592 Seiten

Knaur Taschenbuch,
DM 18,90

ISBN: 3-426-61911-3

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Winter 1963. An einem frostigen Dezembertag verschwindet ein dreizehnjähriges Mädchen spurlos aus dem abgeschiedenen Dorf Scardale in Derbyshire: Alison Carter, die Stieftochter des Gutsherrn. Der junge Inspector George Bennett erhofft sich den ersten spektakulären Ermittlungserfolg seiner Laufbahn. Doch im Dorf Scardale, wo die zeit stehengeblieben zu sein scheint, herrscht Misstrauen – und tiefes Schweigen.

Von Stunde zu Stunde, von Woche zu Woche mehren sich die zeichen, dass Alison brutal ermordet wurde. Doch erst nach Monaten hartnäckigen Suchens und einem aufwühlenden Prozess wird George Bennett den Fall zu den Akten legen – mit mehr offenen Fragen auf der Seele, als ihm lieb ist.

Jahrzehnte später, im Jahre 1998, entschließt sich die junge Journalistin Catherine Heathcote, die Geschichte des berühmten „Mordfalls ohne Leiche“ in einem Buch aufzuzeichnen. Kaum aber hat sie ihr Manuskript abgeschlossen, geschieht etwas völlig Unerwartetes: George Bennett verbietet die Veröffentlichung.

Catherine wird von jetzt an selbst ermitteln und auf eine Wahrheit stoßen, die zerstörerisch ist – eine Wahrheit, die Leben vernichten oder aber retten kann. Die Entscheidung liegt bei ihr...
(Verlagsinfo)

Über die Autorin:
Val McDermid wuchs in einem schottischen Bergbaugebiet auf und lebt heute in Manchester. Nach Jahren als Literaturdozentin in Oxford und als Journalistin bei namhaften englischen Zeitungen widmet sie sich heute ganz der Schriftstellerei. Sie hat zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht.

(Quelle: Verlag)

Ort in der Pfalz: Irrlich (Krimi 2)

Monika Geier: Neapel sehen

Ariadne Taschenbuch (Argument Verlag) 2001
kartoniert, 300 S.
10,50 Euro
ISBN: 3-88619-866-9

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Nach 'Wie könnt ihr schlafen' der zweite, lang erwartetete Krimi der Pfälzerin.

Hochsommer in der Gemeinde Irrlich. Aurelie, eine junge Lehrerin, hilft, wo sie kann: Neben ihrem Engagement für den Naturschutz greift sie Sorgenkindern finanziell und sozial unter die Arme. Aber die allseits geschätzte Wohltäterin bezieht auch ihr ganz eigenes dunkles Vergnügen aus diesen ungleichen Beziehungen.

Der Fund einer Leiche ruft Kommissarin Bettina Boll auf den Plan, die eigentlich ganz andere Dinge beschäftigen. Ihre kranke Schwester Barbara hat sich samt ihren beiden Kleinkindern aus dem Staub gemacht. Vielleicht ist die Suche nach dem Mörder da eine willkommene Ablenkung.

Über die Autorin:

Monika Geier, geboren 1970, lebt in Kaiserslautern, wo sie die Sitten und Gewohnheiten der pfälzischen Stadt- und Landbevölkerung literarisch aufbereitet. Für Wie könnt ihr schlafen erhielt sie den renommierten deutschen Krimipreis Marlowe. Mit Neapel sehen liegt nun ihr zweiter elegant-hintergründiger Thriller vor.

Für ihr Debüt erhielt Monika Geier begeisterte Kritiken von Presse und Leserschaft. Wie könnt ihr schlafen (Ariadne 1110) liegt bereits in der 3. Auflage vor.

(Quelle: Verlag)

Die Macht der Marken (1)

Klein, Naomi : No Logo.
Der Kampf der Global Players um Marktmacht. Ein Spiel mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern.
kart., 512 S., Zahlr. Fotos
Riemann Verlag in der Verlagsgruppe Bertelsmann, Sonderausgabe 2002

ISBN: 3-570-50028-4

14,50 EUR

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unsere Rezension:
Naomi Kleins schöne neue Markenwelt

Als Naomi Kleins Buch 'No Logo' im letzten Jahr in Kanada erschien, erregte es in den Medien viel Aufmerksamkeit. Dass ihre scharfe Kritik an den international agierenden Marken nun in Deutschland gerade bei dem Medienriesen (und globalen Player) Bertelsmann erschienen ist, mag verwundern. Vielleicht zeigt es aber auch, dass sich die Marken- und Marktführer so sicher im Sattel fühlen, dass sie vor Kritik nicht zurückschrecken müssen.
Auf über 500 Seiten hat die Journalistin Naomi Klein viel Material zusammentragen, wie umfassend Firmen wie Nike, McDonalds, WalMart, Shell, Adidas oder Starbucks gesellschaftliche Räume und Zusammenhänge beherrschen. Unter den Schlagworten 'No Space', 'No Choice' und 'No Jobs' analysiert sie sehr genau die Veränderungen, die führende Marken innerhalb kürzester Zeit selbst durchlaufen und ausgelöst haben. Das reicht von Marketingstrategien und Imagekampagnen über die Zensur kritischer Stimmen bis hin zu gewaltigen Arbeitsplatzvernichtungen in den Industrieländern und dem Aufbau neuer Bezugsquellen in der sogenannten dritten Welt.

