Aus dem buchladen-Regal: ausgewählte Neuerscheinungen
...denen wir viele LeserInnen wünschen

BRichard Powers: Das Echo der Erinnerung   Glavinic: Die Arbeit der Nacht   Winterson: Der Leuchtturmwärter   Parsons: Als wir unsterblich waren   Childress: Abgebrannt in Mississippi   <b>Tommy Wieringa: Joe Speedboat   S. Bovenschen: Älter werden   Iris Alanyali: Die blaue Reise   T.Cooper: Lipshitz   McCourt: Tag und Nacht  
 

Powers: Das Echo der Erinnerung

Richard Powers: Das Echo der Erinnerung. Roman
Übersetzt von Manfred Allié, Gabriele Kempf-Allié.
528 Seiten, gebunden

S. Fischer Verlag 2006

ISBN: 3100590228
EAN: 9783100590220

19,90 EUR

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unsere Empfehlung:

Richard Powers muss monatelang recherchiert haben, um so viele Erkenntnisse über Gehirnforschung für sein neues Buch zusammenzutragen. Wie schon in seinem großen Familienepos „Der Klang der Zeit“ hat er es auch hier geschafft, eine Unmenge Fakten in eine Geschichte zu packen, ohne dabei den roten Faden eines spannenden Romans zu verlieren.
Das neue Werk spielt in Kearney, einer Kleinstadt in Nebraska, in der jedes Jahr Tausende von Kranichen Rast machen auf ihrem Flug durch die Kontinente. Die Vögel, die in ihrem ersten Lebensjahr schon ihre Route von den Eltern lernen und sie dann immer wieder abfliegen, sind vom Aussterben bedroht, und dieser Prozess wird beschleunigt durch den Versuch, ihren Rastplatz durch ein riesiges Touristenzentrum zu zerstören.
Mitten durch diese gigantische Vogelstadt führt eine schnurgerade Landstraße, auf der ein junger Mann, Mark Schluter, einen Autounfall mit schweren Hirnverletzungen erleidet. Er erwacht aus einem langen Koma und erkennt die einzige Angehörige, seine Schwester Karin, nicht mehr wieder. Seiner Meinung nach schmiedet jemand ein Komplott gegen ihn und hat seine Schwester durch eine Schauspielerin ersetzt, die genauso aussieht wie die richtige Karin und die ihn ausspionieren soll.
Karin opfert für ihren Bruder Job und Wohnung und zieht in die verhasste Heimatstadt zurück. Mit der nicht erwünschten Übernahme der Verantwortung für ihn versucht sie ihr eigenes leeres Leben zu füllen. Sie bittet Gerald Weber, einen Neurologen und Bestsellerautor um Hilfe bei der Behandlung ihres Bruders. Seine populären Bücher über Hirnforschung haben ihn berühmt gemacht, doch seine Diagnose, das nicht ausreichend erforschte Capgras-Syndrom, hilft Mark nicht weiter und der Arzt selber gerät in eine tiefe Lebenskrise.
Durch das ganze Buch zieht sich auch eine kriminalistische Seite, die Klärung, ob Marks Unfall vielleicht ein Anschlag auf sein Leben gewesen sein könnte.
Soweit die Kurzfassung des Inhalts. Tatsächlich stecken in diesem Roman eine Menge brisante Themen, wie der Wert menschlicher Bindungen, die Bedeutung von Ethik und Moral in den Wissenschaften und der Umgang mit der Natur. Nebenbei lernt man viel über das Gehirn, die Bedeutung von Erinnerungen und wie schon ein kleiner neurologischer Schaden unser gesamtes Bewusstsein zusammenbrechen lässt.
Nach dieser packenden Lektüre beginnt man schon einmal seine eigene Lebenswirklichkeit in Frage zu stellen... (M. Klein)

Die Arbeit der Nacht


Thomas Glavinic: Die Arbeit der Nacht
400 Seiten, gebunden

Carl Hanser 2006

ISBN: 3446207627
EAN: 9783446207622

21,50 EUR

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Unsere Besprechung:

Man hat sich das ja vielleicht schon einmal vorgestellt - im Spaß- wie es ohne die wäre, die in der Straßenbahn rempeln und nerven, ohne die kaum verschleierten automobilen Mordversuche der lieben Mitmenschen, und überhaupt ohne sie.
In Glavinics Roman wacht einer auf, geht zur Straßenbahn, die ihn zur Arbeit bringen soll, die nicht kommt, kein Auto fegt die Straße entlang und menschenleer bleibt die Umgebung. Und nach und nach, mit jedem Blick, wird zur gar nicht spaßigen Gewissheit: die Anderen, die gibt es nicht mehr.
Was als Idee nicht so neu ist (die Konstellation, der letzte zu sein - der spanische Romancier Javier Tomeo ließ uns wenigstens die Tauben und nannte seinen Roman auch so), entwickelt Glavinic zur existenziellen Selbstbefragung und schließlich zu einem atemberaubend paranoiden Trip.
Zunächst jedoch, und das lässt vor allem schaudern, bleibt sein Protagonist ganz der Verstandesmensch seiner Zeit und arbeitet sehr nüchtern die Liste der technischen Möglichkeiten ab - das Radio, das Fernsehen, das Telefon, das Internet, die Handyverbindung zur Freundin in Großbritannien.
Als all das ohne Zeichen menschlicher Existenz bleibt, beginnen wir zu ahnen: auch als Leser steht uns eine nicht ganz alltägliche Prüfung bevor; auf den noch so vielen verbleibenden Seiten wird auch uns außer Jonas kein Mensch mehr begegnen.
Was bleibt, ist also die Welt der Dinge. Wunderbare Warenweltträume erfüllen sich, schöne Autos stehen herum. Unbewachte Tempel des Konsums laden zur wirklichen Selbstbedienung ein.
Bald ist Jonas umgeben von nutzlos schrillenden Alarmanlagen, und wohin sonst, als in einen Elektronikmarkt sollte den modernen Menschen der Weg führen auf der Suche nach Selbstvergewisserung.
Ganz Wien wird nun von ihm überzogen mit einem Netz von Überwachungskameras, Jonas´ Wohnung zum strategischen Kontrollzentrum der Leere. Der Technokrat stellt die Frage nach den sprichwörtlich letzten Dingen: was existiert, wenn niemand mehr da ist, Existenz wahrzunehmen? - und wird logischerweise fortschreitend selbst zum Gegenstand der eigenen Beobachtungswut.
Als würde ein Mensch dann doch nicht genügen, spaltet er sich in eine Tag- und Nachtfigur, in Beobachter und Beobachteten, und bricht schließlich aus und auf zu einer Reise quer durch Europa, die ihm Aufschluss bringen soll über das Schicksal der Anderen.
Aus dem Verlust jeder Kontrolle im Versuch, sie absolut auszuüben, aus der paradoxen Situation, einen (den) Menschen ebenso herbeizusehnen wie ihn zu fürchten, speist sich die enorme Spannung dieses Romans, und macht ihn als Einpersonenstück zur vielschichtigen Lektüre. (F. Peters)

Der Leuchtturmwärter


Jeanette Winterson: Der Leuchtturmwärter
Übersetzt von Monika Schmalz.
207 Seiten, gebunden

Berlin Verlag 2006

ISBN: 3827005752
EAN: 9783827005755

18,00 EUR

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Unsere Besprechung:

Alle, die Winterson nicht kennen, sollten gewarnt sein. "Eine anständige Geschichte hat Anfang, Mitte und Schluss. Mit diesem Modell habe ich jedoch meine Schwierigkeiten." Mit diesem Motto überschreibt die Autorin ein Kapitel ihres neuen Romans. Vielleicht sollte ich zur weiteren Abschreckung hinzufügen, dass Winterson die Gesetze der Zeit nicht gelten lässt, die Gesetze der Logik ebenso wenig.
Dafür besitzt die Engländerin die Gabe, mit Worten zu zaubern und ob Sie sich gerne von ihr bezaubern lassen, stellen Sie einfach fest, indem Sie die erste Seite des „Leuchtturmwärters“ lesen.
Die wilde Geschichte von Silver, dem Waisenmädchen, das bei Pew, dem alten Leuchtturmwärter, in die Lehre geht, läßt sich nur schwer nacherzählen. Pew, der Geschichtenerzähler und -erfinder, der sagt, dass keine Geschichte je ein Ende hat, erzählt von Babel Dark, dem Pfarrer, von Stevenson und Darwin und vom Erzählen selbst.
Und wenn Silver, Pews Schülerin, ihre Lebens- und Liebesgeschichte erzählt, treffen sich Vergangenheit und Zukunft, Fakten und Mythen mischen sich.
Jeanette Winterson lesen, heißt auf Schatzsuche gehen. Und diese Autorin garantiert, dass der Schatz auch gefunden wird. (P. Philippi)

