Neu im buchladen-Regal: ausgewählte Neuerscheinungen
...denen wir viele LeserInnen wünschen

 

Fabelhafte Welt der Zauberei

Susanna Clarke:
Jonathan Strange & Mr. Norrell.
Roman. Aus d. Engl. v. Anette Grube u. Rebekka Göpfert
1020 S. , kartoniert

Berliner Tschenbuch Verlag 2005
ISBN 3-83330-333-6

14,90 EUR

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Vor vielen Jahrhunderten, als es in England noch Magie gab, war der größte aller Zauberer der "Rabenkönig". Jetzt, am Anfang des 19. Jahrhunderts, ist er nur noch eine Legende, und England glaubt nicht mehr an wirkliche Zauberei. Bis der zurückgezogen lebende Mr Norrell aus Hurtfew Abbey auftaucht und die Statuen der Kathedrale von York sprechen und tanzen lässt. Die Nachricht über dieses Ereignis verbreitet sich, und Mr Norrell geht nach London, um der Regierung im Krieg gegen Napoleon zu helfen. Dort trifft er Jonathan Strange, einen brillanten jungen Zauberer, den er als Schüler aufnimmt. Die beiden begründen eine neue Tradition englischer Magie ...

Unsere Rezension:
Welch ein Bubenstück (oder sollte es eher 'Mädelstück' heißen?) ist der britischen Autorin Susanne Clarke da mit ihrem Erstlingswerk gelungen! Wenn wir den Angaben ihres Verlages Glauben schenken, hat Frau Clarke zehn Jahre lang Kochbücher lektoriert und vielleicht ist sie dabei auf DAS Rezept gestoßen für ein Buch, das ganz anders ist.
Nun hört sich ihr Thema - Zauberei im England der napoleonischen Kriege - nicht unbedingt nach einem vergnüglichen Roman an, (vor allem nicht bei einem Umfang von 1040 Seiten) aber lassen sie sich überraschen.

Gezaubert wird im England des beginnenden 19. Jahrhunderts nämlich nur noch theoretisch: In der mächtigen Gilde der Zauberer streiten notorische Besserwisser über Fragen zu Theorie und Geschichte der Zauberei und finden die Vorstellung, ein Zauberer müsse auch zaubern können so aberwitzig wie die Idee, ein Historiker müsse Geschichte machen. Da treten mit den Herren Strange und Norrell plötzlich zwei praktische Zauberer auf den Plan, die das Theoriegerüst ihrer Kollegen mit lautem Gepolter zum Einsturz bringen.

Mr. Norrell ist ein verschrobener Einzelgänger, der sich nur allzu gerne mit Gaunern und Speichelleckern umgibt. Jonathan Strange dagegen ist ein echter Gentleman, der die Zauberei eher aus einer Laune heraus betreibt. Auch wenn die beiden gemeinsam in den Kampf gegen Frankreich eingreifen und entscheidend zum Sieg über Napoleon beitragen, ist ihre spätere Rivalität unvermeidlich.
Währenddessen versucht der schattenhafte Rabenkönig, ein Vertreter der 'alten' englischen Zauberei, seine sagenumwobene Herrschaft wieder herzustellen, gehasst von Mr. Norrell und mit seltsamer Faszination herbeigesehnt von Jonathan Strange.

Welch eine Leselust, Susanna Clarke durch ihr üppiges Werk zu begleiten. Mit wunderbar englischem Humor erfindet sie Fußnoten, ab- und ausschweifende Anekdoten, läßt ihre Handlung mäandrieren, um uns plötzlich auf die nächste Stromschnelle zuzujagen. Gesellschaftsroman, Gruselgeschichte, Historienschinken: Susanna Clarke bedient sich, wie es ihr gefällt. Hauptsache, es schmeckt. Guten Appetit also! (P. Philippi)

»30 haarsträubende Kurzgeschichten - Unsinn der besten Sorte.«
Max

Funny van Dannen: Der Tag, als Rosie kam
30 Geschichten.
kartoniert, 153 S.

