Aus dem buchladen-Regal: ausgewählte Bücher
...denen wir viele LeserInnen wünschen

Hirsi Ali: Mein Leben, meine Freiheit   Delius: Bildnis der Mutter als junge Frau   Straub: Das Geschenk   Lewycka: Kurze Geschichte...   Horn: Die kommende Welt   Carroll: Die Kunst des Lokomotivführens   Mitchell: Der Wolkenatlas   <b>Feyl: Aussicht auf bleibende Helle   Klein: Die Zeit  
 

Hirsi Ali: Mein Leben,meine Freiheit

Ayaan Hirsi Ali: Mein Leben, meine Freiheit
Die Autobiographie.

Übersetzt von Anne Emmert, Heike Schlatterer.
gebunden, 368 Seiten (16 Seiten Farbbildteil)

Piper Verlag 2006


ISBN: 349204932X
EAN: 9783492049320

19,90 EUR

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Sie ist Abgeordnete, Bestsellerautorin, »Europäerin des Jahres 2006«, wurde zu einer der wichtigsten Frauen der Welt gewählt - aber vor allem ist Ayaan Hirsi Ali eine Frau, die für die Rechte der muslimischen Frauen, für die westlichen Werte und für die Freiheit kämpft. Das hat seinen Preis: Jeden Tag muß sie damit rechnen, daß islamische Fanatiker sie töten wollen, nie kann sie einen Schritt ohne Bewachung tun. Jetzt erzählt sie, wie aus einem Flüchtling aus Afrika eine »politisch-intellektuelle Kämpferin mit den Looks eines Pariser Models und der Schärfe einer Anklägerin vor dem Haager Strafgerichtshof« (Werner A. Perger, Die Zeit) wurde. Streng muslimisch erzogen, beginnt sie früh aufzubegehren: dagegen, daß es ihr einziges Lebensziel sein soll, Söhne zu gebären, daß sie jeden Abend für den Tod aller Juden beten muß, gegen die Zwangsheirat. (Klappentext)

Bildnis der Mutter als junge Frau

Friedrich Christian Delius: Bildnis der Mutter als junge Frau

126 Seiten, gebunden
Rowohlt Berlin 2006

ISBN: 3871345563
EAN: 9783871345562

14,90 EUR

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Rom, an einem strahlend sonnigen Tag im Januar 1943: Eine junge Deutsche, die kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes steht, begibt sich auf einen Spaziergang in der ihr fremden Stadt. Ihr geliebter Mann, Pfarrer in der kleinen evangelischen Gemeinde, ist an die afrikanische Front versetzt worden, der Zeitpunkt seiner Rückkehr ungewiss. Trotz der verwirrend schönen Eindrücke und all der rätselhaften Dinge, die ihr auf ihrem Weg begegnen, ist sie mit jedem Gedanken bei ihm, der doch versprochen hatte, die "römischen Freuden" mit ihr zu teilen. Doch sie beginnt zu ahnen, dass der Krieg verloren gehen könnte. In dieser opulent sinnlichen Erzählung greift Friedrich Christian Delius seine eigene Familiengeschichte auf. Die junge Frau, die mit offenen Augen, bangem Herzen und nicht nachlassender Hoffnung durch die Ewige Stadt geht, ist seine Mutter. Ob es nun dieser autobiographische Bezug ist oder der Zauber Roms, die Ängste des Krieges oder die einfühlsam geschilderte Liebesgeschichte - dieses Buch entwickelt eine Sogkraft, der man sich kaum entziehen kann. (Klappentext)

Das Geschenk


Maria Elisabeth Straub: Das Geschenk
333 Seiten, gebunden

Diogenes Verlag 2006

ISBN: 3257065396
EAN: 9783257065398

19,90 EUR

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Ein neuer Blick auf einen besonderen Moment in der Menschheitsgeschichte, von großem Ernst, voller Komik, Liebe und Weisheit zugleich. Er macht die Mitglieder der heiligen Familie wieder zu dem, was sie ursprünglich einmal waren: zu Menschen.