Als wir unsterblich waren

Tony Parsons: Als wir unsterblich waren
Originaltitel: Stories we could tell.
Übersetzt von Christian Seidl.
429 Seiten, gebunden

blumenbar Verlag 2006

ISBN: 3936738246
EAN: 9783936738247

19,90 EUR

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Unsere Besprechung:

Auch wenn es um Punk geht: dies ist ein sehr konventionell geschriebener Roman, und eine wahre Lesefreude für alle irgendwie Musikinfizierten.
Irgendwo zwischen Romantik und Realismus ist diese Geschichte von drei Freunden und jungen Redakteuren des Londoner Musikmagazins „The Paper“ angesiedelt, ein Zeitroman mit sehr viel Clashappeal, Amphetaminsulfat, noch mehr Londonfeeling und gesellschaftlicher Härte.
Es ist die Geburt des Punk und Terry ist nicht nur Chronist dieses Ereignisses, sondern Teil der Bewegung, und vergöttert als wahrer Punk den Musiker Dag Wood, der es als einziger geschafft hat, in Woodstock ausgepfiffen zu werden.
Leon indessen verbindet mit der neuen Musik die Hoffnung auch auf einen gesellschaftlichen Aufbruch. Er hat mehr zur National-Front-Demo zu sagen als zur allerneuesten Sicherheitsnadel-Zerrissene-Netzstrümpfe-Mode und erkämpft sich jeden Platz in „The Paper“, der von Politik handeln darf.
Ray schließlich hat gerade mühevoll ein wirklich ungemütliches Gespräch mit seinem Chefredakteur überlebt: „´Thin Lizzy´, Leicester und Birmingham, Zweitausend Worte, Doppelseite“- das ist nicht gerade das, was die Zeitschrift jetzt braucht, und Ray steht als der letzte Hippie kurz vor seinem Rausschmiss.
Ihre Wege kreuzen sich im angesagten Club Westernworld, wo sich die Hoffnungsträger der neuen Musik die Klinke in die Hand geben, und sie ziehen von dort aus in eine lange Londoner Nacht, in der der Zeitenwechsel erlebbar wird.
Wen kümmert es, dass John Lennon in der Stadt ist, dass 8000 km weiter westlich Elvis Presley stirbt an diesem 16. August, wenn einem nationalistische Schlägertrupps und Teds auf den Fersen sind, die eigene Freundin mit dem verehrten Musiker entschwindet und Entscheidungen anstehen über die richtige Liebe, das richtige Konzert und die richtige Droge.
Und wir lassen uns von Parsons gerne mitschleppen durch diese Londoner Nacht, weil er sehr nah und nachfühlbar die kleinen und großen Hoffnungen beschreibt, die in der Luft liegen, den Rausch des Neuen, und uns auch die Enttäuschungen nicht erspart, die schnell entstehenden Brüche zwischen Rebellion und Vermarktung.
Ob die Musik dann doch nur ein Vorwand ist, nie erwachsen zu werden, Anarchie eine Mode, die Mode diese Saison übersteht und wie ihre Protagonisten überleben, davon weiß wohl kaum einer so authentisch zu berichten wie Tony Parsons, der als Musikredakteur in dieser Szene zuhause war, und der glücklicherweise so schreiben kann und übersetzt worden ist, dass aus diesem Erinnerten und Erfundenen ein wunderschöner Musikroman über die Punkzeit entstanden ist. (F. Peters)

One Mississippi - Abgebrannt in Mississippi

Mark Childress: Abgebrannt in Mississippi
Übersetzt von Rainer Schmidt.
520 Seiten, gebunden