'Marken, nicht Produkte!' lautet die Parole der Markenfirmen und diese Maxime führt dazu, dass immer mehr Sport- oder Bekleidungsfirmen keine einzige eigene Fabrik mehr besitzen, sondern durch eigenständige Unternehmer meist in Staaten wie Indonesien, den Philippinen oder China zu Spottpreisen produzieren lassen. Als eigene Aufgabe sehen diese Firmen nur noch die Schaffung eines Markenimages und die aggressive Vermittlung ebendieses Images durch millionenschwere Werbung. Das Sponsoring von Sport- und Kulturveranstaltungen sowie die schleichende Vermarktung von Bewegungen und Trends hat die Autorin dabei besonders beleuchtet.

Im letzten Teil des Buches, der mit 'No Logo' überschrieben ist, zeigt die Journalistin den wachsenden Widerstand gegen die Macht der Marken auf. Sie setzt ihre Hoffnung in globale Informationen über und Aktionen gegen die globalen Marken.

'No Logo' ist eine fundierte und umfassende Kritik an der Macht der Marken. Ökonomische und politische Zusammenhänge sowie die Strategien von Großkonzernen, die (wie etwa Großbanken) keine Markenkonzerne sind, finden in diesem Buch relativ wenig Beachtung. Insoweit ist 'No Logo' auch kein Buch über die Globalisierung, auch wenn es einige äußert wichtige Aspekte der New Economy scharf unter die Lupe nimmt. (P. Philippi)

Die Macht der Marken (2)

Frederic Beigbeder: Neunundreißigneunzig. Roman,
kart., 288 S.
Rowohlt TB Verlag 2002
ISBN: 3-499-23324-X,

9,90 Euro

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Zum gleichen Thema erschien in Frankreich im letzten Jahr der Roman „99 Francs“ von Frederic Beigbeder. Nun liegt er auf deutsch vor. Es ist ein Enthüllungsroman über die mächtige Welt der Werbung und der Marken.

Der Verlag über das Buch:
Dieser Skandalroman aus Frankreich kostete Frédéric Beigbeder den Job in einer bekannten Werbeagentur und katapultierte ihn auf Platz eins der Bestsellern - ein wildes Pamphlet gegen den Totalitarismus von Medien und Werbung und die neoliberale Pervertierung der Demokratie. Beigbeder reiht sich damit ein in die Front jener Autoren um seinen Freund Michel Houellebecq, die den Verantwortlichen der globalen Realität einen "Kampf auf Leben und Tod" angesagt haben.

Octave Parango hat einen Topjob in einer noblen Pariser Werbeagentur, massig Luxus, Geld und einen solchen Überdruss an seinem Gewerbe, dass ihm davon schlecht würde, gäbe es nicht den Koks, die Frauen und den Zynismus. Schamlos verdammt er sich und seine Welt, weil alles drin käuflich ist. Zugleich bringt ich der Erfolg einer Kampagne für einen Null-Fett-Joghurt an die spitze der Agentur. Doch eines Nachts, bei Dreharbeiten zu einem Werbespot in Florida, entlädt sich Octaves ganzer Hass in einer blutigen Gewalttat...

Wir über das Buch:

Die Zerstörung der Kultur des Einzelnen durch die Konsumgesellschaft

Oder: Beigbeder ist Ellis ist Houellebeq

Die Werbebranche arbeitet mit einfachen Gleichungen, und wenn der Roman von Frederik Beigbeder “39,90” heißt und kostet, ist das ebenso genial (für die Marketingabteilung des Rowohlt-Verlags – “99Francs” bei Grasset, Paris ) wie es den Leser erwartungsfroh stimmt, ein Buch in die Hand zu bekommen, aus dem mehr zu erfahren ist, als daß Persil nun doch nicht weißer wäscht.

“39,90” ist indes kein ideologiekritisches Werk, was ihm die Werbung in Gestalt von Literaturkritik andichtet, sondern vielmehr die in Selbstmitleid zerfließende Abrechnungsprosa eines Egomanen, ein -wenn schon Vergleiche: Hardcore-Courths-Mahler der Werbebranche.

Beigbeders alter ego Octave stellt sich vor:”Ich bin Werber, ich verkaufe Ihnen Scheiße.”

