Aus dem buchladen-Regal: Bücher
...denen wir viele LeserInnen wünschen

 

Nachtzug nach Lissabon

Pascal Mercier: Nachtzug nach Lissabon.

495 Seiten, kartoniert
Btb

ISBN: 3442734363

9,50 EUR

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Raimund Gregorius, Lateinlehrer, lässt plötzlich sein wohlgeordnetes Leben hinter sich und setzt sich in den Nachtzug nach Lissabon. Im Gepäck: das Buch des Portugiesen Amadeu de Prado, dessen Einsichten in die Erfahrungen des menschlichen Lebens ihn nicht mehr loslassen. Wer war dieser Amadeu de Prado? Es beginnt eine rastlose Suche kreuz und quer durch Lissabon, die Suche nach einem anderen Leben und die Suche nach einem ungewöhnlichen Arzt und Poeten, der gegen die Diktatur Salazars gekämpft hat

Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten

Daniel Kehlmann:
Die Vermessung der Welt

304 Seiten, gebunden
Rowohlt Verlag GmbH
September 2005

ISBN: 3498035282

19,90 EUR

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Unsere Besprechung:

Im Jahr 1828 begegnen sich in Berlin die in die Jahre gekommenen Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß, beide Genies ihrer Zeit. Dies als Ausgangspunkt seines Romans nehmend, erzählt Kehlmann die Lebensgeschichte der beiden Forscher.
Beide machen sich auf unterschiedliche Art daran, die Welt zu vermessen, also die Natur beherrschbar für den Menschen zu machen. Der eine, Humboldt, erforscht den südamerikanischen Kontinent, besteigt Vulkane, kriecht in Höhlen. Der andere, Gauß, verlässt fast nie seine vertraute Heimat, er erforscht die Gesetze der Natur, z.B. astronomische Phänomen, durch theoretische Herangehensweise.
Man muss nicht viel von Mathematik, Astronomie, Geographie verstehen, um den Roman mit Vergnügen zu lesen. Kehlmann verwebt historische Fakten, überlieferte Anekdoten mit Erfundenem, die beiden Figuren werden liebevoll sympathisch be-schrieben, zum Leben erweckt. Gleichzeitig sind die erzählten Be-gebenheiten mit viel Ironie und Sprachwitz versetzt. Sie zeigen die beiden Herren in ihren - mit zu-nehmendem Alter absonderlicher werdenden - Eigenheiten und Schrullen. (A. Mantwill)


Ungewöhnliche Erdbeben erschüttern die Stadt

Jonathan Franzen: Schweres Beben.
Roman
Übersetzt von Thomas Piltz.
688 Seiten, kartoniert

Rowohlt TB Verlag

ISBN: 3499243261

9,90 EUR

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Unsere Besprechung:

Es bleibt nicht aus, dass Jonathan Franzens alter Roman "Schweres Beben" an seinem Meisterwerk "Die Korrekturen" gemessen wird, dessen Leichtigkeit und Formvollendung er leider nicht erreicht. Trotzdem ist "Schweres Beben" (oder "Strong Motion", wie es im Original heißt) ein mehr als lesenswertes Buch.
Schon fast 10 Jahre vor den 'Korrekturen' versteht es Franzen, glänzende Dialoge zu schreiben und gesellschaftliche Zustände und Veränderungen auf den Punkt zu bringen. Sein Humor ist treffend und bisweilen ätzend, seine Helden und Heldinnen sind Menschen mit mehr Schwächen als Stärken, ungeliebt und nicht besonders liebesfähig. Louis Holland, der Held / Antiheld dieses Romans, erinnert schon an Chip Lambert in seiner Selbstüberschätzung und seiner Begabung, im richtigen Moment das Falsche zu tun. Louis' Großmutter ist das einzige Todesopfer bei einem leichten Erdbeben (oder war es doch ihre Vorliebe für teuren Whisky?) und hat der Familie ein beträchtliches Vermögen in Form von Aktien der Firma Sweeting-Aldren hinterlassen. Diese Erbschaft ist der Auslöser für eine Reihe unerfreulicher familiärer Szenen, in denen alte Konflikte aufbrechen.
In dieser Situation lernt Louis die Seismologin Renee Seitchek kennen, die verbissen zu beweisen sucht, dass eine Reihe lokaler Beben durch die illegalen Praktiken einer heimischen Chemiefabrik hervorgerufen werden. Renee verdächtigt ausgerechnet den Chemiekonzern Sweeting-Aldren. Zudem werden die Beben immer heftiger...
Franzen ist ein aufmerksamer Chronist der Zeit und des Zeitgeists, sein Familienroman ist immer auch Ge-sellschaftsroman. Was diesen Autor vielleicht so anziehend macht, ist sein Verantwortungsgefühl für seine Personen: Er lässt seine Figuren leiden, aber er lässt sie auch lernen. (P. Philippi)