Goldmann Verlag 2006

ISBN: 3442301149
EAN: 9783442301140

19,95 EUR

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Unsere Empfehlung:

Mit „Verrückt in Alabama“ hatte Mark Childress einen Riesenerfolg, an den er lange Zeit nicht anknüpfen konnte. Mit seinem neuen Roman gelingt ihm ein glänzendes Comeback.
Als Daniel Musgrove, gerade 16 geworden, mit seiner Familie in Mississippi landet, ahnt er nicht, was ihm alles bevorsteht. In der Schule freundet er sich mit dem gleichaltrigen Tim an, einem Außenseiter wie er selbst, der in manchen Situationen schwer zu durchschauen ist.
Als Daniel sich langsam aber unwiderruflich in ein schwarzes Mädchen verliebt ( wir schreiben das Jahr 1973 ) stößt er nicht nur im gesellschaftlichen Umfeld auf Anfeindungen, auch sein Freund Tim scheint Arnita abzulehnen.
Childress' Roman beginnt trügerisch harmlos als Collegegeschichte um eine Liebe, die nicht gutgehen kann. Doch irgendwann merkt man, dass man in einem Zug sitzt, der sich selbständig gemacht hat. Scherz und Schrecken liegen nahe beieinander in dieser Geschichte und wenn Tim behauptet, im Grunde sei alles komisch, dann hat er vielleicht Recht. Nur manchmal wird es eben schrecklich komisch.
Schlimme Dinge geschehen im Namen der Liebe in diesem raffinierten Roman und als Daniels Vater am Ende einen neuen Job findet und die Familie zu einem neuen Umzug gezwungen ist, da freut sich Daniel das erste Mal über den angekündigten Ortswechsel.
„It's a sad and a beautiful world“ heißt es in einem alten Jim-Jarmusch-Film. Mark Childress scheint diese Sicht der Dinge zu teilen. (P. Philippi)

Joe Speedboat - Keine Zeit Für Helden

Tommy Wieringa: Joe Speedboat
Keine Zeit für Helden.

Übersetzt von Bettina Bach.
304 Seiten, gebunden

Carl Hanser 2006

ISBN: 3446207708
EAN: 9783446207707

19,90 EUR

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Unsere Besprechung:

Fransje, der Krüppel im Rollstuhl, ist Chronist und Erzähler der Ereignisse in dem Flecken Lomark an der deutsch-holländischen Grenze als der Junge Joe Speedboat dort strandet. Joe Speedboat - das ist kein Name sondern Programm. Mit der dörflichen Ruhe ist es jedenfalls vorbei.
Es braucht einen gewieften Erzähler mit Mut zum Risiko um diese schwindelerregende Geschichte um Freundschaft und Liebe, um Verrat und ums Erwach-senwerden zu erzählen. Der junge niederländische Autor Tommy Wieringa kommt daher wie eine Mischung aus John Irving und Paul Auster und hat mit Joe Speedboat, Fransje, Christoph und der ebenso unwiderstehlichen wie eiskalten PJ Figuren erschaffen, die das Zeug zum Überleben haben.
Dass es in diesem Buch um selbstgebaute Flugzeuge, die Championship im Armwrestling und die Teilnahme an der Rallye Paris-Dakar mit einem Bagger geht, verleiht dem Ganzen zwar ein bißchen mehr Pep, ist jedoch für die Moral der Geschichte („Mach das Beste daraus!“) nicht zwingend notwendig.
Mit diesem Buch (nicht nur für junge Erwachsene) legt Tommy Wieringa einen rasanten Start als Schriftsteller hin. (P. Philippi)

Silvia Bovenschen: Älter werden

Silvia Bovenschen: Älter werden.
Notizen
154 Seiten. gebunden

S. Fischer Verlag 2006

ISBN: 3100035127

17,90 EUR

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Älter werden wir alle, von Anfang an

