Aus dem buchladen-Regal: ausgewählte Neuerscheinungen
...denen wir viele LeserInnen wünschen

Swarup: Rupien, Rupien!   Ramsland: Hundsköpfe   Rahmstorf: KLimawandel   Auster: Brooklyn-Revue   Zaehringer: Als ich schlief   Schulz: Das Ouro-Orakel   Durlacher: Emoticon   Peper: Visions of Hanna   Hein: Herr Jensen steigt aus   Duncker: Miss Webster und Cherif   Schenkel: Tannöd  
 

Ein Roman aus dem modernen Indien

Vikas Swarup: Rupien! Rupien!
Originaltitel: Q & A.
Übersetzt von Bernhard Robben.
344 Seiten, kartoniert

KiWi Taschenbuch 2006

ISBN: 3-462-03738-2

8,95 EUR

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»Sind Sie absolut und hundertprozentig sicher?«

Warum sitzt ein armer Kellner im Gefängnis? Er hat
a) zu viel Whisky getrunken
b) Geld aus der Kasse geklaut
c) sich mit einem Kunden geprügelt
d) in einer Quizshow gewonnen

Ram Mohammed Thomas wurde verhaftet. Und das, weil er zwölf Fragen in der Quizshow Wer wird Milliardär? richtig beantwortete. Keiner kann sich vorstellen, dass ein Waise, der nie in seinem Leben eine Schule besucht oder eine Zeitung gelesen hat, weiß, wie der kleinste Planet unseres Sonnensystems heißt oder welche Stücke aus der Feder Shakespeares stammen. Er muss also ein Betrüger sein.

Gemeinsam mit einer Anwältin, die wie die gute Fee aus dem Märchen im Gefängnis erscheint und Ram helfen will, schaut er sich die Videoaufzeichnung der Quizshow an, und Ram erzählt ihr und dem Leser aus seinem unglaublichen Leben. Nach und nach wird klar, warum er die richtigen Antworten wusste. Als Baby aus einer Mülltonne gerettet, von einer Pflegefamilie und dann von einem Priester aufgenommen, später Diener bei einem australischen Colonel, Kellner und phantasiebegabter Touristenführer am Taj Mahal – Rams unerschütterlicher Überlebensinstinkt zeigt sich im Leben wie im Quiz. (Verlagswerbung)

Morten Ramsland: Hundsköpfe

Morten Ramsland: Hundsköpfe.
Roman
Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg.

480 Seiten, gebunden

Schoeffling + Co. September 2006

ISBN: 3895614203

24,90 EUR

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Eine mitreißende Geschichte über Liebe und Albträume, Sehnsüchte, Demütigungen und Fragen

Trunkenbolde, Schmuggler, Raffzähne: Seine Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen.Als Großmutter Bjork ein letztes Mal die in alle Winde verstreuten Verwandten um sich versammeln möchte, kehrt Asger Eriksson nach Dänemark zurück. Ehe er sich versieht, wird er zum Erzähler einer vor unerhörten, komischen wie tragischen Ereignissen überschäumenden Familiensaga, bevölkert von bunten Gestalten. Da ist Großvater Askild, Schiffsingenieur, Schmuggler und talentloser Freizeitmaler, der seine Familie mit trotziger Strenge zu beherrschen versucht. Bjork, die unermüdliche Anekdotensammlerin mit einer Schwäche für Konservendosen voll "frischer Luft aus Bergen". Asgers Vater Niels, genannt Segelohr, der endlose Kolonien von Ungeheuern an die Wände zeichnet und mit seinen enorm großen Ohren unglaubliche Dinge hören kann. Und schließlich Asger selbst, den seit seiner Kindheit eine furchtbare Angst vor der Kellertreppe quält: Unten im Dunkeln, da lauert der Hundskopf, "und der ist sehr gefährlich."

Der Klimawandel

Stefan Rahmstorf, Hans-Joachim Schellnhuber: Der Klimawandel
144 Seiten, 20 Abb., kartoniert

Beck C. H. Verlag


ISBN: 3406508669

7,90 EUR

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Der Klimawandel ist – nicht zuletzt nach der Katastrophe von New Orleans – in aller Munde. Angesichts seiner einschneidenden und globalen Bedeutung für Natur und Zivilisation ist das kein Wunder. Doch was ist eigentlich unter Klimawandel zu verstehen, und welche Faktoren sind für das Klima verantwortlich? Zwei renommierte Klimaforscher geben einen kompakten und verständlichen Überblick über den derzeitigen Stand unseres Wissens und zeigen Lösungswege auf.