Heyne Verlag
Oktober 2005

ISBN: 3453590074

7,95 EUR

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In Funny van Dannens 30 grotesken Geschichten leben die Dinge wie Menschen. Die Tiere sprechen, Gott hat vergessen, die Arbeitsplätze zu erschaffen, der Kommissar Hansi Blötcontainer ist unterwegs und Joe Bürobedarfski nicht zuhause. Zwischen den Zeilen spürt man bei Funny van Dannen immer die Liebe, die er für seine Kreaturen empfindet. Es sind Geschichten, die zwischen Nonsens und Surrealismus pendeln, im »Swimmingpool der Zeit«, und die von einer Welt erzählen, in der sich die Konturen und Fronten auflösen, Gefühle und Zwänge die schönsten und absurdesten Kapriolen schlagen. (Klappentext)

Extrem laut und unglaublich nah

Jonathan Safran Foer:
Extrem laut und unglaublich nah

Roman
Titel der Originalausgabe: Extremely Loud and Incredibily Close
Deutsch von Henning Ahrends
Mit zahlreichen farbigen und schwarz-weißen Abbildungen
432 Seiten, gebunden
Kiepenheuer & Witsch

3-462-03607-6

22,90 EUR

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Mit der unvergesslichen Geschichte des kleinen Oskar Schell, der am 11. September den Vater verloren hat, zeigt Foer erneut sein literarisches Können. Ein mutiges Buch, gefühlsstark, traurig und komisch zugleich.

Oskar Schell ist neun Jahre alt. Wie er auf seiner Visitenkarte mitteilt, ist er Pazifist, Erfinder, Schmuckdesigner, Tamburinspieler. Vor allem aber ist er tief traurig und verstört über den Tod seines Vaters. Mit dem Tamburin läuft Oskar durch New York, auf der Suche nach einem Türschloss, in das ein geheimnisvoller Schlüssel aus den Hinterlassenschaften des Vaters passen könnte. Auf dieser Odyssee begegnet Oskar, der den Grund für den sinnlosen Tod des Vaters herausfinden will, vielen ungewöhnlichen Menschen und gerät in aberwitzige Abenteuer. Verbunden mit Oskars Geschichte ist die seiner deutschen Großeltern, die nach der Bombardierung Dresdens, gezeichnet von Trauer und Verlust, nach New York geflüchtet sind.
Drei Schicksale, drei Stimmen. Foer gelingt es, das bewegende Schicksal einer Familie darzustellen und zu zeigen, dass Schmerz und Komik, Sprachlosigkeit und Absurdität unglaublich nah beieinander liegen. Der Text ist durchzogen von Bildern, die Oskars Vorstellungen illustrieren und vertiefen. »Extrem laut und unglaublich nah« ist ein literarisches Ereignis. (Verlagswerbung)

Eine wilde Großstadtgeschichte am Polarkreis

Kristof Magnusson: Zuhause

Kunstmann Verlag
August 2005 - gebunden - 314 Seiten

ISBN: 388897402X

19,90 EUR

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Auf Weihnachten in Reykjavik hat sich Larus Ludvigson dieses Jahr richtig gefreut. Er hat ja nichts gegen Weihnachten. Das Problem ist, dass Weihnachten oft etwas gegen ihn hat. Es fängt damit an, dass Larus laut isländischem Melderegister tot ist und deswegen keine Videos ausleihen kann. Und endet damit, als Dagur sich in ihn verliebt und kurz darauf mit seinem Defender in eine Raststätte rast. Selbstmord? Larus hat damit nichts zu tun, kommt aber einem Geheimnis auf die Spur und verwickelt sich in eine Familiengeschichte, die ihn mit seiner isländischen Herkunft auf eine Weise konfrontiert, die er sich nie hätte träumen lassen. Mit großer Leichtigkeit, subtilem Humor und hinreißenden Dialogen erzählt Magnusson eine wilde Geschichte aus dem Großstadtleben am Polarkreis. Fast eine Familiensaga, spannend wie ein Krimi und nebenbei das Portrait einer Generation, die ihr „Zuhause“ erst noch finden muss.

Jetzt im Taschenbuch: Der Schatten des Windes

Carlos Ruiz Zafón:
Der Schatten des Windes

Roman
Aus dem Spanischen von Peter Schwaar
st 3800. 565 Seiten.
ISBN 3-518-45800-0

EUR 9,90

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unsere Rezension:

Selten gibt es Schmöker, die gleichwohl intelligent, kurzweilig und stilvoll sind. Dem Spanier Carlos Ruiz Zafón ist mit "Der Schatten des Windes" ein solcher Treffer gelungen. Welch ein Buch für ein langes Wochenende!

