Ausgewählte Bücher
...denen wir viele LeserInnen wünschen

 

Vom technischen Fortschritt und menschlichen Schwächen

John Griesemer: Rausch.
Aus d. Englischen v.: Ingo Herzke.

685 Seiten, brosch.

Piper Verlag Januar 2005

ISBN: 3-492-24226-X

12,90 EUR

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Unsere Rezension:

Vom technischen Fortschritt und von menschlichen Schwächen

Am Anfang steht der missglückte Stapellauf des im Jahr 1857 größten Schiffes der Welt, der "Great Eastern". Im strömenden Regen drängen sich Tausende von Schaulustigen, unter ihnen der amerikanische Ingenieur Chester Ludlum und der Journalist Jack Trace. Ludlow ist der Chefingenieur eines anderen technischen Großprojektes: Von Neufundland nach Irland soll das erste transatlantische Telegrafenkabel verlegt werden. Dass er sich der "Great Eastern" bedienen wird, um dieses Ziel zu erreichen, weiss er zu diesem Zeitpunkt ebensowenig, wie dass der Journalist Trace mit an Bord sein wird, um die technische Expedition zu dokumentieren. Ludlow ist in England um mit Hilfe einer brillanten Revue Gelder für sein Projekt zu beschaffen.

Während Chester in England seine technische Idee zu verwirklichen sucht, die das Zeitalter der weltumspannenden Kommunikation einläuten soll, stürzt sich seine Frau Franny daheim in Maine in ein ganz anderes Abenteuer. In spiritistischen Sitzungen versucht sie Kontakt zu ihrer toten Tochter aufzunehmen, die drei Jahre zuvor bei einem Unfall ums Leben kam. Chester, der sich allein gelassen fühlt, beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit der Frau des Revueleiters Lindt.

John Griesemer hat mit "Rausch" ein ebenso kraftvolles wie episches Werk über technischen Fortschritt und menschliche Leidenschaften und Schwächen geschrieben. Griesemers sinnliche Sprache läßt eine Zeit des Aufbruchs und der rauschhaften Zuversicht in das Vermögen der Technik aufleben, seine mit filmischen Mitteln inszenierten Schnitte zwischen Orten und Personen lassen die Handlung ungeheuer präsent und spannend erscheinen. Griesemer Stil erinnert ein wenig an DeLillo, sein Schwelgen in Details an Jeffrey Eugenides' "Middlesex". Wenn ein guter historischer Roman sich dadurch auszeichnet, dass er dem Leser eine Art Verständnis für die geschilderte Epoche einzuhauchen vermag, so mag man "Rausch" auch gerne neben Ecos "Name der Rose" stellen. Sein 680 Seiten-Tableau verliert an keiner Stelle an Dichte und Spannung und gehört zu den großen Romanen nicht nur dieses Jahres.
(P. Philippi)

Eine Türkin bricht das Schweigen

Erstickt an euren Lügen.
von Y., Inci;

Eine Türkin in Deutschland erzählt.
296 S. , kartoniert
2005 Piper Verlag

ISBN 3-492-04794-7


14.90 EUR

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Unter dem Pseudonym Inci Y. bricht eine Türkin das Schweigen der Frauen und erzählt stellvertretend für Hunderttausende ihr Leben: als Mädchen eingesperrt, als Frauen gedemütigt, geprügelt, vergewaltigt. Von Liebe spricht keiner. Die einen hintergehen ihre Männer, die anderen sind stumme Dulderinnen. In Anatolien genauso wie im Land der Verheißung, in Deutschland.

Nach außen hin sieht es aus, als würde sie ein ganz normales Leben führen, in Deutschland. Sie lebt in einer Mietwohnung in unserer Nachbarschaft. Ihre Kinder gehen mit unseren zur Schule. Aber Inci Y., 34, ist Türkin, und was ihr ganz normales Leben zu sein hat, bestimmt die Familie. Ganz normal ist die erzwungene Heirat mit dem Sohn des Geliebten der Mutter. Die Vergewaltigung durch den eigenen Mann vor der Hochzeitsnacht. Der Betrug mit dem Jungfrauentuch. Ganz normal ist, dass die Familie ihres Mannes versucht hat, sie in dem anatolischen Dorf zu töten, als sie nach der Scheidung das Sorgerecht für die Kinder durchsetzen wollte. Ganz normal ist auch, dass sie bis zu ihrem 29. Geburtstag mit keinem Mann freiwillig geschlafen hat, dafür aber mit Männern aus dem engsten Umkreis der Familie. Ganz normal wäre, dass Inci ihren Mund hält - aus Gründen der Familienehre. Aber sie redet ...