Und das –pardon- kotzt ihn natürlich an. Also macht er sich daran, ein Buch zu schreiben über diesen Verein, rücksichtslos offen natürlich, und so erfahren wir, daß alle Werber Kokain schnupfen oder Alkohol trinken, zumeist beides, und viel zu jung grausame Tode sterben, inklusive einiger 90er Jahre Obszönitäten um Sex und Gewalt. Er, Octave also, schreibt das Buch mit einem Ziel, nämlich: entlassen zu werden, dieser Lügenwelt endlich den Rücken kehren zu können.

Was, wenn er einfach gekündigt hätte? Dann gäbe es dieses Buch nicht, und um etwas Positives zu sagen, erführe man dann nicht auch einiges Handfestes aus der schönen Welt der Werbewirtschaft; über Budgets und Hierarchien, über Strategien und Intrigen.

Beigbeder schockiert aber keineswegs den Konsumenten durch seine Enthüllungen, sondern den Leser durch seine Naivität. Der Streiter gegen die Welt des Geldes und der Slogans produziert Zweitere in einem fort (und Ersteres nun durch den Erfolg seines Romans, wobei wir ihm diesen Erfolg gönnen, denn in der Werbebranche läßt sich zweifellos noch Gräßlicheres anrichten, als zwischen zwei Buchdeckeln) :

“Die Welt ist irreal, außer wenn sie zum Kotzen ist.” “Es besteht kein allzu großer Unterschied zwischen konsumieren und liquidieren.”

Daß das für einen Roman nicht genügt, hat Beigbeder vielleicht selbst begriffen, und so sucht er nach einem dramatischen Höhepunkt - und findet ihn leider in einer völlig absurden Mord-szene, die seine Protagonisten immerhin hinter Schloß und Riegel bringt, und ihrem Autor, so steht zu hoffen, für immer entzieht.

P.S. Die Überschrift “Die Zerstörung der Kultur...” ist der deutsche Untertitel der “Freibeuterschriften” des italienischen Autors Pier Paolo Pasolini und diese gesammelten Zeitungsartikel aus den 70er Jahren seien hiermit zum Thema ausdrücklich zur (erneuten) Lektüre empfohlen. (F.Peters)


Über den Autor:
Frédéric Beigbeder, geboren 1965 in Neuilly-sur-Seine, studierte Politikwissenschaft und lebt als Kritiker und Schriftsteller in Paris.

Unter anderem arbeitet er für Elle, Paris Match und die Kultursendung "Masque et la plume" bei France Inter. Außerdem war er zehn Jahre lang als Texter in einer renommierten Werbeagentur tätig, die ihm nach der Veröffentlichung seines ersten Romans vom Fleck weg engagierte. Er gilt als Enfant terrible des französischen Literaturbetriebs.

Neununddreißigneunzig ist sein dritter Roman.

Erinnerungen an Liebe und Krieg

Belli, Gioconda: Die Verteidigung des Glücks.
Erinnerungen an Liebe und Krieg. Aus dem Spanischen von Lutz Kliche;
dtv Verlag 11/2002

ISBN: 3-423-13015-6

11,00 EUR

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Gioconda Belli gehört (neben Frida Kahlo und Evita Peron) zu den exemplarischen Frauenfiguren des lateinamerikanischen Kontinents. Blutjung heiratet die hinreißend schöne Nicaraguanerin aus guter Familie einen nichtsagenden Mann und schließt sich bald nach der Heirat, teils aus Abenteuerlust, teils aus Empörung über die krassen sozialen Gegensätze, dem Widerstand gegen die Diktatur in ihrem Land an. Von Anfang an ist aber auch die Liebe im Spiel – jetzt wie auch später vermischt sich bei Belli das Private mit ihrem Dasein als Revolutionärin.
Lange führt sie ein Doppelleben: Sie ist ihren beiden Töchtern eine hingebungsvolle Mutter und unternimmt gleichzeitig gefährliche Kurierdienste, liefert Waffen ab, nimmt teil an klandestinen Treffen, beherbergt gesuchte Guerilleros. In einen von ihnen verliebt sie sich auch, und die Intensität ihrer Liebe wird noch erhöht durch die Ungewißheit, ob der Partner oder sie selbst den nächsten Tag noch erleben wird.
Sie beginnt Gedichte zu schreiben und wird als Lyrikerin gefiert, lernt Fidel Castro Garcia Marquez und Salman Rushdie kennen. Beschattet und verfolgt, flieht Gioconda ins Exil – erst nach Mexiko, dann nach Costa Rica. Als das Volk sich auf die Seite der sandinistischen Revolutionäre stellt und sich gegen die verhaßte Diktatur der Somozas erhebt, kehrt sie in ihre heimat zurück. Als Direktorin des Fernsehens und in der politischen Bildung spielt sie eine wichtige Rolle im Kulturleben ihres Landes, erlebt aber auch, wie bitter die Früchte des Sieges sein können.
(aus dem Klappentext)

Gioconda belli lebt heute in Managua und Los Angeles. Sie hat Romane und mehrere Gedichtbände veröffentlicht. Aud deutsch sind z.B. erschienen:
„Die bewohnte Frau“
„Tochter des Vulkans“
„Waslasla“
(Quelle: Verlag)