Als der zehnjährige Halbwaise Daniel von seinem Vater mitgenommen wird in das Labyrinth der vergessenen Bücher und er sich dort unter tausenden von Werken eines aussuchen darf, ahnt er nicht, in welch abenteuerliche Verwicklungen er schon bald geraten wird. Auf der Suche nach dem Autor des geheimnissvollen Buches wird Daniel bedroht, belogen und entäuscht und doch kann er nicht ablassen. Auch andere scheinen auf der Suche nach dem verschollenen Autor zu sein und ein Unbekannter forscht fanatisch nach den letzten verbliebenen Exemplaren seiner Werke, um sie zu vernichten.
Je älter Daniel wird, desto mehr gerät er in den Strudel lange zurückliegender Ereignisse und er weiß, dass sein eigenes Leben und seine große Liebe untrennbar mit diesen verknüpft sind.

"Der Schatten des Windes" spielt in in den freudlosen Jahren der Nachkriegszeit im Barcelona des FrancoRegimes. Zafóns großartiger Roman nimmt den Leser mit in die nebligdunklen Winkel Barcelonas, in verlassene Prunkbauten mit vermauerten Zimmern, zu Ehrenhändeln im Morgengrauen, in zugige Cafés und verstaubte Antiquariate. Zafóns literarisches Wechselspiel nimmt Elemente des Kriminalromans, der Schaudernovelle, der Liebesgeschichte und des Entwicklungsromans auf und versteht es, prächtig zu unterhalten. "Der Schatten des Windes" ist Unterhaltungsliteratur auf höchstem Niveau und wurde 2002 von Spaniens Buchhändlern zum "Roman des Jahres" gewählt.
Autoren der Welt: Schreibt mehr solcher Bücher! (P. Philippi)

24 Stunden im Leben des Henry Perowne...

Ian McEwan: Saturday. Roman
kartoniert, 386 Seiten

Diogenes TB Verlag

ISBN: 987-3-257-23627-9

10,90 EUR

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"Clevere Konstruktion, weise, menschlich - und spannend"
Suzi Feary/ The Independent

Henry Perowne, 48, ist ein zufriedener Mann: erfolgreich als Neurochirurg, glücklich verheiratet, zwei begabte Kinder. Das einzige, was ihn leicht beunruhigt, ist der Zustand der Welt. Es ist Samstag, und er freut sich auf sein Squashspiel. Doch an diesem speziellen Samstag, dem 15. Februar 2003, ist nicht nur die größte Friedensdemonstration aller Zeiten in London. Perowne hat unversehens eine Begegnung, die ihm jeden Frieden raubt… (Quelle: Verlag)

Sweet sixteen...

Birgit Vanderbeke: Sweet Sixteen.
gebunden, 144 Seiten

S. Fischer Verlag
Juli 2005 -

ISBN: 3-10-087026-3

16,90 EUR

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„Sechzehnjähriger verschwand am Geburtstag spurlos“, lautet die Schlagzeile. Erst ist es nur einer, dann sind es fünf, und es werden immer mehr. Gibt es einen Zusammenhang? Die Medien werden aufmerksam und versuchen, das Phänomen zu erklären. Doch auch sie stehen vor einem Rätsel. Keine Spuren, keine Bekennerschreiben, keine Lösegeldforderungen. Stattdessen tauchen hellblaue T-Shirts mit der Aufschrift „Free your mind“ auf, und man begreift: diese Jugendlichen sind nicht verschleppt worden. Sie hatten nur keine Lust mehr, sie machen nicht mehr mit, sie sind einfach weg. Quelle: Verlag)

Von Jägern und Gejagten

Tom Franklin: Die Gefürchteten
Roman.
Red. von: Uwe-Michael Gutzschhahn. Aus d. Englischen v.: Wolfgang Müller.