Jeder für sich und Allah gegen alle - Orhan Pamuks Roman "Schnee"

Orhan Pamuk: Schnee. Roman.
Aus dem Türkischen von Christoph K. Neumann

520 Seiten, Hardcover
Hanser Verlag 2005

ISBN 3-446-20574-8

25.90 EUR

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Ein Fremder kommt nach Kars, eine türkische Provinzstadt, um eine merkwürdige Serie von Selbstmorden zu untersuchen: Junge Mädchen haben sich umgebracht, weil man sie zwang, das Kopftuch abzulegen. Plötzlich kommt es zu einem Putsch, inszeniert von einem Schauspieler. Ein Theatercoup? Doch es fließt echtes Blut, es intervenieren echte Soldaten, keiner kann die Stadt verlassen, weil es unaufhörlich schneit … Ein aktueller Roman, in dessen Zentrum die Frage nach der Identität der Türkei zwischen "Verwestlichung" und Islamismus steht.

Unsere Rezension:

Jeder für sich und Allah gegen alle

Nach Jahren des Exils in Deutschland kehrt der Dichter Ka in seine türkische Heimat zurück und soll für eine Zeitung in Istanbul aus einer entlegenen Provinzstadt berichten, wo es zu einer Reihe von Selbstmorden junger Islamistinnen gekommen ist. Also reist Ka in die Grenzstadt Kars mitten im Kaukasus und bereits während der langen Busfahrt beginnt der unaufhörlich fallende Schnee die Straßen zu schließen.
Ka hat einen weiteren Grund für diese Reise, den er sich nur zögernd eingesteht: Er will seine alte Jugendliebe Ipek für sich gewinnen, die von ihrem Mann geschieden wurde. Die bald durch den Schnee von der Außenwelt abgeschnittene Stadt wird zur Bühne für ein Spiel um das Leben, um die Liebe und um die Macht.
Während Kas Hoffnung wächst, dass seine Liebe erwidert wird, kommt es zum Putsch in Kars. Das Militär übernimmt die Kontrolle und nur halb gegen seinen Willen wird Ka in die Ränkespiele und tödliche Intrigen hineingezogen, die bis zum Einsetzen des Tauwetters die Stadt beherrschen.

Orhan Pamuk ist der zur Zeit wohl angesehenste türkische Dichter und hat soeben den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2005 erhalten. In seinem jüngsten Roman 'Schnee' zeichnet er ein vielschichtiges Porträt der Türkei zu Beginn der 1990er Jahre und seine literarische Analyse der türkischen Machtverhältnisse fällt pessimistisch aus: auf der einen Seite führt Armut und Ohnmacht zum Extremismus, auf Seiten des Militärs dient die Aufrechterhaltung der Ordnung als zynische Rechtfertigung aller eingesetzten Mittel. Auch der ehemals idealistische Dichter Ka ist alles andere als eine Identifikationsfigur.
Doch 'Schnee' ist mehr als ein Polit-Krimi. Mit Kas Scheitern läßt uns Pamuk auch die Verlorenheit des Individuums in einer zerrissenen Gesellschaft erleben. Ein vielstimmiges Buch, ungemein spannend und anregend. (P.Philippi)

Pressestimmen:
"Von Putschisten und Attentätern: Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk verwandelt Zeitungsstoffe in große Romane."
Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung, 04.02.2005

"Wofür sind Emotionen gut, wenn man allein ist?"