»Was tue ich hier? Geht es um die Rettung meines altgewordenen Ichs ? Was habe ich mit diesem Lügengespinst meiner erinnerten Ich-Legende zu tun? Bin ich das und nur das? Aus irgendeinem Grund benötigt mein Geist diese Kontinuitätsveranstaltung. Ich bin eine fragwürdige Erinnerungsgeschichte. Ich bin ein bündelndes rückkoppelndes Als-ob, das sich eine fragwürdige Erinnerungsgeschichte schafft, um dann aus ihr zu bestehen...«
»Älter werden« gibt persönlich erzählend, räsonierend und kommentierend einen Rückblick auf das gelebte Leben und einen Ausblick auf möglicherweise Kommendes. Diese erzählten Erinnerungen und gedanklichen Spiele fügen sich zu einem poetischen Bericht über eines der zentralen Themen unserer Zeit.

Unsere Besprechung:

Altern. „Das Wissen, dass die Zukunft kürzer sein wird als die Vergangenheit.“ Silvia Bovenschen hat als „alternde behinderte Mehrfachkranke“ (sie hat seit vierzig Jahren Multiple Sklerose) vielleicht eine besondere „Qualifikation“ zum Thema zu schreiben. Ihr Buch stellt in kleinen Texten, mal mit, mal ohne Überschriften, manchmal nur in kurzen Gedankensplittern, ihre Überlegungen, Beobachtungen und Erinnerungen zusammen. Man kann das Buch vorne beginnen oder darin blättern und an irgendeiner Stelle in die Notizen und Aufzeichnungen einTauchen.
Mit Lust habe ich die nachdenklich machenden, of auch beunruhigenden, klugen Erkenntnisse und Einsichten gelesen. Sie sind so überraschend gelassen, humorvoll, manchmal lapidar, ohne jede Larmoyanz in einer eleganten Sprache geschrieben. Auch wenn Bovenschen ohne Scheu das unausweichliche Ende des Altwerdens nicht aus dem Blick verliert , auch wenn Melancholie ab und an durchscheint, so macht dieses Buch doch Mut, ja fast gute Laune - es ist ein Vademecum für die kommenden Jahre. Und dabei werden sich die Lieblingstextstellen mit älter werdendem Blick sicherlich ändern ... (A. Mantwill)

Iris Alanyali: Die Blaue Reise


Iris Alanyali: Die Blaue Reise
und andere Geschichten aus meiner deutsch - türkischen Familie.

256 Seiten, gebunden

Rowohlt Verlag GmbH

ISBN: 349800073X

16,90 EUR

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Der Vater stammt aus Izmir, die Mutter aus Hessen, seit nunmehr fast 40 Jahren lebt die Familie in Sindelfingen. Tochter Iris, das deutsche Mädchen mit dem türkischen Pass, merkt irgendwann, dass die Türkei mehr für sie ist als ein schönes Urlaubsland mit Familienanschluss - spätestens, als auch die Oma und die Großtante aus der Türkei beim "Wetten dass¿?"-Gucken mit auf dem schwäbischen Sofa sitzen und danach nicht mehr nach Hause fahren. Iris Alanyali nimmt uns mit auf eine ungewöhnliche Entdeckungsreise in ihr deutsch-türkisches Familienleben und in das Land ihres Vaters. Wir erfahren, wie es ihrem Vater erging, seit er Anfang der sechziger Jahre nach Deutschland kam;wie es sich lebt, wenn das Weihnachtsfest plötzlich mit einem Bauchtanz endet oder Playmobilfiguren auf dem Gebetsteppich der Oma liegen. Wir lernen das Sylt der Türkei und das Istanbul Deutschlands kennen, begegnen Türkenschwaben, selbsternannten Sultansmüttern und beleidigten deutschen Metzgermeistern. Und wir lesen, dass es für stolze Großtanten der Izmirer Gesellschaft kaum etwas Schlimmeres gibt, als mit schnauzbärtigen "Alibabas" in einen Topf geworfen zu werden. Mit leichter Hand, Lebensklugheit und Humor erzählt die Autorin von einem völlig neuen Lebensgefühl, das entsteht, wenn man das Beste zweier Welten genießen kann. (Verlagswerbung)

T.Cooper: Lipshitz

T. Cooper: Lipshitz
Roman.
Übersetzt von Brigitte Jakobeit.
gebunden - 460 Seiten

Mare Buchverlag August 2006

ISBN: 3936384339

24,90 EUR

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1907: Als in Russland Pogrome ausbrechen, entkommt Familie Lipshitz nur mit knapper Not. Vater Hersch und Mutter Esther wandern mit ihren vier Kindern nach Amerika aus. Doch als sie endlich Ellis Island erreichen, ist Ruben, der jüngste Sohn, verschwunden. Esther hofft, den kleinen Blondschopf im Meer der dunkelhaarigen Einwanderer schnell zu finden. Doch Ruben taucht nicht wieder auf.