Jüdisches Familienleben in der deutschen Nachkriegszeit

Viola Roggenkamp: Familienleben
436 Seiten, kartoniert

Fischer Taschenbuch Vlg.
Dezember 2005 -

ISBN: 3596165911

9,95 EUR

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Hamburg, 1967. Eine alte, abbruchreife Villa im feinen Harvestehude. Fania Schiefer, dreizehn Jahre alt, findet sich nicht zurecht, weder in ihrer deutschen Muttersprache noch in ihrer deutschen Vaterstadt.Ihre jüdische Mutter hat mit Hilfe des Vaters die Nazizeit überlebt. Jeden Montagmorgen wird Paul Schiefer, Vertreter für Brillengestelle, mit Winken und Küssen verabschiedet und jeden Freitag ebenso überschwenglich von seiner Frau , den beiden Töchtern und seiner Schwiegermutter wieder empfangen. Während der Woche wacht Alma Schiefer liebevoll-unerbittlich über das Leben ihrer Familie, in der Weinen und Lachen, übergroße Nähe und der Wunsch nach Trennung miteinander verknüpft sind. Aus der Enge und Verzauberung der familiären Innenwelt findet die Ich-Erzählerin Fania leise ihre Spur nach draußen.

"Familienleben" ist der erste Roman der Publizistin Viola Roggenkamp. Ein sensibles Zeitbild, in dem - hierzulande zum erstenmal - gezeigt wird, wie in der deutschen Nachkriegsgeschichte jüdisches Familienleben, unbemerkt von der Außenwelt, weiterlebt. Ein großer Roman, sinnlich-soghaft und mit jüdischem Witz erzählt.


Krimi: Der zweite Saarland-Krimi von Martin Conrath

Martin Conrath: Das schwarze Grab
'Saarland Krimi'.

387 Seiten, kartoniert

Emons Verlag
November 2005 -

ISBN: 3897054035

9,00 EUR

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Bremer ermittelt wieder: Tod in der Tiefe

Kaum ist Kriminalhauptkommissar Martin Bremer aus dem Genesungsurlaub zurück, wird in dem Grubenort Göttelborn eine junge Frau tot aufgefunden. In ihrem Kopf steckt das "Eisen", ein altes Bergmannswerkzeug. Bald scheint der Fall klar: Es war eine Beziehungstat.
Derweil wird die Schließung der Grube Göttelborn mit einer Beerdigungsfeier auf 800 Meter unter der Erde besiegelt. Die Gäste fahren in die Tiefe - einer davon mit dem Vorsatz zu töten. Erst als die tödliche Falle schon zugeschnappt ist, erkennt Kommissar Bremer die Zusammenhänge und kann ein folgenschweres Attentat nicht mehr verhindern.

"Meine Herren, das Schwarze Gold. Da liegt es und wird dort die nächsten einhundert Jahre auch liegen bleiben, so wie es aussieht. Was für ein Jammer."
"Pst!" Bellorz war stehen geblieben und lauschte, die anderen folgten seinem Beispiel. Wie Tiere standen sie da und witterten.
"Metall auf Metall", flüsterte Bremer.

Familiengroteske im Herrenhaus

Paul Murray: An Evening of Long Goodbyes
Roman.
Originaltitel: An Evening of Long Goodbye.
Übersetzt von Wolfgang Müller.
572 Seiten, gebunden

Antje Kunstmann Verlag

ISBN: 3888974046

24,90 EUR

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Unsere Besprechung:

Im Mittelpunkt steht Charles Hythloday, ein selbstzufriedener, verwöhnter, etwas trotteliger Ire, der sich auf elegante Art dem Nichtstun in aristokratischem Ambiente hingibt. Allerdings gerät seine Welt ins Wanken: seine Schwester bringt ihren proletarischen Freund ins Haus, seine Haushälterin verhält sich eigenartig, die Lebenshaltungskosten steigen unerklärlich, die Bank will den Besitz pfänden - man wähnte sich anscheinend nur wohlhabend. Und dann kommt seine verwitwete Mutter zurück aus der Anstalt und wirft ihn aus dem Haus...
Die ganze Handlung zu beschreiben sprengt den Rahmen, kurzum: Charles landet in einem runtergekommenen Viertel, ausgerechnet beim Prolofreund der Schwester, er muss sich Arbeit suchen... etliche Verwicklungen nehmen ihren Lauf. Murray erzählt hier eine fulminante Geschichte, sie sprudelt nur so von slapstickartigen Szenen (Monthy Python lässt grüßen). Die Komik gewinnt die Geschichte u.a. durch die Diskrepanz der Wahrnehmung von Seiten Charles, seine fast trottelig naive Einschätzung der Dinge entspricht nicht der harten Wirklichkeit (lässt hier Mr. Bean grüßen?) und so gerät er in groteske Situationen.
Obwohl man/frau am Ende fast ermattet im Lesesessel zurücksinkt ob der Menge an sprühenden überbordenden komischen Szenen, es bleibt: dieser Roman ist vergnüglicher, britischer Humor vom Feinsten.
P.S. „An Evening of Long Goodbyes“ ist der Name eines Hundes, der bei einem Hunderennen eine Rolle spielt... (A. Mantwill)

I'm a loser baby

Ethan Coen: Falltür ins Paradies
Stories.
Originaltitel: Gates of Eden.
Übersetzt von Detlev Ullrich.

Kein + Aber
April 2005 - gebunden
- 254 Seiten

Sofort lieferbar

17,90 EUR

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Unsere Besprechung:

Sie scheinen es einfach nicht in den Griff zu bekommen - ihr Leben. Das haben sie alle gemein, die tragischen Helden der Coenschen Kurzgeschichten. Dafür läufts aber doch ganz gut, würden sie sagen. Und wir wissen nicht, ob sie Recht haben, nur, dass es den eigenartig schwarzen Humor dieser Stories beschreibt.
Ethan Coen, der mit seinem Bruder in so schönen Filmen wie Barton Fink, Fargo, oder The Big Lebowski ein eigenes bizarres Universum hat erstehen lassen, überlässt die Bilderproduktion nun dem Leser, und erzählt so eindringlich und farbig, dass wir sie tatsächlich alle vor uns sehen: die sich sehr durchtrieben gebenden und wenig cleveren Ganoven, die rührend albernen Ehrenmänner auf verlorenem Posten, die taumelnden Gestalten seiner Geschichten.

Der Highschool-Absolvent, der unbedingt einem Büroleben entgehen will, sich als Boxer verprügeln lassen muss und als gedungener Schnüffler durchaus noch Schlimmeres erlebt.
Der einohrige und vorübergehend taube Privatdetektiv, der es nicht leicht hat mit seinem ignoranten Therapeuten und bei einem blinden Kunden endgültig die Nerven verliert.
Der Vater, der sich nach einem ganz und gar verunglückten Ausflug mit seinen beiden Söhnen -sie betrachtend- fragen muss: ´Was wollten sie von ihm, wer waren sie?´
Doch wenn sich alles sehr schnell auf das schrill comic-hafte zubewegt, lässt Coen Pausen und Raum entstehen für umwerfend zarte Zwischentöne und unerwartete Psychogramme.
Seine melancholischen Helden aber ereilt das Schicksal; sie müssen die Story -und uns- meist vor der Zeit verlassen, denn eins ist Coen-Country ganz sicher nicht: der Ort für Happy Ends. (F. Peters)

Krimi: kurzweilig und aufklärerisch zugleich

Elisabeth Herrmann: Das Kindermädchen.