 

Kreter und Pleter

Harig, Ludwig: Kreter und Pleter.
Tagebuch einer Reise nach Kreta. 2001. 171 S. m. 101 Farbfotos v. Alfred Diwersy; Gebunden.
ISBN: 3-933389-40-2
GOLLENSTEIN-Verlag

19,90 EUR

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Familie Pauschal, Herr und Frau Radix, Schneewitchen vom Donnersberg, Johannes der Täufer nebst Ehefrau Brunhilde, der Dichter und seine Frau, machen mit einer insgesamt achtzehnköpfigen Reisegruppe Urlaub in Kreta. Im Gefolge des inspirierten Reiseführers Evangelos begibt sich die Schicksalsgemeinschaft auf Zeit auf Entdeckungsreise. Kunsthistorisches, Folkloristisches und nicht zuletzt die Marotten der Reiseteilnehmer geraten dabei in den Fokus des Literaten. Die einen bildungsbeflissen, die anderen auf der Jagd nach Fototrophäen und manch einer schlichtweg überfordert.

Über den Autor:
Ludwig Harig wurde 1927 in Sulzbach im Saarland geboren und arbeitete seit 1950 als Volksschullehrer. Neben literarischen Texten und Übersetzungen brachte er Mitte der sechziger Jahre die Erfahrungen des experimentellen Autors ins 'Neue Hörspiel' ein und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Erneuerer dieser Radiogattung. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Marburger Literaturpreis, dem Hörspielpreis der Kriegsblinden und 1994 mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis.

(Quelle: Verlag)

Linke Geisterfahrer

Wolfgang Kraushaar: Linke Geisterfahrer. Denkanstöße für eine antiautoritäre Linke. 220 S., Geb.
Verlag Neue Kritik 2001
ISBN 3-8015-0320-8
19,50 EUR

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Auch wenn die meisten ihrer Protagonisten es nicht wahrhaben wollen - seit dem Fall der Mauer, dem Ende der DDR und der Verabschiedung vom Sowjetkommunismus sind grundlegende Werte der Linken öffentlich zur Disposition gestellt. Wer unter Hinweis auf stalinistische Entstellungen immer noch glaubt, auf eine in ihrem Kern unbeschadete sozialistische Idee bauen zu können, hat seine Legitimationsfähigkeit zum politischen Handeln eingebüßt.

Wolfgang Kraushaar setzt sich seit Jahren für eine Überprüfung und Reaktualisierung totalitarismustheoretischer Ansätze ein. In einer Reihe von Beiträgen hat er insbesondere Vertreter seiner eigenen Generation, Exponenten der 68er-Linken, mit blinden Flecken ihrer Geschichte konfrontiert.

Seine Devise für eine längst überfällige Revision lautet: Weder Selbstaufgabe noch Trotzreaktion. Wenn die Linke ihre Legitimationsfähigkeit zurückgewinnen will, muß sie sich unmißverständlich von jedem linken Totalitarismus absetzen. Nur eine antitotalitäre Linke besitzt die Chance zu einer glaubwürdigen politischen Erneuerung.

(Quelle: Verlag)

ein Zukunftsmärchen von T.C. Boyle

T.C. Boyle Ein Freund der Erde. Roman. Aus dem Amerikanischen von Werner Richter. 360 Seiten Hardcover
19,90 Euro
Hanser Verlag, März 2001

ISBN 3-446-19975-6

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Wir schreiben das Jahr 2025: Der Treibhauseffekt hat voll zugeschlagen, im Loiretal wird nicht mehr Wein, sondern Reis angebaut, die meisten Säugetiere sind ausgestorben und das Essen ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Ty Tierwater, militanter Umweltschützer, verbrachte mehr Zeit im Knast als in der freien Natur. Da taucht eines Tages seine zweite Frau Andrea mit einem ganz besonderen Anliegen auf ...

(Quelle: Verlag)

Budnitz: Das Echo meiner Stimme

Judy Budnitz: Das Echo meiner Schritte. Roman. Aus dem Amerikanischen von Brigitte Heinrich (If I told you once)
368 Seiten. Gebunden
20,80 Euro
Insel Verlag
ISBN 3-458-17055-3


