Aus dem buchladen-Regal: ausgewählte Neuerscheinungen
...denen wir viele LeserInnen wünschen

Sick: Happy Aua   Maron: Ach Glück   Mankell: Die italienischen Schuhe   Orsenna: Weisse Plantagen   Bernuth: Innere Sicherheit   Murray: An Evening...   Rönkä: Der Grenzgänger   Torday: Lachsfischen im Jemen   Hacker: Die Habenichtse   Precht: Lenin kam nur bis...   Bilden Sie mal einen Satz mit...   Bottini: Im Sommer der Mörder   Geiger: Es geht uns gut   Tesich: Ein letzer Sommer  
 

Happy Aua

Bastian Sick: Happy Aua
Ein Bilderbuch aus dem Irrgarten der deutschen Sprache
140 Seiten, Taschenbuch

Kiepenheuer & Witsch Verlag

ISBN: 978-3462039030

9,95 EUR

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Gordon Blue, gefühlte Artischocken, strafende Hautlotion – nichts, was es nicht gibt!

Bastian Sick sammelt sie Woche für Woche. Seit er seine Internet-Kolumne "Zwiebelfisch" schreibt, erreichen ihn täglich die mal komischen, mal erschreckenden Entdeckungen seiner Leser und Leserinnen über die deutsche Sprache. Diese Fundstücke hat er zusammengestellt und mit Kommentaren versehen. Herausgekommen ist das bizarrste Deutschlesebuch der Welt.

Speisekarten sind besonders gefährdet, und Werbeprospekte gibt es eigentlich nie ohne. Ein fehlerfreies Hinweisschild ist eine Rarität, und die Tageszeitungen beliefern uns kostenfrei mit den neuesten Nachrichten aus Politik, Kultur und Sport: die kleinen Verschreiber, die falsch gesetzten Apostrophe, die gefühlten Kommas, die missverständlichen Anweisungen und die unfreiwillig komischen Wortkombinationen. Da wird der Müll nicht mehr nach Bioabfall, Glas oder Verpackung getrennt, sondern zwischen Restmüll und Mieter unterschieden. Ganz Afghanistan explodiert, aber es gibt nur 28 Tote. Wo liegt Neupfundland? Bei Schnitel mit Championg und Pharmaschinken vergeht uns der Appetit, aber glücklicherweise nicht der Humor.
Das kann natürlich alles aus dem Rudel laufen, aber Bastian Sick hat alle Handycaps, Fluchversuche und andere Mallörs sorgfältig zusammengestellt und auf seine unvergleichliche Art kommentiert. Das war natürlich eine Syphillisarbeit, aber wir werfen ja hier die Säue vor die Perlen. Nach den sensationellen Kolumnenbänden »Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod« versammelt »Happy Aua« den Stoff, aus dem die Sprache in ihrer falschesten Form ist. Vor diesem Deutschlesebuch kann nur gewarnt werden, hier ist alles falsch und brüllend komisch. (Klappentext)

Ach Glück

Monika Maron: Ach Glück
Roman
224 Seiten, gebunden

S. Fischer Verlag

ISBN 9783100488206

18,90 EUR

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Ob dies nun der von Johanna insgeheim herbeigesehnte Neuanfang ist oder einfach nur ein Aufbruch, als sie kurzentschlossen dem Lockruf der alten russischen Aristokratin Natalia Timofejewna nach Mexiko folgt, weiß sie selbst nicht.
Während sie in 10.000 Meter Höhe erwartungsvoll einer fremdartigen Welt entgegensieht, vielleicht der Begegnung mit der legendären Leonora Carrington, jener wunderbar-verrückten surrealistischen Künstlerin, irrt Achim in Berlin ziellos zwischen den gewohnten Plätzen und Ritualen umher, bedrängt von der Frage, was Johannas Flucht zu bedeuten hat und wie die seltsame Verwandlung seiner Frau mit jenem schwarzen zotteligen Hund zusammenhängt, den sie eines Tages angebunden an einem Abfalleimer an der Autobahn fand und mitnahm.
Ach Glück, sagt Johanna. (Klappentext)

Die italienischen Schuhe

Henning Mankell: Die italienischen Schuhe
Roman
Übersetzt aus dem Schwedischen von Verena Reichel
368 Seiten, gebunden