360 Seiten, gebunden

Rotbuch Verlag

ISBN: 3-434-53138-6

19,90 EUR

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Elisabeth Herrmann greift ein sehr ernstes Thema auf – die Geschichte der ukrainischen Kindermädchen, die während des Faschismus in deutschen Haushalten als Zwangsarbeiterinnen für die Betreuung der Kinder verantwortlich waren. Mit großer erzählerischer Kunst entsteht eine deutsche Familiengeschichte vor dem Hintergrund eines verblüffend genauen Porträts des heutigen Berlin mit all seinen Eigenarten und Widersprüchen. (Verlagswerbung)

„Ein politischer Kriminalroman mit hohem Unterhaltungswert. Wunderbar!“ (Andrea Fischer im 'Tagesspiegel')

Dem Reichtum ins Gewissen reden

Carl Amery (Hrsg.): Briefe an den Reichtum

269 Seiten, gebunden
Luchterhand Literaturvlg.

ISBN 3-630-87186-0

18,00 EUR

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13 prominente Theoretiker und Autoren von Oskar Negt über Hermann Scheer und Rupert Neudeck bis Andreas Eschbach reden dem Reichtum ins Gewissen. 13 Briefe an den ledermann, der ein Bankberatungsgespräch über sich ergehen lassen muß, an Oliver Kahn, an Silvio Berlusconi, an Vodafone-Gent und Siemens-Pierer, oder an die Erbin, die von ihrem Reichtum traumatisiert ist. 13 Briefe - Anklage, Aufbegehren und Standortbestimmung: wie es sich verhält mit dem Reichtum in unserer Republik.

Während es über die Probleme der Armut jede Menge Diskussionen gibt, ist es dem Reichtum gelungen, inmitten unserer Gesellschaft sozusagen als verschleiertes Idol zu existieren. Dank der PR-Offensive des Kapitalismus, die jede genauere Nachfrage als Sozialneid disqualifiziert, gibt es überraschend wenig zuverlässige Informationen über Art und Umfang des Reichtums. Die »Briefe an den Reichtum« lüften ein paar Zipfel dieses Schleiers. Die Motivation der Absender ist kein Sozialneid, aber Zorn.
Zorn insbesondere, wenn der Brief an die neue Geldaristokratie gerichtet ist. Dieser neue Geldreichtum, der flexibelste und unpersönlichste der Geschichte, hat ältere, oft prunkvollere, aber weniger ertragreiche Formen des Reichtums wie etwa den Grundbesitz an den Rand gedrängt und bildet als »Herz der Finsternis« den Kern des Buches. Aber um ihn herum ist eine Girlande von weiteren Briefen angeordnet, von Grundkursen in Geldwirtschaft bis zu Möglichkeiten der Therapie von der Unbill des Reichtums. Damit kann das Gespräch über den Reichtum in einer neuen Atmosphäre fortgeführt werden, ohne Angstgeruch und ohne Ergebenheit.

»Unter den Absendern«: Andreas Eschbach, Margit Kennedy, Frieda Meissner- Blau, Oskar Negt, Rupert Neudeck, Hermann Scheer, Harald Schumann.
»Unter den Empfängern«: Silvio Berlusconi, Mr. Gent, Herr v. Pierer, Oliver Kahn, Baron v. Oppenheim, Alberto Vilar, Carl Christian von Weizsäcker.

Großmama nimmt kein Blatt vor den Mund

Irene Dische: Großmama packt aus
Übersetzt von Reinhard Kaiser.
368 Seiten, kartoniert

DTV 12/06

ISBN: 3423135212
EAN: 9783423135214

9,50 EUR

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In einer rasant erzählten, ebenso komischen wie furchtlosen Familiensaga verleiht Irene Dische ihrer Großmutter eine ganz eigene Stimme. Die gute Katholikin Elisabeth Rother kennt kein Tabu, ganz egal, ob es sich um ihr Ehebett, um die Juden, um den Lieben Gott oder um die Gestapo handelt. Allerdings gibt es keine Katastrophe, nicht einmal die Flucht nach Amerika oder der Zweite Weltkrieg, die sie so sehr beschäftigt wie ihr weitverzweigter Clan.

Irene Dische löst auf virtuose Weise ein ewiges Problem der Literatur: das der Autobiographie. Bekanntlich verstrickt sich jeder in ein Lügenknäuel, der sein eigenes Leben beschreiben will. Aus diesem Dilemma befreit sich die Autorin, indem sie sich dem gnadenlosen Blick ihrer überlebensgroßen Großmama aussetzt. "Großmama packt aus" ist eine anrührende und tragisch-komische, deutsch-jüdische Geschichte aus dem schrecklichen Zwanzigsten Jahrhundert. (Verlagswerbung)

Warum gehen Gesellschaften unter? Warum überleben sie?