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Judy Budnitz erzählt die Geschichte einer Familie im 20. Jahrhundert, erzählt mit den Stimmen der Frauen aus vier Generationen: Ilana, Sashie, Mara und Nomie. Voll von sonderbaren Wesen, von mythischen Figuren und magischen Gegenständen ist Ilanas Welt. Aber sie ist nicht mehr heil, keine heimatliche Idylle, sie ist kalt, abweisend und gewalttätig. Durch die Wälder ziehen blutrünstige Banditen und marodierende Soldaten. Im Dorf gehen Wölfe auf den Hinterbeinen, wie Menschen, und werden so groß wie Kälber, es ist »ein Ort, der neun Monate des Jahres unter Schnee begraben liegt, gefolgt von drei Monaten Schlamm«. Aus dieser Welt, vor einem Leben, wie es ihre Mutter geführt hat, flieht Ilana auf abenteuerlichen Wegen - aus einem namenlosen Dorf in Osteuropa bis nach New York, von der Alten in die Neue Welt. Zusammen mit dem Schauspieler Shmuel, den sie unterwegs kennenlernt, bricht Ilana auf in die Neue Welt, gründet eine Familie, aber die Geister der Vergangenheit lassen sich nicht abschütteln. Ihre Söhne fallen im Zweiten Weltkrieg. Die Verwandten, die in Europa geblieben sind, kommen in einem Konzentrationslager um, ihr Mann stirbt. Die Tochter Sashie erfindet ihre eigene Geschichte, will die Vergangenheit vergessen und ganz Amerikanerin sein, nennt sich Shirley. Die Frauen bleiben zusammen, auch in der dritten und vierten Generation, und Nomie, das junge Mädchen, lauscht noch immer gebannt den Erzählungen der Urgroßmutter aus einer fernen Zeit, läßt die Erinnerungen zu. Erst jetzt scheinen die Auswanderer wirklich angekommen zu sein. Judy Budnitz erzählt in eindringlichen und magischen Bildern, realistisch und märchenhaft zugleich, vom Untergang einer Kultur, von einer vergangenen Welt und vom Neubeginn zwischen Heimatverlust und der Hoffnung auf Heimat. (Klappentext)


Über die Autorin:

Judy Budnitz, geboren 1973 in Massachusetts, aufgewachsen in Georgia, lebt als Journalistin und Schriftstellerin in New York. Ihre Erzählungen sind in zahlreichen Zeitschriften veröffentlicht worden und erschienen 1998 unter dem Titel Flying Leap, ihr erster Roman If I told you once wurde 1999 veröffentlicht.

(Quelle: Verlag)

Alistair MacLeod: Land der Bäume

Alistair MacLeod: Land der Bäume
( Originaltitel: No Great Mischief).

Kt - 284 S. ; Fischer Taschenbuch

Juli 2002 -

ISBN: 3-596-15507-X


EUR 9.90

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unsere Rezension:

Land der Bäume, Land der Geister

'Land der Bäume', so nannten die schottischen Einwanderer ihre neue Heimat in Cape Breton, Kanada. Dort in den einsamen Wäldern bauten die vor dem Hunger Geflohenen ihre Hütten und versuchten heimisch zu werden.

Der kanadische Autor Alistair MacLeod hat mit seinem Roman 'Land der Bäume' dieser Landschaft und seinen Bewohnern ein Denkmal gesetzt. Vor mehr als 200 Jahren kam der Urahn der MacDonald Sippe mit dem Schiff nach Kanada. Noch immer erzählen sich die MacDonalds die Geschichte des treuen Hundes, der dem auslaufenden Schiff so lange hinterher schwamm, bis besagter Urahn ein Erbarmen hatte und ihn an Bord hieven ließ. Oder die Geschichte, wie die Frau eben dieses Urahns während der Überfahrt starb. Die Erinnerung der MacDonald Sippe reicht weit zurück und mehr als einmal fällt im Roman der Satz 'Ach, wären doch nur die Schiffe der Franzosen gekommen.', der sich auf eine verlorene Schlacht in der alten Heimat bezieht, als die versprochene französische Unterstützung nicht eintraf.

Der die Geschichte des MacDonald Clans erzählt heißt Alexander MacDonald und er erzählt sie so überzeugend, dass man sie sicherlich für autobiographisch halten würde, stünde da nicht als Autor ein Alistair MacLeod auf dem Buchdeckel. MacLeod erzählt seine Familiengeschichte so ungeheuer detail- und kenntnisreich, dass man ihm jede Szene als selbst erlebt abnehmen möchte. Der Autor hat verdammt viel zu berichten; von den Eltern, die mit ihren sechs Kindern auf einer kleinen Insel vor der Küste leben, auf der der Vater seinen Dienst als Leuchtturmwärter versieht. Und von der Tragödie, als die Eltern mit dem drittjüngsten Kind auf dem Rückweg zur Insel im Eis versinken. Von den drei ältesten, halbwüchsigen Söhnen, die zusammen unter denkbar schlechten Umständen hausen. Von Oma und Opa, diesem sich innig liebenden Paar, das den Waisen Alexander und seine Zwillingsschwester bei sich aufnimmt und ihnen beibringt, wie wichtig die Familie ist.

Die Großeltern ermöglichen Alexander und seiner Schwester eine gute Ausbildung während die drei älteren Brüder ihren Jobs als Bergleute nachgehen. Ausgerechnet am Tag von Alexanders Abschlußfeier an der Universität verunglückt sein Cousin tödlich im Bergwerk, in dem er zusammen mit Alexanders Brüdern arbeitete. Nach seiner Beerdigung kehrt Alexander an Stelle des Getöteten ins Bergwerk zurück. Die Familie hält eben zusammen.