Zsolnay Verlag 8/2007

ISBN: 9783552054158

21,50 EUR

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Fredrik Welin, ehemaliger Chirurg, lebt allein auf einer kleinen Insel in den Schären. Ihm ist etwas widerfahren, was er nur "die Katastrophe" nennt, und er glaubt, mit dem Leben abgeschlossen zu haben. Da steht eines Morgens Harriet vor ihm, die er einmal sehr geliebt und dann trotzdem verlassen hat. Sie ist schwerkrank, deshalb soll er ihr eine letzte Bitte erfüllen. Mit "Die italienischen Schuhe" hat Henning Mankell einen spannenden Roman über die Liebe und über die Einsamkeit geschrieben, ein Buch voller komischer Situationen, nachdenklich und anrührend zugleich.

Weisse Plantagen

Erik Orsenna: Weiße Plantagen.
Eine Reise durch unsere globalisiserte Welt.
5 Ktn.
Übersetzt von Antoinette Gittinger, Uta Goridis
228 Seiten, gebunden

Beck C. H.

ISBN: 9783406559174

18,90 EUR

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Baumwolle, das "Hausschwein der Botanik" ist ein Rohstoff, der die Geschichte ganzer Länder geprägt hat und von dem Millionen von Menschen bis heute leben und abhängig sind. Auf seiner Reise ins Reich des "Weißen Goldes" besucht Erik Orsenna Plantagen in Mali und den Vereinigten Staaten, Forschungslabors und Farmen in Brasilien und Museen in Ägypten, ausgetrocknete Seen in Usbekistan, Textilfabriken in China und Frankreich. In einer unnachahmlichen Verbindung aus Poesie, Reportage und Realienkunde bringt Orsenna die Mechanismen der Globalisierung zur Sprache, den Kampf um Marktanteile, das Streben nach neuen Produkten, den Konflikt zwischen multinationalen Konzernen und traditioneller Ökonomie, die Rhetorik von offenen Märkten und der weltweiten Praxis des Lobbyismus. Eine brillante Erkundung unserer globalisierten Welt, die zu Recht mit dem Lettre Ulysses Award für die Kunst der literarischen Reportage ausgezeichnet wurde. (Klappentext)

Innere Sicherheit

Christa Bernuth: Innere Sicherheit
Kriminalroman
412 Seiten, kartoniert

Piper Taschenbuch Verlag

ISBN: 9783492249812

8,95 EUR

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Wer war die tote Hanna Schön wirklich? Und woher stammte die Kugel mit Westkaliber in ihrem Kopf? Eine Tote am Ostseestrand der DDR, die viele Rätsel aufgibt, und ein Polizist, der unbeirrt die Wahrheit sucht - Christa Bernuth versetzt uns in ihrem packenden psychologischen Kriminalroman "Innere Sicherheit" auf beklemmend authentische Weise in die Zeit des Kalten Krieges zurück.

"Ein klassischer Kriminalroman. Was das Buch darüber hinaus zu etwas Besonderem macht - der hochsensible, virtuose Umgang mit der Sprache, die perfekt skizzierten Charaktere und die raffinierte Konstruktion der Geschichte. Großartig!" Elle

zur Autorin

Christa Bernuth, geboren 1961, gehört zu den renommiertesten deutschen Krimiautorinnen, ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Bernuth, deren Familie aus Brandenburg stammt, wurde durch einen Besuch in der DDR, bei dem Anfang der achtziger Jahre die Staatssicherheit ihren Freund für viele Wochen gefangennahm, zu ihrem Roman »Innere Sicherheit« inspiriert.
Weiteres zur Autorin: www.christa-bernuth.de

An Evening of long Goodbyes

Paul Murray: An Evening of long Goodbyes
Aus dem Englischen von Wolfgang Müller
576 Seiten, kartoniert
List (im Ullstein Verlag)

ISBN: 3548606768
EAN: 9783548606767

9,95 EUR

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Unsere Empfehlung:

Im Mittelpunkt steht Charles Hythloday, ein selbstzufriedener, verwöhnter, etwas trotteliger Ire, der sich auf elegante Art dem Nichtstun in aristokratischem Ambiente hingibt. Allerdings gerät seine Welt ins Wanken: seine Schwester bringt ihren proletarischen Freund ins Haus, seine Haushälterin verhält sich eigenartig, die Lebenshaltungskosten steigen unerklärlich, die Bank will den Besitz pfänden - man wähnte sich anscheinend nur wohlhabend. Und dann kommt seine verwitwete Mutter zurück aus der Anstalt und wirft ihn aus dem Haus...
Die ganze Handlung zu beschreiben sprengt den Rahmen, kurzum: Charles landet in einem runtergekommenen Viertel, ausgerechnet beim Prolofreund der Schwester, er muss sich Arbeit suchen... etliche Verwicklungen nehmen ihren Lauf. Murray erzählt hier eine fulminante Geschichte, sie sprudelt nur so von slapstickartigen Szenen (Monthy Python lässt grüßen). Die Komik gewinnt die Geschichte u.a. durch die Diskrepanz der Wahrnehmung von Seiten Charles, seine fast trottelig naive Einschätzung der Dinge entspricht nicht der harten Wirklichkeit (lässt hier Mr. Bean grüßen?) und so gerät er in groteske Situationen.
Obwohl man/frau am Ende fast ermattet im Lesesessel zurücksinkt ob der Menge an sprühenden überbordenden komischen Szenen, es bleibt: dieser Roman ist vergnüglicher, britischer Humor vom Feinsten.
P.S. „An Evening of Long Goodbyes“ ist der Name eines Hundes, der bei einem Hunderennen eine Rolle spielt... (A. Mantwill)

Der Grenzgänger

Matti Rönkä: Der Grenzgänger.
Originaltitel: Tappajan näköinen mies. Übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara
222 Seiten, gebunden

Grafit Verlag

ISBN: 3894256524
EAN: 9783894256524

17,90 EUR

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Unsere Empfehlung:

Viktor Kärppä hat in Helsinki ein Detektivbüro eröffnet und nimmt Aufträge aller Art an. Oft ist er – als russischer Emigrant - Vermittler und Dolmetscher russischer Einwanderer, hilft beim Ausfüllen von Formularen, bei den ersten Schritten in Finnland. Ab und an erledigt er Botengänge für russische Mafiabosse, die z.B. kopierte Markenware über die Grenze schmuggeln. Ab und an besteht auch der KGB, für den er auch mal Informationen besorgt hat, auf kleinen Diensten. Nun erhält er den Auftrag des Antiquars Larsson, seine verschwundene Frau Sirje zu finden. Ein leichter Auftrag, scheint es. Doch Sirje ist die Schwester eines estnischen Drogenbosses und Kärppäs Nachforschungen stören die Arbeit der Esten, die ihr Einflussgebiet auf Finnland auszudehnen scheinen, und das auf Kosten der Russenmafia? Kärppä gerät in eine komplizierte Lage, zwischen russische und estnische Schmuggler.
Mit der Figur des Viktor Kärppä betritt ein erfrischend wenig zur Schwermut neigender Privatdetektiv die kriminalistische Bühne. Kärppä ist ein Grenzgänger in mehrfacher Hinsicht. Er ist Grenzgänger zwischen den Kulturen: seine Familie wanderte aus Finnland nach Russland. Kärppä litt während seiner Kindheit zu Sowjetzeiten an seinen finnischen Wurzeln und nun in Finnland begegnet man ihm als Russen mit Misstrauen. Er ist Grenzgänger zwischen den Ländern Finnland, Russland, Estland, wenn er seine Aufträge erledigt. Er ist Grenzgänger zwischen Gut und Böse, überschreitet hier und da die Legalität - wobei er sich immer bemüht nicht zu sehr gegen die Gesetze zu verstoßen.
„Der Grenzgänger“ ist ein schnörkelloser, gut konstruierter Krimi, der in einer eher abgelegenen, aber faszinierenden Ecke unseres Planeten spielt. (A. Mantwill)

Lachsfischen im Jemen

Paul Torday: Lachsfischen im Jemen. Übersetzt von Thomas Stegers
317 Seiten, gebunden

Berlin Verlag
2007

ISBN: 3827006996
EAN: 9783827006998

19,90 EUR

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Unsere Empfehlung:

Welch eine absurde Idee! Aus dem Stegreif fallen dem Fischereiexperten Dr. Alfred Jones im Ministerium für Umwelt genügend Gründe ein, warum es ein undurchführbarer Plan ist, für den der jemenitische Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama um fachmännische Unterstützung anfragt. Der Scheich – er hat in Schottland ein Anwesen, wo er selbst die Lachsfischerei kennen und lieben gelernt hat - hat die Vision, den Menschen im Jemen diese friedvolle Erfahrung nahe zu bringen und stellt dafür die finanziellen Mittel bereit. Dies wertschätzt auch bald die britische Regierung, die sich in Form des PR-Ministers einschaltet: das Projekt soll hohe Priorität haben, es stellt eine gute Gelegenheit dar, einmal positive Nachrichten aus dem Engagement im Mittleren Osten zu vermitteln. Und Dr. Jones steht nach Anweisung von ganz oben vor der Wahl: eine Lösung ausarbeiten oder seinen Job verlieren. Er zieht die Arbeit an dem Projekt vor, die Bekanntschaft mit dem charismatischen Scheich beflügelt ihn und nicht zuletzt auch die Zusammenarbeit mit der Angestellten einer Beraterfirma des Scheichs. Schritt für Schritt werden die Hindernisse dank Technik - Geld spielt keine Rolle - und fachkundiger Lösungen überwunden.
Laienhaft ausgedrückt stellt sich das Unterfangen so dar: man setzt die schottischen Lachse, die in speziell angefertigten Containern warten werden, in einem Wadi aus, einem trockenen Tal, das nur nach lang anhaltenden Regenfällen Wasser führt, dann aber heftig. Die Lachse sollen während der wasserreichen Regenzeit dazu gebracht werden, den Wadi von unten nach oben zu durchwandern, um an seinem Ausgangspunkt zu laichen. Ein Highlight des Projekts soll die Eröffnung der ersten Lachsfischsaison in dem vorgesehenen Wadi sein, bei der der Prime Minister vor den Medien mit einem gefangenem Fisch auftreten will...
Torday entwickelt diese Geschichte humorvoll und satirisch in wechselnden Perspektiven durch emails, Notizen, Tagebucheinträge, Zeitungsnachrichten und Ermittlungsprotokolle. Durch das Hauptthema um den Glauben an das Unmögliche schlängeln sich dabei etliche Nebenthemen durch den Erzählfluss, Geschichten um eine alte Liebe, die vielleicht nie eine war und um eine aussichtslose neue, um einen Atten-tatsversuch, um den Irakkrieg und einen vermissten Verlobten, um mediengeile Politiker und deren Berater und nicht zuletzt um das Geheimnis des Lachsfischens. Aber man muss kein Angelfan sein um diesen Roman genießen zu können. (A. Mantwill)

Jetzt im Taschenbuch: Die Habenichtse

Katharina Hacker: Die Habenichtse.
Roman
308 Seiten, kartoniert

Suhrkamp Taschenbuch Verlag

ISBN: 9783518459102

18,90 EUR

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Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2006

"Ich bin glücklich, wollte Jakob sagen, aber der Satz war wie ein Holzpüppchen, das man behutsam aufstellte und das sich doch nur einen Augenblick hielt, bevor es umkippte."

Isabelle und Jakob treffen sich am 11. September 2001 nach Jahren auf einer Party in Berlin wieder. Sie verlieben sich, heiraten und bekommen die Chance, nach London zu ziehen, wo Jakob - Schicksal? Zufall? - eine Stelle in einer Anwaltskanzlei antritt, die eigentlich für einen Kollegen vorgesehen war, der bei den Anschlägen auf das World Trade Center umgekommen ist. Isabelle arbeitet von dort aus weiter für ihre Berliner Grafikagentur und genießt, in den spannungsreichen Wochen vor Ausbruch des Kriegs im Irak, ihr Londoner Leben. Die beiden haben alles, was ein junges, erfolgreiches Paar braucht - und stehen doch mit leeren Händen da. Sehnsüchtig und ratlos sehen sie zu, wie ihr Leben aus den Fugen gerät. Jakob ist fasziniert von seinem Chef, Isabelle von Jim, dem Dealer. Die untergründigen Ströme von Liebe und Gewalt werden spürbar, und das Nachbarskind Sara wird ihr Opfer. Wie das Weltgeschehen ins eigene Leben eingreift, wie sehr dabei die Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen oder mitzufühlen, kollidiert mit der Sehnsucht nach existentiellen Erfahrungen, das erzählt Katharina Hacker meisterlich.
Sie erzählt von jenen Mittdreißigern, die alle Möglichkeiten und Handlungsfreiheiten haben, sich selbst und die Menschen in ihrer Umgebung aber nicht vor Unheil bewahren können. (Klappentext)