414 Seiten, gebunden

Heyne Verlag März 2005 -

ISBN: 3-453-01210-0

21,90 EUR

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Unsere Besprechung:

Sie mögen Western, aber die Heftchen am Bahnhofs-kiosk genügen Ihren literarischen Ansprüchen nicht? “Die Gefürch-teten” von Tom Franklin wird Sie in dieser Hinsicht nicht enttäuschen, das bezeugen schon die Schreiber-kollegen Philip Roth und Richard Ford auf dem Umschlag. Franklins Stil erinnert wirklich an Cormac McCarthys beste Romane und seine Geschichte um Rache, Schuld und Täuschung ist zudem spannend wie ein Krimi.
Franklins Roman basiert auf einer wahren Begebenheit aus den 1890er Jahren in Alabama, als sich nach dem gewaltsamen Tod eines angesehenen Ladenbesitzers eine Bande bildet, die Rache nehmen will an den vermeintlich Schuldigen. Rohe Gewalt regiert und der alternde Sheriff muss noch einmal in den Sattel steigen. Der 15jährige Mackie ist die zweite Hauptperson des Romans; ein Junge, der all das Morden ausgelöst hat und sich gegen seinen Willen in den Sog der Gewalt hineingezogen sieht.
Schonungslos beschreibt Franklin all das Töten und Sterben und doch ist ihm ein sehr sensibles Buch gelungen. Und genau dies zeichnet eben die klassischen Filmwestern aus. (P. Philippi)

Zorros Geheimnis - wie er zu dem wurde, was er ist

Isabel Allende: Zorro
Roman
Aus dem Spanischen
von Svenja Becker
440 Seiten. Gebunden

Suhrkamp Verlag

ISBN 3-518-41670-7

22,80 EUR

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Geboren im Kalifornien des späten achtzehnten Jahrhunderts, ist Diego de la Vega ein Kind zweier Welten: Sohn eines spanischen Edelmanns und einer indianischen Kriegerin. Der Vater, Herr über eine große Hacienda, lehrt ihn schon früh das Fechten und will in ihm den Erben sehen, die Mutter vermittelt ihm die Traditionen ihres Volkes und den Drang nach Freiheit. Stolz und Wagemut lernt Diego von beiden, und so empört er sich früh über die Greueltaten der spanischen Kolonialherren gegen die Indianer und spürt den inneren Konflikt seiner Abstammung.
Mit sechzehn verläßt Diego die Heimat, um in Barcelona »europäischen Schliff« zu erhalten.
Spanien krümmt sich unter der Herrschaft Napoleons, und schon bald tritt Diego als »Zorro« einem Geheimbund bei, der sich verschworen hat, Gerechtigkeit zu suchen.
Doch ist es nicht allein die Gerechtigkeit, die Diego zu tollkühnen Taten treibt, sondern auch seine unbändige Liebe zu Juliana ...
Bald aber sieht er sich gezwungen, vor politischer Verfolgung und tödlichen Intrigen zu fliehen. Zu Fuß geht es durch Spanien, mit Juliana, deren Schwester und ihrer Gouvernante. Mehr und mehr schlüpft Diego in die Rolle des »Zorro«. Und als solcher kehrt er nach Kalifornien zurück, um mit seinem Degen Gerechtigkeit für all jene einzufordern, deren Kampfesmut schon gebrochen scheint. Ein großer Held ist geboren, die Legende beginnt.

Jetzt im Taschenbuch: Jesus in Texas

DBC Pierre: Jesus von Texas
Roman
Aus dem Englischen von: Karsten Kredel
383 Seiten, kartoniert

Aufbau Taschenbuch Verlag

3-7466-2150-X

8,95 EUR

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Verlagswerbung:

Vernon Little sitzt im städtischen Gefängnis von Martirio, der "Barbequesaucen-Hauptstadt von Texas". Er hat ein ernsthaftes Problem: Sein Kumpel Jesus hat soeben 16 Klassenkameraden ins Jenseits befördert und sich anschließend selbst erschossen. Auf Vernon als dessen einzigen Freund konzentrieren sich nun die gesamten Rachegelüste der Stadt und die Sensationsgier der Medien.
DBC Pierres Debütroman ist mehr als eine Spritztour durch die Welt populärer Kultur, seine literarischen Referenzen finden sich in den amerikanischen Klassikern. Die Fülle an peinigender Ungerechtigkeit, die Vernon widerfährt, erinnert an den "Fänger im Roggen", und die natürliche Unschuld eines Huck Finn wird ebenso zitiert wie die komische Larmoyanz eines Portnoy von Philip Roth.
Auf der Oberfläche ist "Jesus von Texas" ein komischer Roman, der die Sprachblasen einer hysterischen Medienwelt und den Plüschkosmos der Homeshopping-Kanäle parodiert. Doch die Handlung wirft einen Schatten ins Negative und setzt sich dort auf grausame Weise neu zusammen. Hinter der Fernsehkulisse des Geschehens lauert das Dämonische, und Vernon ist der einzige, der es sieht und mit schockierender Lakonie benennt. Nicht er ist ein Killer, sondern er ist umgeben von Mördern und Brandstiftern; nicht er ist das verkommene Subjekt, als das ihn alle diffamieren, sondern er ist der einzig Unschuldige inmitten einer zutiefst verdorbenen Welt, die ihn gekreuzigt sehen möchte.
DBC Pierre hat mit "Jesus von Texas" nicht nur eine brillante Komödie geschrieben, sondern vor allem einen hellwachen Gesellschaftsroman von perfider und unversöhnlicher Klarheit.