Jahre später setzt sich Alexander hin, um die Geschichte des MacDonald Clans niederzuschreiben und ich bin dankbar dafür, dass Alistair MacLeod ihn dies tun ließ. Die kurzen biographische Daten im Klappentext legen nahe, dass er wirklich weiß, wovon er schreibt. Gegenwart und Geschichte verweben sich in MacLeods Roman zu einem wunderbaren Teppich. Melancholisch, lebensfroh, rauh und gierig fließen MacLeods Geschichten dahin und reißen mich mit bis zur letzten Seite. Was 'Schiffsmeldungen' für Neufundland ist, das ist 'Land der Bäume' sicherlich für Cape Breton.

'Ach, wären doch nur die Schiffe der Franzosen gekommen.' Möglich, dass sich das Schicksal der MacDonalds dann gewendet hätte. Aber dann wäre auch dieser großartige Roman ungeschrieben geblieben. (P.Philippi)

Francine Prose: Durchtrieben

Francine Prose: Durchtrieben. Roman. Aus dem Engl. v. Karin Kersten

415 Seiten
Diana Taschenbuch

ISBN: 3-453-86986-9

EUR 10,00

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unsere Rezension:

Wer zum Teufel ist Angela Argo?

Sie schreibt einen wunderbaren Stil, diese Angela Argo, obwohl sie gerade erst mal 17 ist. 'Eier' heißt ihr Erstlingsroman und er handelt, soweit man das beurteilen kann, von einer Schülerin die hoffnungslos in ihren Musiklehrer verschossen ist. Ted Swenson heißt Angelas Professor, bei dem sie einen Kurs in Creative Writing belegt hat und Swenson hätte besser daran getan, sich die ersten Kapitel von Angelas Roman ganz genau durchzulesen. Dann hätte er gewusst, was ihm blühen könnte. Leider lautet eine der Maximen, die Swenson in seinem Seminar verkündet, dass die Texte der Studenten mit dem wirklichen Leben nichts gemein haben.

Eigentlich könnte Swenson zufrieden sein; vor Jahren ist ihm mit 'Zeit des Phönix' ein grandioser halbbiografischer Roman gelungen und er und seine Frau Sherrie sind noch immer ein richtiges Paar. Er unterrichtet als Professor an einem kleinen College in New England und hatte noch nie eine Affäre mit einer Studentin, worauf er sich einiges zugute hält. Zu der eigenen Tochter Ruby hat es allerdings keinen Kontakt mehr seit er ihren Freund praktisch zur Aufgabe der Liaison zwang. Sorgen bereitet ihm, dass sein neuer Roman seit Jahren keine Fortschritte macht, den spießigen Kollegen am College fühlt sich Swenson als Künstler aber immer noch überlegen. In seinem Kurs über Creative Writing sieht er sich mit den halbgaren Geschichten seiner Studentinnen und Studenten konfrontiert doch dann geschieht das Unglaubliche. Angela Argo, eine dünne, verschlossene Studentin mit Lederjacke, Gesichtspiercings und Springerstiefeln, übergibt ihm das erste Kapitel ihres ersten Romans und der Professor ist begeistert. Wie es weitergeht, sollten sie lieber selbst lesen. Am besten, ohne sich vorher den Klappentext anzuschauen, denn der verrät viel zu viel von der köstlichen Geschichte.

Francine Prose ist mit 'Durchtrieben' ein bissig-amüsanter Roman gelungen, der gleich auf mehreren Ebenen funktioniert und am ehesten an Woody Allen erinnert. Ein Künstlerroman, Satire aus dem akademischen Milieu, Beschreibung einer Midlife-crisis, oder erotische Verwicklung, die auch Reich-Ranicki gefallen könnte; 'Durchtrieben' spielt mit den Formen und hinterläßt einen hervorragenden Eindruck. Wunderbar beschreibt die Autorin, die Stimmung am Euston College, wo die Wellen der puritanischen Selbstkasteiung mal wieder hochschlagen.

Dass Francine Prose wirklich gut ist, merkt man daran, wie stark ihre Kapitel aus Angela Argos Roman geworden sind. Und wenn Ted Swenson am Ende des Romans hinaustritt auf den winterlichen Campus fühlt man sich irgendwie betrogen um die fehlenden Kapitel aus Angela Argos Roman. Schade. (P. Philippi)

Forrester: Die Diktatur des Profits

Forrester, Viviane: Die Diktatur des Profits.
209 S.,Kart.
ISBN: 3-423-36281-2
dtv Taschenbücher Bd.36281. 2002

9.00 EUR

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Viviane Forrester, die mit Terror der Ökonomie zur internationalen Symbolfigur einer neuen Protestbewegung wurde, zeigt nun, wie in westlichen Demokratien eine ideologische Diktatur entstanden ist, der nicht nur die Politik sondern auch die Ökonomie selbst zum Opfer gefallen ist: es ist die neoliberale Ideologie, die heute die Parteienunterschiede einebnet und nur ein Ziel kennt: den puren Profit.