Lenin kam nur bis Lüdenscheid

Richard David Precht: Lenin kam nur bis Lüdenscheid. Meine kleine deutsche Revolution
352 Seiten, kartoniert

List (im Ullstein Verlag)
März 2007

ISBN: 3548606962
EAN: 9783548606965

8,95 EUR

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Die Biographie einer Dekade - erzählt als Familiengeschichte: klug, einfühlsam und amüsant führt Richard David Precht durch seine linke Kindheit in den Siebzigern.

Lenin kam nur bis Lüdenscheid, bis Solingen ist er nie gekommen. Aber in den Zeltlagern der DKP in Lüdenscheid war die Weltrevolution schon geglückt. Liedermacher sangen von der großen Solidarität zwischen Kindern und Erwachsenen, man feierte den "Internationalen Tag des Kindes«, und die Schauspieler des Jugendtheaters "Rote Grütze" trugen Unterhemden mit aufgemalten Brüsten und redeten über Pipi.

Geboren 1964 als Kind westdeutscher Linker im provinziellen Solingen, lernt Richard David Precht schon früh, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, zwischen Sozialismus und Faschismus. Und er wächst auf mit einem klaren Feindbild: den USA. Coca-Cola ist zu Hause ebenso verpönt wie Ketchup, "Flipper", "Daktari" oder "Raumschiff Enterprise", dafür gibt es aber das Grips Theater und Lieder von Degenhardt und Süverkrüp. Seine Eltern sind noch engagierter als viele ihrer Zeitgenossen - sie adoptieren zwei Kinder aus Vietnam und schicken ihren Nachwuchs ins Jugendkulturzentrum der SDAJ. Prechts Kindheits- und Jugenderinnerungen sind eine durchaus liebevolle Rückschau auf ein politisches Elternhaus, die bei allen Altersgenossen vertraute Erinnerungen an die Leidenschaften eines vergangenen Jahrhunderts wachrufen werden.
Amüsant, nachdenklich und mit dem Gespür für die prägenden Details erzählt er das Gegenstück zur bürgerlichen Jugend der "Generation Golf".

Bilden Sie mal einen Satz mit...

Bilden Sie mal einen Satz mit...
555 Ergebnisse eines Dichterwettstreits
Herausgegeben von Robert Gernhardt und Klaus Cäsar Zehrer
152 Seiten, gebunden

Fischer Taschenbuch Verlag
Mai 2007

ISBN: 3596174376
EAN: 9783596174379

8,00 EUR

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"Bilden Sie mal einen Satz mit ..." - so lautet die Formel für ein poetisches Vergnügen besonderer Art. Robert Gernhardt hatte 1981 diesen Reimsport erfunden, der schnell Berühmtheit erlangte und zum Gesellschaftsspiel wurde. Im Jahre 2005 haben Robert Gernhardt und Klaus Cäsar Zehrer nun zu einem regelrechten Dichterwettstreit aufgerufen und einige hundert Dichter spielten mit. Dieser Band versammelt die allerbesten, d. h. raffiniertesten, ausgefallensten, elegantesten und dreistesten Gedichte. Ein herrlicher Spaß und eine Einladung auch einmal selbst einen Satz mit ... zu bilden.

 

Im Sommer der Mörder

Oliver Bottini: Im Sommer der Mörder

464 Seiten, kartoniert

Fischer Taschenbuch Verlag
Juli 2007

ISBN: 3596166381
EAN: 9783596166381

8,95 EUR

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Der zweite Fall für Louise Boni

"Ebenso stark wie der Vorgänger! Eindringlich schildert Oliver Bottini
den Fortgang der Geschichte, deren Reiz man sich nur schwer entziehen kann."