Nachdem Peter Warren Finlay zwanzig Jahre lang ein selbstzerstörerisches Leben jenseits aller Legalität geführt hat, zieht er sich nach Irland zurück, um den Roman "Jesus von Texas" zu schreiben. Die Ernsthaftigkeit seiner Wandlung betonend, nimmt er ein Pseudonym an, das für "Dirty But Clean" Peter steht.
"In seinen 42 Lebensjahren hat er es geschafft, von seinem Nachbarn in Mexiko-Stadt angeschossen zu werden, Schulden in Höhe von mehreren hunderttausend Dollar anzuhäufen, drogen- und spielsüchtig zu werden und eine Reihe Frauen zu hintergehen. Außerdem mußte er nach einem furchtbaren Autounfall sein Gesicht chirurgisch wiederherstellen lassen. Zwischendurch versuchte er sich erfolglos als Filmemacher, Schatzjäger, Schmuggler und Graphiker. Jetzt kann er dieser sprachlos machenden Vita den Gewinn des Booker-Preises hinzufügen. Und er kann damit beginnen, seine Gläubiger zu bezahlen, denen er Wiedergutmachung gelobt hat." The Guardian


Jetzt im Taschenbuch: Die Sonne der Sterbenden

Jean-Claude Izzo: Die Sonne der Sterbenden.
Le soleil des mourants.
Aus d. Französischen v.: Ronald Voullie.
207 S., kartoniert

Unionsverlag Taschenbuch
Februar 2005

ISBN: 3-293-20316-7

9,90 EUR

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Unsere Rezension:
1999 ist von Jean-Claude Izzo der Titel „Le soleil des Mourants“ erschienen. Die deutsche Übersetzung „Die Sonne der Sterbenden“ liegt jetzt beim Unionsverlag vor und hat mich sehr fasziniert.
Es ist die Geschichte eines Obdachlosen, der nach dem Tod seines Kumpels in einer Metro-Station in Paris beschließt, in die Wärme des Südens zu fliehen. Auf seiner Reise dorthin begegnet er nicht nur den Erinnerungen an sein eigenes verpfuschtes Leben, er trifft auch auf Menschen, die wie er, alles verloren haben und ohne Hoffnung auf der Straße leben.
Natürlich endet diese Reise in Marseille und obwohl die Geschichte tragisch endet, gleitet sie nie ins Rührselige ab. (M. Klein)

Klappentext:
Als man den Leichnam des Clochards Tit unter der Bank einer Pariser Metrostation findet, zieht dessen einziger Kumpel Rico Bilanz: Sein Leben ist verpfuscht, er ist geschieden, seinen Sohn darf er nicht mehr sehen, die Wohnung hat er verloren. Rico beschließt, vor dem eisigen Pariser Winter in den Süden zu fliehen. Die Menschen, denen er auf dieser Reise begegnet, sind vom Leben gezeichnet: Felix hat zum Beispiel jeden Zeitbegriff verloren. Die junge Mirja aus Bosnien lebt völlig abgebrannt in einem alten Haus und verkauft ihren Körper. In Marseille versucht Rico, Lea wiederzufinden, seine erste Liebe - und schöpft zum ersten Mal wieder Hoffnung.

Jetzt im Taschenbuch: Anonyma - Tagebuchaufzeichungen

Anonyma: Eine Frau in Berlin.
Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945.