Jared Diamond: Kollaps
Warum Gesellschaften überleben oder untergehen.
Übersetzt von Sebastian Vogel.
728 Seiten, kartoniert
Zahlreiche Ktn., Bildteil, 24 S.

Fischer TB

ISBN: 3596167302

9,95EUR

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Was führt zum Untergang von Imperien? Was können wir aus den Antworten lernen?

Der Untergang beginnt immer gleich: Klimakatastrophen, Raubbau an der Umwelt, rapides Bevölkerungswachstum, politische Fehleinschätzungen. Was versetzt unserer heutigen Welt den Todesstoß? Warum sind frühere Gesellschaften wie die Mayas und Wikinger zugrunde gegangen, während andere sich behaupten konnten? Der Bestseller-Autor Jared Diamond geht diesen brennenden Fragen auf den Grund. Basierend auf neuesten Forschungen, zeigt er am Beispiel Chinas, Australiens und Afrikas, was wir tun müssen, um die ökologische Selbstzerstörung und unseren eigenen Untergang zu vermeiden.

Eliteaufzuchtsanstalt

Kazuo Ishiguro: Alles, was wir geben mussten
Übersetzt von Barbara Schaden.
348 Seiten, gebunden

Btb Verlag

ISBN: 3442736102
EAN: 9783442736102

9,00 EUR

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Betrogen um die Unbeschwertheit der Kindheit

Ein Speisesaal, ein Sportplatz und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen - auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so freundlich und engagiert sie auch sind, heißen hier »Wächter« und lassen die Kinder früh spüren, dass ihnen ein besonderes Schicksal auferlegt worden ist. Diese Gewissheit verbindet Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe - bis für zwei von ihnen das Ende naht.
Ein anrührendes und ungewöhnlich spannendes Meisterwerk über Menschen, deren Leben auf beklemmende Weise vorherbestimmt ist.

Der Schrecken nach dem Ende

Zeruya Shalev: Späte Familie
Roman
Originaltitel: Mischoacha me¿ucheret.
Übersetzt von Mirjam Pressler.

352 Seiten, gebunden

Berlin Verlag 2005

ISBN: 3827004748

22,00 EUR

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Der Schrecken nach dem Ende

Das Scheitern der Ehe vollzieht sich oftmals lang-sam und schleichend, wie eine allmähliche Vergif-tung. In Zeruya Shalevs neuem Roman beschließt eine Frau, diesem quälenden Prozess ein jähes Ende zu setzen. Von einem Tag auf den andern trennt sie sich von ihrem Mann und bleibt mit ihrem ge-meinsamen Kind zurück. In der plötzlichen Einsam-keit weicht die anfängliche Erleichterung bald tiefer Verunsicherung...Dies ist der Roman einer Krise, einer existentiellen Bruchstelle im Leben einer selbständigen, selbstbe-wussten Wissenschaftlerin. In einer schmerzlichen, den Leser tief aufrührenden Entwicklung, erwächst aus der emotionalen Grenzerfahrung aber auch Hoffnung und Erkenntnis: Man kann einen Men-schen, mit dem einen das eigene Kind verbindet, nie ganz verlassen.

Beschreibung der Himmelskörper

Dava Sobel: Die Planeten
Originaltitel: The Planets.
Mit zahlreiche Abbildungen.
Übersetzt von Thorsten Schmidt.
268 Seiten, gebunden

Berlin Verlag

ISBN: 3827002672

19,90 EUR

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Eine Sternenreise der besonderen Art

Dava Sobel ist sich ihrer Art, Wissenschaft erzählerisch und packend zu vermitteln, treu geblieben. In einem historischen Moment, da Astronomen den Blick in unvorstellbar weit entfernte Sphären richten und dabei auf unzählige weitere Sonnensysteme stoßen, zeigt Sobel, welch lange und bedeutungsvolle Beziehung uns Menschen mit den Planeten unseres eigenen Sonnensystems verbindet.

Wer nach den Sternen fragt, so die Botschaft dieses Buches, wird am Ende immer wieder auf der Erde landen. Denn die Geschichte der neun Planeten und ihrer Sonne ist nicht nur die Geschichte der Menschen, die sie entdeckt und erforscht haben, sie handelt auch davon, wie wir Menschen seit jeher versucht haben, ihnen in Mythologie, Kunst und Literatur eine Bedeutung zuzuschreiben.