 

Über die Autorin:

Viviane Forrester, in Paris geboren, Autorin preisgekrönter Romane und Essays, Literaturkritikerin für Le Monde, Le Nouvel Observateur und Quinzaine littéraire. Von ihrem ersten politischen Buch L'horreur économique (1996) wurden binnen kurzem über 300000 Exemplare verkauft. Es wurde in 27 Sprachen übersetzt (dt. Der Terror der Ökonomie, Zsolnay Verlag 1997).

(Quelle: Verlag)

Feine Balance zwischen indianischer Tradition und literarischer Moderne

Louise Erdrich: Die Antilopenfrau. Roman. Aus dem Englischen von Juliane Gräbener-Müller; 320 Seiten, Geb.; Rowohlt Verlag 2001
ISBN: 3-498-01665-2
22,90 Euro

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Wer sich als Mann mit einer Antilopenfrau einlässt, läuft Gefahr, den Verstand und vielleicht sogar das Leben zu verlieren. Zu flüchtig ist ihr Wesen, sagt eine alte Weisheit der Ojibwa-Indianer. Und unerträglich ihre Liebe. So stürzt sich auch Richard Whiteheart aus Minneapolis ins Unglück, als er die schöne junge Rozin Roy heiratet. Ihre indianische Ahnin soll von Antilopen aufgezogen worden sein. Seither liegt ein Fluch auf der Familie.
In einem phantasievollen, geschichtenprallen erzählerischen Reigen fächert Louise Erdrich die Abenteuer ihrer Helden zwischen der Hoffnung der Liebe und dem Trauma des Verrats auf.
Das Unerklärliche und das Mythische haben in «Die Antilopenfrau» genauso ihren Platz wie das grotesk Tragische. Die feine Balance zwischen indianischer Tradition und literarischer Moderne vor allem macht den Reiz der Lektüre von Louise Erdrichs Romanen aus und weist ihr eine ganz besondere, herausragende Rolle in der amerikanischen Gegenwartsliteratur zu. (Klappentext)

unsere Rezension:

Wer webt die Fäden unsres Lebens? Ein Indianerroman

'Die Antilopenfrau' beginnt mit einem Gemetzel. Die Blauröcke überfallen ein Dorf der Ojibwa-Indianer, die sie irrtümlich für Sioux halten. Mitten im Blutbad gewahrt der Gefreite Scranton Roy einen fliehenden Hund, der ein Baby hinter sich herzieht. Tagelang folgt der Soldat dem Kleinkind durch das Ödland, bis er das Baby schließlich retten kann. Wundersames geschieht in Louise Erdrichs Geschichten und so gelingt es Scranton Roy das gerettete Baby an der eigenen Brust zu säugen. Doch für Happy Ends ist wenig Platz in Erdrichs neuem Roman. Noch einmal wird die Gerettete verlorengehen, von Antilopen errettet werden und schließlich zur 'Antilopenfrau' werden, einer Frau, die nirgendwo richtig hingehört.

Um es gleich zu sagen, ich halte 'Die Antilopenfrau' für das Beste, was diese Autorin seit ihrem ersten großartigen 'Liebeszauber' geschrieben hat. Dieser Roman zweier indianischer Familien ist voller Magie, Tragik und Poesie und strotzt nur so von Geschichten. Louise Erdrich, Tochter eines deutschen Vaters und einer indianischen Mutter folgt ihren indianischen Spuren, auch wenn sie dabei eine Menge dunkler Episoden aufrührt.

Rozin Roy ist die Hauptperson des Buches, eine Urenkelin der 'Antilopenfrau' und wie all ihre weiblichen Vorfahren bringt sie ihren Geliebten wenig Glück. Es heißt, wer als Mann versucht, eine Antilopenfrau an sich zu binden, riskiert seinen Verstand und sein Leben. Als Rozin sich einem anderen zuwendet, versucht ihr Mann Richard sich das Leben zu nehmen und tötet dabei versehentlich die gemeinsame Tochter. Beklemmend ist 'Die Antilopenfrau' an vielen Stellen und ohne den Willen zum Leben und die durchdringende Liebe wäre dieser Roman nur schwer zu ertragen. Sind wir Menschen (und nicht nur unsere indianischen Verwandten) gefangen in den immer gleichen Mustern unserer Herkunft oder kann es uns gelingen, unsere Schicksalsfäden eines Tages selbst weiter zu stricken? Diese Frage scheint sich durch Erdrichs ganzen Roman zu ziehen, um am Ende in einer sehr humorvollen Szene so etwas wie eine Antwort zu finden. Auch wenn sich Erdrichs Buch viel mit indianischem Glauben und dem heutigen Leben der 'Stadtindianer' befasst, ist der Autorin mehr als eine moderne Indianersaga gelungen.