Gavalda, Anna: Zusammen ist man weniger allein. Roman.
Aus d. Französ. v. Ina Kronenberger Originaltitel: Ensemble, c'est tout
558 Seiten, kartoniert
Hanser Verlag 2005

ISBN: 3596173035

9,95 EUR

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Eine verrückte Wohngemeinschaft am Fuße des Eiffelturms. Vier Personen suchen ein Zuhause. Vier grundverschiedene Menschen - Camille (26), Philibert (36), Franck (34) und Paulette (83) - wagen einen Neubeginn. Mit Charme und Witz erzählt Anna Gavalda eine Liebesgeschichte, die an "Die fabelhafte Welt der Amelie" erinnert. Ihr Roman beschreibt, sagt sie, den umgekehrten Domino-Effekt: wie einer den anderen aufrichtet und aus dem Schlamassel zieht.

Philibert, von verarmtem Adel, ist zwar ein historisches Genie, doch wenn er mit Menschen spricht, gerät er ins Stottern. Camille, magersüchtig und künstlerisch begabt, verdient sich ihren Lebensunterhalt in einer Putzkolonne, und Franck schuftet als Koch in einem Feinschmeckerlokal. Er liebt Frauen, Motorräder und seine Großmutter Paulette, die keine Lust aufs Altersheim hat. Vier grundverschiedene Menschen einer verrückten Wohngemeinschaft in Paris, die sich lieben, streiten, bis die Fetzen fliegen, und versuchen, irgendwie zurecht zu kommen. Anna Gavalda erzählt vom wirklichen Leben: witzig, charmant und liebevoll.

Kleinanzeigen der 70iger-Jahre-Szene

Werktätiger sucht üppige Partnerin
Die Szene der 70er Jahre in ihren Kleinanzeigen
Franz M. Sonner (Hg.)
Gerhard Seyfried (Illustrator)
144 Seiten, gebunden

Kunstmann Verlag 2005

ISBN 3-88897-393-7

9.90 EUR

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Anders leben, jetzt, nicht irgendwann!
Der große Aufbruch in den 70er Jahren lässt sich nirgends besser nachlesen als in den Kleinanzeigen von damals: ungespritzte Äpfel, Therapiegruppen, Grüße, Kritik, Gibson Les Paul, Kontakte – hier stellt sich die Szene selbst dar, und zwar auf kleinstem Raum.

Diese Kleinanzeigen erzählen großartige Geschichten aus dem ganz normalen Leben und haben eine umwerfende Komik. Damals war natürlich alles ernst gemeint: »Mich würde interessieren, was aus der Hodenwärmer-Clique geworden ist. Wahrscheinlich ist bei der Aktion ja gar nichts rausgekommen. Und warum? Weil Männer immer so theoretisch, abstrakt und wissenschaftlich usw. denken (wollen).« Ja, was ist bloß aus der Hodenwärmer-Clique geworden? Was aus der Männergruppe, die »Frauen zum nachts Nacktbaden« gesucht hat? Fragen, die leider offen bleiben müssen. Aber wunderbar kommentiert werden durch Gerhard Seyfrieds Zeichnungen. (Quelle: Verlag)

100 Jahre Relativitätstheorie

Jürgen Neffe: Einstein.
Eine Biographie.
490 S., Lesebändchen, gebunden


Rowohlt Verlag 2005

ISBN: 3-498-04685-3

22,90 EUR

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Jürgen Neffe erzählt in seiner fesselnden Biographie die Geschichte eines genialen Wissenschaftlers und einer ganzen Epoche des Umbruchs. Denn keiner der Zentralbegriffe der theoretischen Physik - Raum, Zeit, Energie, Masse, Strahlung, Licht – blieb, was er vor Albert Einsteins «annus mirabilis», dem Wunderjahr 1905, gewesen war.

Beschrieben wird das Leben und Wirken eines Mannes, der unser aller Weltbild revolutionierte. Und gefragt wird nach dem Menschen Einstein, der durch sein unkonventionelles Äußeres die Menschen stets besonders faszinierte. Was verbirgt sich hinter dem Mythos Einstein, und welche Bedeutung haben seine Forschungen für unsere heutige Zeit?