Groteske eines manipulierten Künstlerlebens

Joey Goebel: Vincent
Originaltitel: Torture the Artist.
Übersetzt von Hans M. Herzog u.Matthias Jendis.

431 Seiten, gebunden

Diogenes Verlag
September 2005

ISBN: 3257064853

19,90 EUR

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Durch Leid zu großer Kunst

Ein alter, todkranker Mann: Foster Lipowitz hat ein Medienimperium geschaffen, den Markt mit sinnfreien Popsongs, miesen Filmen und zynischen Fernsehserien überschwemmt – und damit ein Vermögen verdient. Er bereut, was er der Kultur angetan hat, und will am Ende seines Lebens der Menschheit etwas Gutes tun. Ein Plan: In den Kornfeldern des Mittleren Westens gründet Lipowitz eine Schule, auf der hochbegabte Kinder zu echten Künstlern erzogen werden sollen. Und da er weiß, daß Kunst von Kummer kommt, sorgt er dafür, daß seine Schüler davon nie zu wenig haben. Ein dunkler Schutzengel: Um die schmutzige Arbeit kümmern sich ›Beschützer‹, die den Schülern zugewiesen werden. Wie etwa Harlan, ein von der Branche enttäuschter Ex-Musiker. Und er nimmt seine Arbeit sehr ernst. Ein Opfer: Vincent Spinetti, der talentierteste Schüler von allen. Dank Harlans unablässigen Bemühungen, Vincents Leben mit Katastrophen anzureichern, erfüllt das Genie alle Erwartungen. Je tiefer Vincent im Kummer versinkt, desto höher seine Kunst. Eine unwahrscheinliche Freundschaft: Kaum zu glauben – im Laufe der Jahre werden Vincent und Harlan Freunde. Aber Vincent weiß nicht, was Harlans Auftrag ist… Ein Autor mit einer einzigartigen Stimme, der spielend den Spagat schafft zwischen Leichtsinn und Schwermut, zwischen Satire und Poesie. (Verlagswerbung)

Ein Mörder spielt ein raffiniertes Spiel

Anne Holt: Was niemals geschah
Originaltitel: Det som aldri skjer.
Übersetzt von Gabriele Haefs.

384 Seiten, gebunden

Piper Verlag GmbH

ISBN: 3492047629

19,90 EUR

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Ein Mörder, der sein raffiniertes Spiel spielt. Eine Mordserie, die es schon einmal gegeben hat – ein meisterhaftes Buch und viel mehr als ein Kriminalroman. Anne Holt erkundet die Abgründe menschlicher Eitelkeit.

Ihr Kriminalroman In kalter Absicht brachte Anne Holt den großen internationalen Durchbruch. Nun stellt sie den zweiten, so subtilen wie spannungsreichen Fall mit Kommissar Yngvar Stubø und der Psychologin Inger Johanne Vik vor: Das erste Opfer, die populäre Talkmasterin Fiona Helle, verblutet mit abgetrennter, gespaltener Zunge. Die Botschaft könnte nicht deutlicher sein: Fiona Helle war eine Lügnerin. Kommissar Yngvar Stub¿, der sich noch im Vaterschaftsurlaub befindet, nimmt zunächst den Fall nicht ernst und entscheidet, daß sein Neugeborenes wichtiger ist als ein neuer Mordfall. Aber dann gibt es ein zweites Opfer. Diesmal ist es Vibeke Heinerback. Als Führerin einer rechtspopulistischen Partei feierte sie einen Erfolg nach dem anderen, jetzt hängt Vibeke gekreuzigt an der Schlafzimmerwand, zwischen ihren Beinen eine Ausgabe des Korans. Fieberhaft beginnt Yngvar Stubø zu ermitteln: Hat er es mit einem biblischen Rächer zu tun? (Verlagswerbung)

Jetzt im Taschenbuch: Der Klang der Zeit

Richard Powers: Der Klang der Zeit
Originaltitel: The Time of Our Singing.
'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Übersetzt von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié.

764 Seiten, Taschenbuch

Fischer Taschenbuch - Oktober 2005 -

ISBN: 3596159717

9,95 EUR

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Richard Powers erzählt in Der Klang der Zeit die weit angelegte Geschichte voll Anmut und Schönheit über eine Familie mit zwei Hautfarben und einer Leidenschaft: Ein cinematographischer Roman über Amerikas jüngste Vergangenheit, über die Lüge, auf der seine Gegenwart baut, und eine einzigartige Liebeserklärung an die Musik.