282 Seiten, kartoniert
Btb
April 2005

ISBN: 3-442-73216-6

9,00 EUR

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Unsere Rezension:

Eine Frau gebildet und schreibgewandt hat Tagebuch geführt in Berlin während des Zeitraums Ende April bis Ende Juni 1945, dem Übergang von den alten zu den neuen Machthabern. Und sie schreibt sehr persönlich, gleichzeitig aber distanziert und selbstironisch. Das Tagebuch ist ein Dokument eines lange verdrängten Traumas.
Es geht ums Überleben im Kriegsalltag zwischen Hunger, Plünderung und Vergewaltigung: „Was heißt Schändung? Als ich das Wort zum ersten Mal laut aussprach, lief es mir eisig den Rücken herunter. Jetzt kann ich es schon denken, schon hinschreiben, mit kalter Hand. Ich spreche es vor mich hin, um mich an die Laute zu gewöhnen. Es klingt wie das Letzte und Äußerste, ist es aber nicht...Tot und Gefühllos bleiben, solange ich Beute bin.“ Sie 'hält' sich einen russischen Offizier, der sie im Gegenzug vor den Horden bewahrt. Das Unaussprechliche wird Normalität. „Essen anschlafen“ nennen es die Frauen im Keller. Vielleicht ist dies nur nachzuvollziehen für die, die diese Zeit erlebt haben.
Das Buch erschien erstmals 1954 in Amerika, herausgegeben von K.W.Marek (das ist C.W.Ceram) .Erst 1959 erschien es auf deutsch, fand aber wenig Beachtung. Vielleicht ist der derzeitige Erfolg mit dem langen zeitlichen Abstand zum Ende des Dritten Reiches zu erklären. (E. Beth)

Jetzt im Taschenbuch: Die Autobiographie von Sting

Sting: Broken Music. Die Autobiografie
Aus d. Englischen v.: Manfred Allie, Gabriele Kempf-Allie.

360 S., kartoniert

Fischer Taschenbuch Vlg.
Mai 2005

ISBN: 3-596-16249-1

9,90 EUR

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Verlagswerbung:
Sting – die ganze Welt kennt seine Musik: „Message in a Bottle“ und „Every Breath You Take“ finden sich in den Musikboxen rund um den Äquator. Von den ungestüm vorantreibenden Riffs der Police bis zu seinen melancholischen Balladen wurde er zum Troubadour unserer Zeit – und entdeckte auf der Kehrseite der Musik die Welt: Sting erfand das Gewissen des Pop.

In „Broken Music“ erzählt Sting von den Jahren, bevor er zum Star und zur Legende wurde. „Zerbrochene Musik“ hatte seine Großmutter Stings erste Versuche am Klavier genannt, wenn der Junge wild improvisierend die kenternde Ehe seiner Eltern abzuschütteln versuchte. Ungeschützt und offen berichtet Sting von dieser Kindheit, den Lehrjahren des Gefühls, der Trostlosigkeit der Industriestadt, in der er aufwuchs, von seinen Sehnsüchten und dem Fernweh, das ihn aus der Enge befreite und zum Musiker werden ließ. Mit großer Einfühlung und ohne Larmoyanz entwirft Sting das ungeschützte Selbstporträt eines Menschen, der seinen Weg finden muss, das Zerbrochene wieder zu heilen. Sting gelingt dies mit einer atmosphärischen Sprache, die so sinnlich ist wie seine Balladen, so packend und präzise wie seine Riffs. Der Sänger und Musiker ist auch ein großer Erzähler, dessen Geschichte den Leser inspiriert und packt: „das Selbstbild eines Mannes, der mehr ist, als die Summe seiner Talente“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Bullshit Nights

Nick Flynn: Bullshit Nights
Die Geschichte mit meinem Vater.
Originaltitel: Another Bullshit Night in Suck City. A memoir. Deutsch.
Aus d. Englischen v.: Thomas Gunkel.

337 S., gebunden

Mare Buchverlag
März 2005

ISBN: 3-936384-41-X

18,00 EUR

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Tiefer kann man kaum stürzen: Der großmäulige Vater, der sich gerne als Schriftsteller und Politikerfreund ausgibt, trinkt sich in Wahrheit über die Jahre runter: erst Autohändler, dann Taxifahrer, landet er schließlich im Obdachlosenasyl. Der Sohn, auch nicht gerade ein Ausbund an solidem Lebenswandel, versieht in ebendiesem Asyl, einer Arche Noah für alle die, die im Alkohol zu ertrinken drohen, seinen Dienst - und muß den Niedergang des Vaters aus nächster Nähe mit erleben, während er selbst in den Strudeln des Lebensalltags zu versinken droht. Nick Flynn ist dieser Sohn: Ohne Selbstmitleid und in verstörender Aufrichtigkeit erzählt er die Geschichte mit seinem Vater, eine Geschichte, die voller Hoffnung und voller Zukunft ist. Wer etwas erfahren will über die Zwischentöne des Lebens, die den Raum füllen, der auf der einen Seite vom Gelingen, auf der anderen vom Scheitern begrenzt ist, wird dieses Buch lesen.
(Verlagswerbung)