Zum Autor:

Jahrgang 1956, Studium zunächst der Physik, dann der Biologie, biochemische Promotion. Zwanzig Jahre Journalist, als Redakteur und Autor bei GEO, als Reporter, Kolumnist und Korrespondent (in New York) beim SPIEGEL. Danach Aufbau und Leitung des Hauptstadtbüros der Max-Planck-Gesellschaft und Mitarbeit im Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Lebt als freier Publizist bei Berlin. Mehrfach preisgekrönt, ausgezeichnet unter anderem mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis.

Goldts Prosa

Max Goldt: Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens
Prosa und Szenen 2002 - 2004. Lesebändchen.
171 S., mit Illustr., kartoniert
2006 Rowohlt TB.
ISBN 3-499-24254-0
ISBN 978-3-499-24254-0

7,90 EUR

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"In Toronto sah ich einen Tischaufsteller für einen Kuchen. Der Kuchen hieß «Fudgy peanut butter clutter». Unter der Abbildung des Gebäcks wartete eine sprachlich reichhaltige Inhaltsangabe auf interessierte Leser: «A dark chocolate cookie crumb crust filled with peannut butter mousse cluttered with milk chocolate chunks, peanuts and crushed peanut cups» - Semikolon! - «topped with a fudge border and milk chocolate drizzle.» Abgesehen von diversen Naturschönheiten und dem Umstand, daß in Kanada auffällig wenig mobil telefoniert wird, sowie abgesehen von der Sitte, in Montreal vor sämtlichen öffentlichen Gebäuden Beete mit grotesk überdimensioniertem Zierkohl anzulegen, und darüber hinaus auch noch abgesehen von der Tapferkeit, mit der die Bewohner von Kingston/Ontario eine nach dem sich rasch aufbrauchenden Niedlichkeitseffekt vermutlich doch sehr scheußliche Eichhörnchenplage ertrugen, also insgesamt gesehen abgesehen von einer ganzen Menge von Dingen, war das Semikolon in dieser Kuchenbeschreibung das einzige, was mich während der Kanadareise wirklich beeindruckt hat. An allem anderen bin ich seitlich dran vorbeigegangen. Das hatte einen Zauber." (Leseprobe)

Portrait
Max Goldt, geboren 1958 in Göttingen, lebt in Berlin. Zuletzt veröffentlichte er den hoch gelobten «Krapfen auf dem Sims» und «Wenn man einen weißen Anzug anhat». Goldt, der seit 1989 Kolumnen für «Titanic» schreit, ist außerdem Musiker und verfasst Hörspiele und Comics. 1997 wurde ihm der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor verliehen, 1999 der Richard-Schönfeld-Preis für literarische Satire.

Ein Traum aus Stein und Federn

Bernieres, Louis de: Traum aus Stein und Federn.
Roman.
Dtsch. v. Manfred Allie u. Gabriele Kempf-Allie
Originaltitel: Birds Without Wings
672 Seiten, kartoniert
Fischer TB 2006

ISBN: 3596166489

9,95 EUR

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In einem atemberaubenden epischen Roman macht Louis de Bernieres eine vergessene Stadt im Südwesten Anatoliens zur Mitte der Welt. Mit schillernden Farben erschafft er einen Kosmos, in dem vor 100 Jahren Türken und Griechen, Christen und Muslime in Frieden nebeneinander lebten. Louis de Bernieres lässt Iskander den Töpfer auftreten, dessen skurrilen Sprichworte als weise gelten, Georgio den Händler, der sein Glück sucht und einen Brunnen stiftet, Rustem Bey, der osmanische Landbesitzer, der eine Frau verliert und in Istanbul eine Mätresse findet, und schließlich die schöne Philotei, an deren Liebe zu Ibrahim sich die Stadt entzweit.

An ihrer Leidenschaft zerreißt das fragile Gewebe aus gemeinsamer Not und karger Freundschaft, aus kleinen Betrügereien und großen Heldentaten. Hatte man bis vor kurzem noch Türkisch mit griechischen Buchstaben notiert, stirbt die Toleranz über Nacht und werden Nachbarn zu Mördern, bis im Untergang des Osmanischen Reiches ganze Völker ihr Land verlieren. Die Stadt wird zerstört und schließlich leben nur noch Eidechsen in den Ruinen. ( Verlagswerbung)

Louis de Bernieres, 1954 in London geboren, wuchs im Nahen Osten auf. Nach Lehr- und Wanderjahren in Lateinamerika lebt er heute als Schriftsteller in London.