Aus dem Inhalt:

1. Aus der Klimageschichte lernen

2. Die globale Erwärmung

3. Die Folgen des Klimawandels

4. Klimawandel in der öffentlichen Diskussion

5. Die Lösung des Klimaproblems

Paul Auster: Die Brooklyn - Revue

Paul Auster: Die Brooklyn - Revue
Übersetzt von Werner Schmitz.
352 Seiten, gebunden

Rowohlt Verlag
März 2006 -

ISBN: 3498000667

19,90 EUR

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Unsere Empfehlung

Die Kritiker ließen nicht viel Gutes an Paul Austers Roman. Ich denke, sie haben Auster nur übel genommen, dass es nicht so tragödelt in seinem neuen Buch. Diese Geschichte ist eine altersmilde Revue menschlicher Irrungen und Wirrungen, die sich (fast) alle auf magische Weise zum Guten fügen.
Austers altbekanntes Spiel aus Schicksal und Zufall neigt sich diesmal zum Positiven und wenn sein Held Nathan Glass 59jährig und nach überstandener schwerer Krankheit nichts mehr vom Leben erwartet, so muss er sich eines Besseren belehren lassen.
In Brooklyn trifft Nathan auf seinen Neffen Tom, einen ehemals vielversprechenden jungen Mann, der nun etwas abgehalftert wirkt. Doch Tom ist nur der erste auf einer langen Liste von alten und neuen Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern, die Nathans Weg kreuzen und in deren Leben Nathan eingreift.
Nur ganz am Ende des Romans, als Auster seinen Helden dem Tod noch einmal ein Schnippchen schlagen lässt, scheint den Autor der Mut ob so viel glücklicher Fügungen zu verlassen: Die "Brooklyn Revue" endet am Morgen des 11. September 2001. (P.Philippi)

Norbert Zähringer: Als ich schlief

Norbert Zähringer: Als ich schlief

286 Seiten, gebunden

Rowohlt Verlag
März 2006

ISBN: 3498076655

19,90 EUR

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Unsere Empfehlung:

Norbert Zähringer ist ein junger deutscher Autor, der sich in Cowboystiefeln aufs Hochseil wagt. Er macht einen Knicks dort oben, schwenkt seinen Hut, dass man denkt, er stürzt jeden Moment ab. Tut er aber nicht.
“Als ich schlief” ist ein Hochseilakt; Nachdem der Held am Rand einer Berliner Demo von einem Pflasterstein (oder doch einem Polizeiknüppel?) getroffen wird, sinkt er in ein jahrelanges Koma. Dennoch erzählt er uns, wie es weitergeht mit seinen Freunden und Bekannten und nebenbei die Geschichte seines Großvaters, eines Kriegsverbrechers, der in der amerikanischen Weltraumforschung landete.
Zähringers Geschichte steckt voller Seltsamkeiten: ein Junge stürzt vom Himmel, ein Affe entwickelt erstaunliche Intelligenz und Zielstrebigkeit, ein Schnitzel-Millionär schreibt einen Ratgeber zum idealen Leben. Was wie Zufall wirkt, folgt in Zähringers Buch einem geheimen Plan, Tragik und Komik schlafen in einem Bett.
Zähringer traut sich zu träumen und schelmisch zwinkernd erzählt er seine Geschichte, die wir nur ungern wieder verlassen. Aber leider hat jeder Traum ein Ende... (P.Philippi)

Das Ouzo-Orakel

Frank Schulz: Das Ouzo - Orakel. Roman
Dritter Teil der Hagener Trilogie.

545 Seiten, gebunden

Eichborn Verlag Ag
Mai 2006

ISBN: 3821807296

24,90 EUR

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Unsere Empfehlung:

Band drei der Hagener Trilogie. Bodo Morten , der versoffene Protagonist, ist nach seinem Zusammenbruch (im zweiten Band “Morbus Fonticuli...”) aus therapeutischer Obhut als geheilt entlassen, mit dem Rat, sich von den Weibern fern zu halten, denn die wären sein Problem.
Er begibt sich nach Griechenland und führt fortan ein asketisches Leben. Hat Nikotin, Alkohol und den 'Linksknöpfern' abgeschworen und den Tagesablauf in seiner 'Villa' Arkadia oberhalb eines kleinen Fischerdorfes streng reglementiert: Schwimmen, Dichten, Med-itieren, Griechisch-Unterricht.
An zentraler Stelle hängt der Alarmplan - was ist zu tun, wenn frau ihm zu nahe kommt. Abends ist Dorfleben angesagt. In der örtlichen Taverne Plaka verkehren Einheimische, Touristen und Alltagsflüchtlinge aus Deutschland. Vom Autor sehr humorvoll und witzig beschrieben. Aber - man und frau - ahnt es schon, es geht irgendwann schief. Eines Tages taucht eine Frau auf und bringt sein Alltagsleben trotz Alarmplan wieder durcheinander. Es ist, wie sich herausstellt, seine Jugendliebe, die Kinder-schützenprinzessin aus Beeckdörp (bei Stade) von 1969. Mehr sei hier nicht verraten. Frank Schulz erweist sich einmal mehr als Meister der literarischen Hochkomik und Harry Rowohlt meint: "Sowieso mein Lieblingsautor.” (E.Beth)

Emoticon

Jessica Durlacher: Emoticon
Originaltitel: Emoticon.
Übersetzt von Hanni Ehlers.