Sabine Reiß, Krimi-Couch, 5/06

Die Idylle von Kirchzarten war trügerisch: Unter dem Schuppen hatten Unbekannte ein illegales Waffenlager angelegt. Louise Bonì, die Freiburger Hauptkommissarin steht vor dem schwierigsten Fall ihrer Karriere. Erste Spuren führen zurück in das zerfallende Jugoslawien der Neunziger Jahre. Doch als ein kaltblütiger Mord geschieht, beginnt Louise zu begreifen, dass der Fall weit größere Dimensionen hat.

Oliver Bottini, der für seinen ersten Kriminalroman "Mord im Zeichen des Zen" den Deutschen Krimi Preis erhielt, hat einen hochaktuellen und brisanten Roman geschrieben, in dem es um Waffenschmuggel und internationalen Terrorismus geht. (Klappentext)

Es geht uns gut

Arno Geiger: Es geht uns gut
400 Seiten, kartoniert

dtv Verlag

ISBN 978-3-423-13562-7

9,50 EUR

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Philipp Erlach hat das Haus seiner Großmutter in der Wiener Vorstadt geerbt, und die Familiengeschichte, von der er definitiv nichts wissen will, sitzt ihm nun im Nacken. Arno Geiger erzählt sie mit einer Unmittelbarkeit, als wäre jeder Tag der Vergangenheit unsere Gegenwart, und es gelingt ihm, jedes Jahrzehnt in einem einzigen Tag lebendig zu machen. So schildert er das Schicksal von Alma und Richard, die 1938 gerade Ingrid bekommen und nichts mit den Nazis zu tun haben wollen. Vom fünfzehnjährigen Peter, der 1945 mit den letzten Hitlerjungen durch die zerbombten Straßen läuft. Von Ingrid, die mit dem Studenten Peter eine eigene Familie gründen will, und von Philipp, dem Sohn der beiden. Arno Geiger erzählt mit einer Unmittelbarkeit, als wäre jeder Tag der Vergangenheit unsere Gegenwart. Höchst anschaulich gelingt es ihm, ein trauriges und komisches Jahrhundert lebendig zu machen.

Siebzig Jahre Geschichte, siebzig Jahre Familiengeschichte. Gescheiterte Erfinder, trotzige Töchter, Minister und Meteorologinnen. Über drei Generationen hinweg erzählt Arno Geiger von einer Familie aus Wien und läßt ein trauriges und komisches Jahrhundert lebendig werden.

Tesich: Ein letzter Sommer - jetzt im Taschenbuch

Steve Tesich: Ein letzter Sommer
Originaltitel: Summer Crossing.
Übersetzt von Heidi Zerning.
491 Seiten, kartoniert

Ullstein Taschenbuchvlg.
April 2007

ISBN: 3548606784
EAN: 9783548606781

8,95 EUR

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East-Chicago, 1969: Daniel Price, der 18jährige Held und Ich-Erzähler, schließt zusammen mit seinen Freunden Larry und Billy die Highschool ab. Die unbeschwerten Tage sind gezählt: Die Zukunft warte auf sie, wird den drei Freunden gesagt, aber sie haben keine Ahnung, wo. Vor ihnen liegt ein Sommer der Entscheidungen und viel schneller als erwartet trennen sich ihre Wege - Billy wählt das ruhige Leben in East-Chicago, Larry die Revolte und Daniel bleibt zunächst unentschlossen - nur nicht, als er sich in die unergründliche Rachel verliebt. Sie ist für ihn das Versprechen einer großen weiten Welt, die Flucht aus den Konflikten seiner schönen, exotisch anmutenden Mutter mit seinem krebskranken, verbitterten Vater. Doch Daniels Liebesglück ist überschattet von einem Familiengeheimnis Rachels, das ihn immer tiefer in den Sog seiner widersprüchlichen Gefühle zieht.

Steve Tesich schildert in "Ein letzter Sommer" die Komplexität des Erwachsenwerdens - poetisch, liebevoll und mit analytischem Blick. Im Zentrum stehen jugendliche Hoffnungen, ambivalente Gefühle und eine kraftvolle Liebesgeschichte, die das Leben des Helden verändern: Daniel geht aus diesem letzten Sommer der unterschiedlichsten Empfindungen zwischen Tod und unerfüllter Sehnsucht wie neugeboren hervor und tritt, ausgestattet mit dem nötigen Rüstzeug, in die Welt hinaus.

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