Louise Erdrich hat 'die Antilopenfrau' unter sehr schwierigen persönlichen Bedingungen geschrieben; ihr Mann Michael Dorris beging Selbstmord während Erdrichs Roman entstand. Louise Erdrich widmete ihr Buch dem Andenken ihres Mannes. Erstaunlich, wie humorvoll 'Die Antilopenfrau' trotzdem an vielen Stellen klingt. (P. Philippi)

Über die Autorin:
Louise Erdrich wurde 1954 als Tochter eines Deutschen und einer Indianerin in Wahpeton, North Dakota, geboren. Sie studierte Literatur an der University of Dartmouth und ließ sich dann als freie Schriftstellerin nieder. Für ihren ersten Roman «Liebeszauber» wurde sie mit dem National Book Critics Circle Award ausgezeichnet. Sie lebt in Northfield, Minnesota.

Henning Mankell: Der Mann der lächelte

Henning Mankell:
Der Mann, der lächelte
Aus dem Schwedischen von Erik Gloßmann.
384 Seiten ; Gebunden
19,90 Euro
Zsolnay Verlag, 2001

ISBN 3-552-04991-6


Länger als ein Jahr ist Kurt Wallander dem Kommissariat in Ystad ferngeblieben. Seit er bei seiner letzten Ermittlung einen Menschen tötete, leidet er unter starken Selbstzweifeln und ist schon im Begriff, den Dienst zu quittieren, als ihn ein neuer Fall aus seiner Depression reißt. Ein befreundeter Anwalt bittet ihn um Hilfe, weil sein Vater nachts mit dem Auto tödlich verunglückt ist. Der Sohn des Toten glaubt nicht an einen Unfall.Niemals wäre sein Vater bei Nebel zu schnell gefahren; außerdem hatte er in letzter Zeit oft erregt und beunruhigt gewirkt. Zwei Wochen später ist er tot. Man findet ihn von drei Kugeln durchbohrt in seiner Kanzlei, und Wallander kehrt zurück, um den Fall zu übernehmen. Bald wird sich zeigen, daß er ihn in eine ganz neue Dimension des Verbrechens führt. Der Verdächtige gebietet über ein mächtiges Wirtschaftsimperium und hat sich hinter den dicken Mauern eines Schlosses verschanzt. Wie David im Kampf gegen Goliath fühlt sich Wallander, bis ihm die Tür von einem der Wächter des Magnaten wenigstens einen Spaltbreit geöffnet wird...
(Quelle: Verlag)

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Eine Reise in die Vergangenheit eines Auschwitzüberlebenden

Lily Brett: Zu viele Männer. Roman
655 S., Ln.
Brett, Lily : Zu viele Männer.
( Tb)
( Originaltitel: Too Many Men).

Kt - 655 S. ; Suhrkamp TB Verlag 2002


ISBN: 3-518-39874-1

12,00 EUR


Ruth Rothwax, eine erfolgreiche, selbstsichere und weitgereiste Geschäftsfrau, verfügt über genug Sinn für Ironie, um ihre drei fescheiterten Ehen nicht allzu schwer zu nehmen. Als Leiterin eines Korrespondenzbüros findet sie Erfüllung und Seelenfrieden darin, anderen zu helfen, ihre Gefühle auszudrücken, indem sie Briefe für sie schreibt - Dankschreiben, Kondolenzschreiben, Liebesbriefe.

Doch Ruth ist die Tochter eines Auschwitzüberlebenden - Edek Rothwax, dessen eigenwilliger Gebrauch der englischen Sprache Ruth immer wieder zum Staunen bringt -, und sie findet keine Worte, um das, was ihrer Familie im Zweiten Weltkrieg widerfahren ist, auch nur annähernd zu fassen.

Ruth weiß, daß sie mit ihrem Vater nach Polen zurückkehren muß, auch wenn sie nicht weiß, warum. Vielleicht um die Geschichte ihrer Familie kennenzulernen. Und um die Orte aufzusuchen, wo ihre Eltern einst lebten und beinahe ums Leben gekommen wären. Doch noch etwas anderes treibt sie zu dieser Reise an, etwas, was sich jedem Versuch einer Definition entzieht. Polen und die Vergangenheit erwarten sie. (Klappentext)

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Über die Autorin:
Lily Brett wurde 1946 in Deutschland geboren. Ihre Eltern heirateten im Ghetto von Lodz, wurden im KZ Auschwitz getrennt und fanden sich erst nach zwölf Monaten wieder. 1948 übersiedelte die Familie nach Australien. Mit 19 begann Lily Brett als Journalistin für ein Rockmagazin zu schreiben. Heute lebt sie in New York.

In Deutschland wurde sie 1998 bekannt durch den Roman Einfach so, in dem sie Alltagssorgen und -beobachtungen einer australischen Journalistin mit dem tragischen Schicksal der eigenen Eltern (Überlebende des Holocaust) erzählerisch brillant verknüpft.

(Quelle: Verlag)



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