Unsere Besprechung:

In diesem historischen Roman lässt Marie Elisabeth Straub eine Frau vor ca 2000 Jahren am Sterbebett ihres greisen Mannes in einer einzigen Nacht auf ihre Lebensgeschichte zurückblicken. Man erfährt keinen Namen, aber es ist bald klar, hier geht es um Maria - der Name bedeutet „das Geschenk Gottes“ - die Ikone des Christentums, die Mutter von Jesus. Straub hat ihr eine eigene, plausible, allerdings provokante Geschichte zugeschrieben. Sie wurde als junges Mädchen mit dem viel älteren Zimmermann aus Nazareth verheiratet. Dieser Mann wird eilig für sie gefunden, da sie schwanger ist von ihrem Vater, der sie missbraucht hat. Sie schafft es , dass dieser gottesfürchtige und vielleicht etwas einfältige Mann die ihm aufgetischte Geschichte glaubt, dass der heilige Geist sie besucht hat. Auch wenn er ahnt, dass ihm etwas untergeschoben wird, so macht er mit, da er die Mitgift gut brauchen kann. Das rettet ihr Leben und das des Kindes vor der Steinigung, er erkennt den Neugeborenen als seinen Sohn an und verstößt seine Frau nicht. Diese lieblose Zweckehe hält sie durch, bekommt noch sieben weitere Kinder. Sie lässt ihr Schicksal Revue passieren, ihre Nöte, ihre Gefühle, „dieses unüberschaubare Regelwerk, in das wir eingesperrt sind“, ein Schicksal, das sie gezwungen hat sich durchzusetzen, eine gewisse Schläue zu entwickeln. Es ist eine berührende Geschichte geworden, die mit feiner, moderne Ausdrücke vermeidenden Sprache den Menschen Maria in ihrer Zeit zeigt. So könnte es gewesen sein. (A.Mantwill)

Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch


Marina Lewycka: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch
Roman.
Originaltitel: A Short History of Tractors in Ukrainian.
Übersetzt von Elfie Hartenstein.
360 Seiten, kartoniert

DTV Deutscher Taschenbuch
Verlag 2006


ISBN: 3423245573

14,00 EUR

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Unsere Empfehlung

Als Fremdarbeiter nach Nazideutschland verschleppt, sind die Majevskis nach dem Krieg in England gelandet. Nun ist der Vater Nikolai 84, die Mutter tot, die beiden Töchter Nadja und Vera längst erwachsen, gut situiert und tief verfeindet.
Was die Schwestern nach langer Zeit wieder miteinander reden lässt, ist eine ernste Bedrohung. Valentina, Mitte dreis-sig, resolut, wasserstoffblond und mit „Botticelli-Busen“, Ukrainerin ohne Auf-enthaltsgenehmigung, hat sich ihres Vaters Nikolai bemächtigt und ihn kurzerhand geheiratet. Und während Nikolai sich für seine junge Braut zum Narren und Bankrotteur macht, versuchen Vera und Nadja mit allen Mitteln, die Scheidung herbei zu führen.
Marina Lewycka hat mit ihrer Tragik-komödie in England einen Bestseller gelandet und wer ihrer Spurensuche der Familie Majevski folgt, weiß warum. Was als deftiger Schwank beginnt, führt zurück zu den leidvollen, verschwiegenen Momenten einer Immigrantenfamilie, zurück in die stalinistische Ukraine und deutsche Gefangenenlager. Während die Schwestern erkennen, wie sehr ihre eigene Entwicklung von ihren Erfahrungen als Immigrantinnen bestimmt ist, stellt der Vater ungeachtet aller Intrigen sein Lebenswerk fertig; die kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch. Für uns (dankenswerterweise) ins Deutsche übersetzt, stellt seine Abhandlung ein Stück Zeitgeschichte dar, die Lewyckas klugem und vielschichtigem Roman eine weitere Facette hinzufügt. (P. Philippi)

Die kommende Welt - eine berührende Familiensaga

Dara Horn: Die kommende Welt.
Roman.
Aus d. Amerikan. v. Christiane Buchner u. Miriam Mandelkow
383 Seiten, gebunden