479 Seiten, gebunden

Diogenes Verlag
März 2006

ISBN: 3257065159

19,90 EUR

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Unsere Empfehlung:

Wie ein spannender Thriller liest sich Jessica Durlachers neuer Roman.
Es ist die Geschichte von zwei halbjüdischen Frauen, Lola und Ester, die ihr Leben lang durch eine komplizierte Freundschaft miteinander verbunden sind. Als Studentinnen hatten sie sich von zuhause abgenabelt und probierten ein neues Leben in einem Kibbuz in Israel. Dort hat auch die Geschichte von Lolas Sohn Daniel ihren Ursprung. Für ihn ist Ester eine Art Ersatzmutter, die ihn auf der Suche nach seinem unbekannten israelischen Vater begleitet und sich dabei mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander setzen muss.
Parallel dazu läuft die Geschichte Aischas, einer jungen Palästinenserin, die voller Wut über das Schicksal ihres Volkes immer an vorderster Front gegen die israelischen Soldaten kämpft. Im Internet hat sie Kontakt zu Menschen aus aller Welt, denen sie von sich und ihrem Land erzählen kann und dort findet sie auch Daniel. Sie gibt sich als Jüdin aus und lockt den verliebten Daniel, der als Freiwilliger in die israelische Armee eintreten will, in eine tödliche Falle.
In mehreren Erzählsträngen verbindet die Autorin die Schicksale dieser Personen mit aktuellen Ereignissen in Israel und Palästina, sie zeigt die Zerrissenheit der Völker, ohne einseitig Partei zu ergreifen und es gelingt ihr eine genaue Studie von Menschen in unterschiedlichen privaten und politischen Situationen.
Die Autorin hat einen realen Fall recherchiert, bei dem eine Palästinenserin über das Internet einen Israeli kennen gelernt, ihn verführt und getötet hat. Auf dieser Grundlage ist ein fesselnder Roman entstanden, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.
Noch ein Hinweis: Es gibt von Jessica Durlacher noch zwei weitere Romane “Das Gewissen” und “Die Tochter”, und beide kann ich nur wärmstens empfehlen. (M.Klein)

Visions of Hanna

Rascha Peper: Visions of Hanna
Roman.
Originaltitel: Wie Scheep Gaat.
Übersetzt von Andreas Ecke.
589 Seiten, gebunden

Mare Buchverlag
März 2006

ISBN: 3936384983

24,90 EUR

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Unsere Empfehlung:

Hanna ist seit zwei Jahren tot - ertrunken in einer Yacht vor der marokkanischen Küste. Und dennoch ist sie gegenwärtig im Denken und Handeln einer Reihe von Personen.
Da ist ihr Ex-Freund, der Taucher Robin, der sie einst seinem besten Freund Gerard ausspannte und nun besessen ist von der Idee, ihre Leiche zu bergen. Gerard, der Meeresbiologe. der nun in New York lebt und Hanna in vielen Frauen wiederzuerkennen glaubt, schickt 10 000 Plastikenten auf eine Reise um die Erde. Und schließlich Emma, die 15jährige Nichte der Ertrunkenen, die in ihrer Verehrung für die tote Tante so weit geht, sich leidenschaftlich in Robin zu verlieben.
Rascha Peper, in Deutschland relativ unbekannte niederländische Autorin, lässt die Toten nicht ruhen in ihrem neuen Roman “Visions of Hanna”. Mit großer Sympathie für ihre egozentrischen Heldinnen und Helden strickt sie eine fesselnde Geschichte um Leidenschaft, Liebe und Tod. Diese 600 Seiten sind wie gemacht zum Abtauchen!
(P. Philippi)

Herr Jensen steigt aus

Jakob Hein: Herr Jensen steigt aus

133 Seiten, gebunden

Piper Verlag
Februar 2006

ISBN: 3492048579

14,90 EUR

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unsere Empfehlung:

Der Titel ist schon das erste Missverständnis, denn weder geht es um Gestellrucksäcke in Griechenland, noch wird da von einem Entschluss erzählt.
Herrn Jensen ist einer, der mitmacht, und der nicht ganz versteht, warum man ihn nun nicht mehr mitmachen lässt; ihn kurzerhand feuert und es freisetzen nennt, denn auch bei der Arbeit hat es nie Anlass zur Beschwerde gegeben.
Doch der Sonderling Herr Jensen entwickelt nun ganz eigene Ideen, kauft eine Menge technisches Gerät, um die Welt zu verstehen, nur um es anschließend wieder aus dem Fenster zu werfen, unterzieht sich arbeitsagenturverordneten Kursen sinnloser Inhalte wie Namen, wird auch durch sie nicht ´Fit für Gastro´, und meldet sich nach und nach ab, nicht von dieser Welt, doch von dieser Gesellschaft.
Mit diesem widerborstigen Einzelgänger einen Blick zu werfen auf das Phänomen der Arbeitslosigkeit in den Jahren der Hartzverbrechen ist ein außerordentliches und erhellendes Lesevergnügen, empfähle sich gar als sinnstiftender Kommentar zur Gesetzgebung.
Da versteht endlich mal einer nicht, warum es uns allen schlechter gehen soll und ist so entwaffnend naiv wie nahe an der Wahrheit, dass selbst die Arbeitsagenturangestellte ihn sanktionslos ziehen lässt und ins Grübeln gerät.
Doch wenn in solchen und anderen hinreißend erzählten Szenen das Anarchische aufblitzt und wir uns über das Absurde noch vergnügen, bleibt das Lachen schon im Halse stecken, denn Herr Jensen macht keine Clownereien, er ist eben einer, der nicht mehr mitmacht und seine Ruhe will, und das meint er ganz ernst.
Für diesen Eigensinn aber (den ein Autor namens Hesse noch für die wertvollste Eigenschaft hielt), hält auch die Spaßgesellschaft kein Lächeln mehr bereit. (F.Peters)

Miss Webster und Cherif

Patricia Duncker: Miss Webster und Chérif

Übersetzt von Werner Löcher-Lawrence.
255 Seiten, gebunden

Berlin Verlag

ISBN: 3827006686

19,90 EUR

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Unsere Empfehlung:

Nein, eine Menschenfreundin, die das Leben genießt, ist Miss Webster, frühzeitig pensionierte Französischlehrerin, sicher nicht. Im idyllischen Dorf Little Blessington gilt sie bestenfalls als Sonderling oder griesgrämige alte Jungfer. Ihre kritische Weltsicht und beißende Ironie funktionieren auch im Ruhestand, doch eines späten Abends vor dem Fernseher (dort läuft gerade eine Kriegsrede von Bush jun.) schaltet Miss Websters Körper auf Standby.
Zurückgeholt aus ihrer Lähmung schickt sie der wundervolle Arzt Broadhurst in die Fremde auf die Suche nach den Gründen für ihren Stillstand. Und seine Therapie trägt Früchte: in der marokkanischen Wüste erleidet Miss Websters betoniertes Weltbild die ersten Erschütterungen. Nicht lange nach ihrer Rückkehr ins ländliche England wird ihre selbstgewählte Einsamkeit jäh gestört. Vor ihrer Haustür steht ein junger gut aussehender Araber inklusive Gastgeschenken und stellt sich als Sohn ihrer marokkanischen Hotelwirtin vor. Miss Webster beschließt, den angehenden Studenten unter ihre Fittiche zu nehmen, und was sich daraus entwickelt, ist eine der schönsten und intelligentesten Komödien, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.
Patricia Duncker, bekannt für ihre literarische Wandlungsfähigkeit, ist mit ihrem Spiel zwischen Orient und Abendland, zwischen Alter und Jugend, zwischen Mann und Frau ein brillantes Buch gelungen. (P. Philippi)

Tannöd

Andrea Maria Schenkel: Tannöd

125 Seiten, kartoniert

Edition Nautilus
Februar 2006

ISBN: 3894014792

12,90 EUR

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Unsere Empfehlung:

Auf dem einsam gelegenen Tannödhof wird eine ganze Familie erschlagen auf-gefunden. Furcht macht sich breit in der Gemeinde, es gibt keine Spur von dem Mörder. Eine Journalistin von außerhalb macht sich auf, Stimmen und Zeugenaussagen zu der Bluttat zu sammeln.
In dem schmalen Büchlein 'Tannöd' steckt vielleicht mehr Beklemmung, Angst, Geheimnis und Gewalt als in den meisten dickbäuchigen Hochglanzkrimis. Anna Maria Schenkels düsteres Sittengemälde ist gleichermaßen einfach wie raffiniert: ihrem aus vielen Zeugenaussagen zusammengesetzten Bild der Opferfamilie Danner sind Fragmente des Tatherganges gegenübergestellt. Dem Leser enthüllt sich ein faszinierender Blick in den Abgrund menschlicher Schwächen und Leidenschaften.
Als Krimi ist dieses Buch, das auf einer wahren Begebenheit aus den 30er Jahren beruht, eine Art Gegenentwurf zu Megasellern wie “Sakrileg”. Wünschen wir ihm nur ein Zehntel von dessen Verkaufszahlen! (P. Philippi)

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