1927, über zwanzig Jahre später, liest Esther in der Zeitung von dem jungen Charles Lindbergh, der gerade mit der Spirit of St. Louis als erster Mensch nonstop den Atlantik überflogen hat. Auf der Titelseite prangt sein Foto: blond, blauäugig, 25 Jahre alt. Es trifft Esther wie ein Blitz. Für sie ist jeder Zweifel ausgeschlossen: Lindbergh ist ihr verlorener Sohn.

2002: T Cooper, letzter Spross der Lipshitz, heizt in New York auf Bar-Mizwas den kreischenden Kids als Eminem-Double ein. Als Ts Eltern bei einem Autounfall umkommen, kauft sich T einen Modellbausatz der Spirit of St. Louis und beginnt, Stück für Stück Lindberghs Flugzeug zusammenzusetzen - fest entschlossen, in eine Familienchronik voller Fragezeichen endlich eine verdammte Antwort einzutragen.

"Nicht ein Fitzel ist wahr, auch wenn einige Vorfälle stimmen, und andere auch, obwohl ich sie erfunden habe." T Cooper (Verlagswerbung)

Tag und Nacht und auch im Sommer

Frank McCourt: Tag und Nacht und auch im Sommer. Erinnerungen.
Originaltitel: Teacher Man.
Übersetzt von Rudolf Hermstein.
336 Seiten, gebunden

Luchterhand Literaturverlag 2006

ISBN: 3630872395
EAN: 9783630872391

19,95 EUR

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Dreißig Jahre lang hat Frank McCourt, der Amerikaner mit der unglücklichen irischen katholischen Kindheit, in New Yorker Schulen unterrichtet. Jetzt erzählt er, was er von seinen insgesamt zwölftausend Schülern gelernt hat - als Lehrer, als Geschichtenerzähler, als Schriftsteller. Ein »McCourt«, wie man ihn liebt: voll Witz und Charme, voll Verzweiflung, Ironie und Lebensweisheit.

Dreißig Jahre lang hat Frank McCourt an New Yorker Schulen unterrichtet. Hat versucht, launische, genervte oder aufsässige Schüler zu fesseln und ihre Herzen zu gewinnen - mit den unkonventionellsten Methoden, was ihm oft Ärger mit den Vorgesetzten einbrachte. Vor allem jedoch hat er ihnen Geschichten erzählt, Geschichten aus seiner Kindheit, aus Irland, aus seinem Leben - und verblüfft festgestellt, dass die Kinder immer mehr hören wollten. Mit entwaffnender Ehrlichkeit und viel Humor schildert er seinen Kampf im Klassenzimmer, offenbart Selbstzweifel und Unsicherheit, peinliche Niederlagen und erhebende Augenblicke. Die abendliche Flucht in die Kneipe, Gespräche mit anderen Schriftstellern, seinen ewigen unerfüllten Traum, selbst einer zu werden, verschweigt er ebensowenig wie das Scheitern seiner Ehe oder den misslungenen Versuch, am Trinity College in Dublin - das ihm einst als Gossenjunge aus Limerick so unerreichbar schien - zu promovieren.

In der Schule, vor seinem strengsten Publikum, hat McCourt gelernt, dass man seine Zuhörer ernst nehmen muss, wenn man sie erreichen will. Hier hat er gelernt, sie mit der ihm eigenen Mischung aus Witz und Selbstironie, Offenheit und Lebensweisheit zu fesseln. Und hier hat er erstmals zum Erzählen seiner Lebensgeschichte gefunden, die ihn später mit "Die Asche meiner Mutter" weltberühmt machte.

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