In einem Roman mit großen Figuren, farbigen Dialogen und vor dem Tableau der Rassenunruhen der letzten Jahrzehnte erzählt Richard Powers die Geschichte einer Familie mit zwei Hautfarben - die eines vor den Nazis geflüchteten jüdischen Wissenschaftlers und einer Afroamerikanerin. Sie vertrauen auf den amerikanischen Traum, dass sich jeder selbst neu erfinden kann. Doch wie eine Melodie sich nur in der Zeit der Musik entfaltet, entgeht keiner der Geschichte seiner Gegenwart: Die Musik mag Zuflucht sein vor der Frage nach der Hautfarbe, doch schließlich droht die Familie an ihr zu zerbrechen.

unsere Rezension:

Richard Powers erzählt in seinem fast achthundert Seiten starken Epos die Geschichte einer Familie mit zwei Hautfarben vor dem Hintergrund der Rassenunruhen und dem Kampf der Schwarzen um Gleichberechtigung im vergangenen Jahrhundert: Am Ostersonntag 1939 treffen sich bei einem Freiluftkonzert die schwarze Sängerin Delia Daley und der jüdische Physiker und deutsche Emigrant David Strom. Sie verlieben sich, heiraten gegen den Widerstand ihrer Umgebung und bringen zwei Söhne und eine Tochter zur Welt. Ihren Kindern bringen sie bei, dass sie zu keiner Rasse gehören, sondern einfach sie selbst sind, sie schirmen sie vor der Welt ab, unterrichten sie zu Hause und mit Hilfe der Musik bauen sie ein Universum, das alle Dissonanzen der Welt fernhalten soll.
Jonah, der älteste Sohn, hat eine Stimme, die Menschen zu Tränen rührt, sein Bruder Joseph, der die Familiensaga im Buch erzählt, steht in seinem Schatten und begleitet ihn über viele Jahre am Klavier. Nur die Schwester, Ruth, verachtet die weiße Musik ihrer Eltern und beginnt den Kampf gegen die weiße Vorherrschaft. Sie geht mit ihrem Mann zu den Black Panthers und verschwindet im Untergrund.
Natürlich geht die Rechnung mit der Musik, die alle Schranken überwindet, nicht auf und während Jonah, der Mischling, vor weißem Publikum singt, brennen draußen die Ghettos, werden Schwarze verprügelt, gibt es Rassenkrawalle und Attentate, hilft der Vater bei der Entwicklung der Atombombe.
Auch wenn ich an einigen Stellen passen musste, weil ich den vielen Exkursen in die Welt der klassischen Musik, der Physik und den Erörterungen über die Zeit nicht immer folgen wollte und konnte, ich finde, dem Autor ist ein großartiger Roman gelungen und die deutsche Übersetzung ist hervorragend geglückt. (M. Klein)

Leben macht müde

Jean-Claude Izzo: Leben macht müde
Originaltitel: Vivre fatigue.
Illustriert von Joelle Jolivet.
Übersetzt von Roland Voullié.

102 Seiten, gebunden

Unionsverlag

ISBN: 3293003508

12,90 EUR

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»Ich trank mein Glas mit einem Zug leer und stand auf. Ich hatte Lust, mich in Marseille zu verlieren. In seinen Gerüchen. In den Augen seiner Frauen. In meiner Stadt.«

Es sind die kleinen Leute – Prostituierte, Matrosen, Hafenarbeiter, illegale Einwanderer –, die sich in diesen sieben Geschichten mit den großen Fragen des Daseins konfrontiert sehen: »Die Angst. Das Leben selber.«
So einfach diese Fragen auch zu sein scheinen, so kompliziert sind die Antworten. In den Geschichten geht es um die Suche nach dem unfassbaren Glück und um die Hoffnung, in der Liebe zu sich selbst zu finden. Sie handeln von der Sehnsucht nach Geborgenheit und schließlich dem Tod, der alle Pläne durchkreuzt. Leben macht müde, denn »je weiter man zum Ende der Dinge kommt, umso mehr verschwimmt der Unterschied zwischen Glück und Unglück« (Verlagswerbung)

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