Manfre Allie, geboren 1955 in Marburg a. d. L., übersetzt seit fünfzehn Jahren Literatur, u.a. Scott Bradfield, Ralph Ellison, Richard Powers, Yann, Martel und Michael Innes. Er lebt in der Eifel.

Ein Stück bundesdeutscher Geschichte

Christoph Hein: In seiner frühen
Kindheit ein Garten.
Roman

270Seiten, kartoniert
Suhrkamp TB 2006

ISBN: 351845773X

8,90 EUR

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Als der bundesweit gesuchte Terrorist Oliver Zurek in einem Gefecht mit Beamten des Grenzschutzes von einer Kugel tödlich verletzt wird, kommt es zu einem politischen Skandal. Denn die offiziellen Mitteilungen über seinen Tod im mecklenburgischen Kleinen - es ist von Selbstmord die Rede - stimmen nicht mit den Zeugenaussagen überein. Der Fall gerät in die Schlagzeilen, der Innenminister tritt zurück, der Generalbundesanwalt wird in den Ruhestand entlassen. Trotzdem wird das Ermittlungsverfahren wenige Monate später eingestellt.

Olivers Vater aber mißtraut den Behörden. Er macht sich auf, die Wahrheit über den Tod - die Ermordung? - seines Sohnes zu erfahren. Er, der ehemalige Gymnasialdirektor, der zusammen mit seiner Frau in der Nähe von Wiesbaden lebt und der die politische Orientierung und Entwicklung seines Sohnes nie verstanden hat, will nur eines: Gerechtigkeit. Will endlich verstehen, warum Oliver in den Untergrund gegangen und was genau geschehen ist an diesem einen Tag, an dem Oliver im Bahnhof von Kleinen sein Leben verlor. Und je mehr sich Zurek auf die Spur seines Sohnes macht, verändert er sich selbst - und seine Werte, die ihm bis dahin heilig waren.

Eine bizarre Mordserie

Arne Dahl: Tiefer Schmerz
Aus d. Schwedischen v.: Wolfgang Butt.
416 S. kartoniert

Piper TB Verlag 2006

ISBN: 3492246974

8,95 EUR

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Eine lange Nadel steckt in seinem Kopf: Es ist ein kühler, berechnender Mord, der an dem renommierten schwedischen Hirnforscher und Nobelpreiskandidaten verübt wird. Warum aber muß der fast Neunzigjährige auf so qualvolle Weise sterben? Und in welchem Zusammenhang steht sein Tod mit dem einer fürchterlich zugerichteten Leiche, die Paul Hjelm und sein Team im Stockholmer Freizeitpark Skansen entdecken? Es gibt nur eine Spur, die die Ermittler verfolgen können: Epivu. Dieses merkwürdige Wort hat der Tote von Skansen in die Erde gekratzt - und auch das andere Opfer schien diese Buchstaben gekannt zu haben. Eine komplexe Mordserie von internationalen Ausmaßen hält die Stockholmer Sonderermittler um Kerstin Holm und Paul Hjelm in Atem. »Es sind die besten Thriller unserer Tage, die Dahl schreibt«, urteilte Tobias Gohlis in der »Zeit« euphorisch.

Über den Autor:
Arne Dahl ist das Pseudonym des schwedischen Romanautors Jan Arnald, Jahrgang 1963.
Arnald arbeitet für die Schwedische Akademie, die alljährlich den Nobelpreis vergibt, und begann, neben Romanen und Erzählungen Krimis zu schreiben. Nach seinen Bestsellern »Misterioso«, »Böses Blut« und »Falsche Opfer« erschien nun mit »Tiefer Schmerz«, sein vierter Roman um die Ermittler Paul Hjelm und Kerstin Holm.