Über den Autor:
Nick Flynn war sechs Monate alt, als seine Mutter seinen Vater verließ. Sie zog ihn und seinen Bruder allein groß. Als Nick 22 war, beging sie Selbstmord. Er flog vom College und lebte abwechselnd in einem alten Warenhaus und auf einem Boot im Hafen von Boston. Mit 27 fand er auf einer Parkbank einen Obdachlosen. Es war sein Vater, den er vor 20 Jahren das letzte Mal gesehen hatte.

Coolhunters

Coolhunters
Jugendkulturen zwischen Medien und Markt
Herausgegeben von Klaus Neumann-Braun und Birgit Richard
289 Seiten., kartoniert

Suhrkamp Verlag
Mai 2005


3-518-45693-8

10,00 EUR

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Jugendliche suchen nach dem Neuen und anderen. Als postmoderne Jäger und Sammler lavieren sie durch die Wirren unserer Gesellschaft und bedienen sich dabei der ästhetischen Codes von Mode, Musik, Werbung und Computerwelt. Doch welche Rolle spielen dabei Medien und Markt für die Entstehung ihrer Identität und Persönlichkeit?
Mit welchen Frauen- und Männerträumen sehen sich Jugendliche in Fernsehen und Werbung konfrontiert? Welchen Zugang zur Wirklichkeit ermöglicht ihnen Popmusik? Was erleben sie beim Chatten im Internet? Was kommunizieren sie über Kleidung und Accessoires, Piercings und Tattoos?
Nicht mit exotischen Subkulturen beschäftigt sich dieser Band, sondern vielmehr mit den ganz »normalen« Jugendlichen: mit ihrer Suche nach dem eigenen Stil und ihrem Streben, »cool« zu werden in einer Erlebniswelt, die von Konsum, Unterhaltung und Lifestyle geprägt ist. (Verlagswerbung)

A long way down

Nick Hornby: A Long Way Down.
Roman.
Aus d. Engl. v. Clara Drechsler u. Harald Hellmann
388 Seiten, kartoniert
KWi 2006


ISBN: 3426615363

8,95EUR

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Vier Menschen auf dem Dach eines Londoner Hochhauses, die sich an Silvester das Leben nehmen wollen, schließen einen Pakt: neuer gemeinsamer Selbstmord-Termin ist der Valentinstag. Es bleiben sechs Wochen, die gemeinsam überlebt werden müssen.

Silvester, auf dem Dach eines Hochhauses: Pech, dass gleich vier Menschen auf die Idee gekommen sind, sich dort das Leben zu nehmen. Da man sich schlecht umbringen kann, wenn einem andere dabei zusehen, steigt die seltsame Gruppe erst mal vom Dach, um das Problem der jüngsten Kandidatin, die nicht weiß, warum ihr Freund sie verlassen hat, zu lösen. Nach und nach erzählen sie sich ihre Geschichten. Da ist die altjüngferliche Maureen, deren Sohn Matty schwerstbehindert ist und die diese Belastung allein tragen muss - da ist Martin, der berühmte Talkmaster, den nach einem Gefängnisaufenthalt niemand mehr auf dem Bildschirm sehen will - Jess, die aufmüpfige Tochter eines Politikers, ist so direkt, dass sie alle vor den Kopf stößt - und JJ, der von seinem besten Freund, dem Sänger seiner Band, im Stich gelassen wurde.
Die vier verabreden, mit dem finalen Sprung bis zum Valentinstag zu warten - und so findet eine Gruppe von Menschen zueinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die einander doch auf wundersame Weise zu helfen wissen.

Hornby at his best - in diesem urkomischen, rasanten und mit schwarzem Humor gespickten Roman beweist Hornby wieder einmal seine ganze Meisterschaft. Leser, freut Euch!

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