Berlin Verlag 2006

ISBN 3-8270-0629-5

22.00 EUR

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Auf einer Single-Party im Jüdischen Museum in New York wird ein wertvolles Chagallgemälde gestohlen. Der Dieb ist Benjamin Ziskind, ein kauziger jüdischer Intellektueller, der einst als Wunderkind Furore machte und heute Fragen für eine Quizshow schreibt. Überzeugt, dass das Gemälde seiner Familie gehört, klemmt er es sich kurz entschlossen unter den Arm und spaziert aus dem Museum. Auch die schöne Kuratorin Erica Frank, die ihn bald im Visier hat, kann Ben nicht dazu bewegen, das Bild zurückzugeben. Sie fühlt sich von Bens verschrobenem Charme angezogen und macht ihm ein überraschendes Angebot. Doch er schmiedet Pläne, das Bild mit seiner Zwillingsschwester, der Malerin Sara, zu fälschen. Schicht für Schicht legt Dara Horn die Geschichte des Gemäldes frei, die auf geheimnisvolle Weise mit der Geschichte der Ziskinds verknüpft ist und uns bis ins russische Malachowka im Jahre 1920 führt. Große menschliche Wärme und ein Sinn für Komik, der an Woody Allen erinnert, zeichnen Horns Erzählstil aus. Mit Die kommende Welt hat sie einen faszinierenden Roman geschrieben, der so phantasievoll wie vielschichtig ist und dem Leser unvergessen bleiben wird.

Die Kunst des Lokomotivführens

Steven Carroll: Die Kunst des Lokomotivführens
Übersetzt von Peter Torberg.
268 Seiten, gebunden

Liebeskind Verlag 2006

ISBN: 3935890370
EAN: 9783935890373

19,80 EUR

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Unsere Besprechung:

Ein lauer Sommerabend in einer Neubausiedlung am Stadtrand von Melbourne Anfang der fünfziger Jahre. Die ganze Nachbarschaft ist eingeladen zur Verlobungsfeier von Patsy Bedser und so sind auch Vic, Rita und ihr zwölfjähriger Sohn Michael unterwegs zur Party.
Auf 270 Seiten folgt Steven Carroll der Familie und den Nachbarn durch den Abend und den nächsten Morgen, lässt uns teilhaben an ihren Träumen, Ängsten, Zwängen und Süchten.
Vic etwa, der junge Lokomotivführer, der davorsteht, selbst die großen Überland-Personenzüge zu führen und deshalb seine epileptischen Anfälle verschweigt und seine immer wiederkehrenden Saufeskapaden. Paddy Ryan, das Vorbild aller australischen Lokomotivführer, ist sein großer Lehrmeister. Paddy, der an diesem Abend mit seinem Luxuszug einer Katastrophe entgegen rast.
Für viele der Protagonisten wird dieser Sommerabend zu einem Wendepunkt in ihrem Leben und Steven Carroll schaut ihnen wie ein mitfühlender Engel über die Schulter. Die Zeit steht still und verdichtet sich an diesem Samstagabend.
"Dieses Buch übt von der ersten Zeile an eine unerklärliche Faszination aus." urteilt Le Monde. "Die Kunst des Lokomotivführens" ist ein sanfter Ritt, ein leise schwebendes Buch über all das, was nicht sein kann und was sein könnte. Ein Buch aus einem kleinen engagierten Verlag, dem nicht nur deshalb viele Leserinnen und Leser zu wünschen sind. Wäre Steven Carroll Lokomotivführer, er dürfte den Big Wheel lenken. (P.Philippi)

Der Wolkenatlas

David Mitchell: Der Wolkenatlas
Übersetzt von Volker Oldenburg.
704 Seiten, gebunden

Rowohlt Verlag 2006

ISBN: 3498044990
EAN: 9783498044992

24,90 EUR

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Unsere Empfehlung:

Es ist ganz offensichtlich David Mitchells Sache nicht, einen Roman zu schreiben, der uns die Figuren x und y in nur einer Geschichte von A nach B vorführt. Das war schon in dem großartigen Chaos sein Erzählprinzip und auch hier sind der Geschichten soviele, ist Mitchells Erzähllust so gewaltig, dass man nach Hilfen sucht, die Struktur beschreibend in den Griff zu bekommen, und das könnte dann so aussehen: A-B-C-D-E-F-E-D-C-B-A.

Wir beginnen und beenden die Lektüre mit den Tagebucheintragungen eines For-schungsreisenden im Pazifik, man schreibt das Jahr 1849, und nach Unruhen in der kolonisierten Welt schifft sich der desillusionierte und kranke Amerikaner auf der Prophetess ein, die Kunde vom Gold in Amerikas Westen hat auch ihn erreicht.
1931 bekommt ein britischer Musiker beim Durchstöbern der Bibliothek seines verehrten Vorbilds und Gönners eben dieses Tagebuch in die Hand, und schreibt seinem Freund Sixsmith nach London vom Erfolg seiner nicht ganz redlichen Bemühungen um den Fortgang seiner Karriere und die Ehefrau des Meisters.