Mehr über Arne Dahl: www.arnedahl.net

Die Saar im Brennpunkt der Geschichte

Ludwig Linsmayer (Hg.)
Der 13. Januar.

Die Saar im Brennpunkt der Geschichte
(ECHOLOT. Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken, Band 1. Herausgegeben im Auftrag der Vereinigung zur Förderung des Landesarchivs Saarbrücken)

Saarbrücken 2005
336 Seiten, Hardcover, Fadenheftung
Circa 330 Abbildungen

ISBN 3-93 8415-00-2

24,80 EUR

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Der von Ludwig Linsmayer herausgegebene Band untersucht den 13. Januar als ein zentrales Kapitel der saarländischen – und ein wichtiges Datum der deutschen Geschichte mit neuem Fokus. Im Mittelpunkt steht in doppelter Hinsicht die Frage der Gedächtniskultur, die Frage, wie der 13. Januar 1935 im Lichte individueller und kollektiver Erinnerungen zu bewerten ist. Das betrifft zum einen die Schilderung der Medien und Wege, auf denen das Ergebnis der ersten Saarabstimmung memoriert, verarbeitet oder verdrängt wurde.
Der Band beleuchtet aber auch den Saarkampf selbst in der Perspektive der Gedächtniskultur und zeigt, dass sein Ergebnis eher das Resultat der Erinnerung an eine verklärte Vergangenheit als das Produkt einer politischen Zukunftsvision war.

Aus dem Inhalt:

DIE MACHT DER ERINNERUNG
- Bewahrend oder bewegend? Zum Verhältnis von Gedächtnis und Geschichte in den Auseinandersetzungen um den 13. Januar 1935
- Saargeschichte 1918 – 1935. Eine Chronologie
- Metamorphosen der Erinnerung. Wandlungen und Kontinuitäten in der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Verarbeitung der ersten Saarabstimmung zwischen 1935 und 2000. Eine Dokumentation

DIE SPRACHE DER BILDER
- Wie objektiv ist das Objektiv? Das fotografische Gedächtnis der Saarabstimmung
- Stationen einer „Heimkehr“ Mit der Kamera in Dudweiler unterwegs (1933-1935)
- Bilder einer Abstimmung. Dramatische Tage im französischen Fokus

DIE GESICHTER DES ABSTIMMUNGSKAMPFES
- Erleben, Erleiden, Erinnern. Von den kleinen Geschichten historischer Selbstzeugnisse zur großen Geschichte der Saarabstimmung ... und zurück
- Protagonisten der Deutschen Front
- Gegner und Opfer der Rückgliederung

Deutsche Erstausgabe: Gletschergrab

Indridason, Arnaldur: Gletschergrab. Island Thriller
365 S., kartoniert
Bastei Lübbe

ISBN: 3-404-15262-x

7,90 EUR

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Schauplatz des Thrillers: Europas größter Gletscher

Die Eiskappe des Vatnajökull auf Island schmilzt. Die Streitkräfte der US-Basis Keflavik sind in Alarmbereitschaft, denn der Gletscher hütet ein Geheimnis: ein abgestürztes Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg mit brisanter Fracht. Vor der grandiosen Kulisse des ewigen Eises gerät eine junge Isländerin in Lebensgefahr. Sie weiß nur wenig, aber das ist schon zu viel für die Drahtzieher der "Operation Napoleon"...

Jetzt im Tschenbuch: "Alles ist erleuchtet"

Jonathan Safran Foer:
Alles ist erleuchtet

Roman
Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren
384 Seiten, Broschur
Fischer Taschenbuch Verlag

ISBN 3-596-15628-9

9,90 EUR

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Ein junger Amerikaner reist durch die Ukraine. Lebt sie noch, die Frau, die seinem jüdischen Großvater während der Nazizeit das Leben gerettet hat? In einem klapprigen alten Auto macht er sich auf die Suche nach einer gespenstigen Vergangenheit. Zusammen mit einem alten Ukrainer und dessen Enkel Alex, der ein herrliches verballhorntes Englisch spricht. Und dann ist da noch die Promenadenmischung Davis jr.jr.
»Ein urkomisches und tieftrauriges Buch.« Focus


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