Auf unterschiedliche Weisen, verschlüsselt oder nur leicht versteckt, stehen so all diese Geschichten, die uns noch ins London der siebziger Jahre, in unsere abenteuerliche Gegenwart, in eine Zukunft der Klongesellschaft und weiter führen werden, für sich, und sind doch miteinander verwoben, wie die Geschichte selbst es ist. Dass Mitchell uns nun auch noch von der Tagebuch- zur Briefform, von dieser zum auktorialen Bericht und zur dialogischen Form, zum Roman im Roman und wieder zurück führt, mutet fast wie eine Verschwendung der Möglichkeiten an, ist aber in jeder dieser Geschichten stimmig und wenn wir in der alles aufsaugenden Episode vom Ende des zivilisierten Menschen angekommen sind, dürfen wir uns zum Glück wieder ´zurück´- lesen durch die Geschichte und sind nicht wenig geneigt, ins Grübeln zu geraten über diesen phantastischen Parforceritt. In seinen Einzelteilen spannende Lektüre wird Mitchells Buch in der Gänze zum großen Geschichts-Mosaik. (F.Peters)

Aussicht auf bleibende Helle

Renate Feyl: Aussicht auf bleibende Helle
Die Königin und der Philosoph.
263 Seiten, gebunden

Kiepenheuer & Witsch 2006

ISBN: 3462037129
EAN: 9783462037128

18,90 EUR

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Königin Sophie Charlotte und Gottfried Wilhelm Leibniz - eine Liebe im Geiste. Feyl erzählt in dieser historischen Romanbiographie die Geschichte einer Beziehung, die aus dem lebendigen Austausch der Gedanken Funken der Leidenschaft schlägt.Sophie Charlotte, geboren 1668 auf Schloss Iburg im Fürstenbistum Osnabrück, begegnet Leibniz am elterlichen Hofe in Hannover, wo er in kurfürstlichen Diensten steht. Mit sechzehn Jahren heiratet sie Friedrich III., den Sohn des Großen Kurfürsten, und geht mit ihm nach Berlin. Hier besucht sie Jahre später der weithin berühmte Mathematiker und Philosoph, um sie für den Plan zu gewinnen, eine Akademie der Wissenschaften zu gründen. Im Laufe der zahlreichen anregenden, geistreichen Gespräche entwickelt sich eine enge Beziehung, und Leibniz wird zum Gefährten ihrer Gedanken. Feyl erzählt mit großem Gespür für die Sprache des Barock und die leisen Zwischentöne vom Zauber einer “mariage mystique” - einer geistigen Liebe voller Esprit und Dezenz. Und es gelingt ihr, die Atmosphäre des Berlin im Aufbruch, die Zwänge des höfischen Protokolls und die Freiheit des intellektuellen Austauschs in eindrucksvollen Bildern einzufangen - und zugleich das Porträt einer faszinierenden jungen Frau zu zeichnen, die eine eigenständige Rolle sucht und das geistige Klima am Hofe prägt. (KLappentext)

Der Stoff aus dem das Leben ist


Stefan Klein: Zeit
Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung.
320 Seiten, gebunden

S. Fischer Verlag 2006

ISBN 3-10-039610-3

18,90 EUR

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Was ist Zeit? Wie erleben wir sie? Wie gehen wir mit ihr um? Einstein erkannte, dass Zeit relativ ist. Jetzt vollenden Hirnforscher seine Revolution: Sie entdecken die innere Zeit.

Stefan Klein nimmt uns mit auf eine ungewöhnliche Reise durch unser Bewusstsein. Denn das Zeitempfinden ist eine der erstaunlichsten Leistungen unseres Geistes. Fast alle Funktionen des Gehirns wirken dabei zusammen - Körpergefühl und Sinneswahrnehmung; Emotionen und Selbstbewusstsein; Erinnerung und die Gabe, Zukunftspläne zu schmieden. Auch die Kultur beeinflusst, wie wir das Verrinnen der Stunden und Minuten erleben.

Stefan Klein zeigt, wie wir unsere Zeit aufmerksamer wahrnehmen und besser nutzen können. Denn äussere Umstände bestimmen unser Zeitempfinden längst nicht so sehr, wie wir glauben, und wir können den Zeitsinn leichter verändern als fast alle anderen Vorgänge im Gehirn: Der Film unseres Lebens entsteht im Kopf, wir selbst sind seine Regisseure.

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