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unsere Rezension:
Hans Ulrich Treichel verdankt der Leser neben einer wunderbar leicht
geschriebenen Geschichte über das schwere Lieben auch bedeutende
Erkenntnisse über retrospektive Eifersüchte und andere Gefühlsverirrungen.
In schönen Sätzen erzählt er am Rande der Melancholie
von Wünschen, die sich besser nicht erfüllten, vom Versuch seines
leicht orientierungslosen, kunststudierenden Protagonisten, weibliche
Herzen zu erobern, und berichtet von dessen Scheitern - was auch sonst
könnte ein Gott auf Erden tun. (F. Peters)
Verlagswerbung:
Als Albert der schönen Elena begegnet, ist es um ihn geschehen.
Ist sie die Frau seines Lebens, die er schon immer gesucht hat, und wird
sie, nicht ganz frei und doch zu haben, seiner nach wochenlangem Zögern
endlich vorgebrachten Einladung zu einem Spaziergang folgen?
Auf einer Parkbank im Berliner Tiergarten passiert es dann: Sie kommen
sich näher, die Italienerin und der so norddeutsche Student der Kunstgeschichte,
und sie werden ein Paar. Doch eines Tages bekennt Elena, zurück in
ihre Heimat zu wollen, um dort den Traum von der Selbständigkeit
zu realisieren. Ende des Glücks? Nein. Albert geht mit, man kann,
denkt er, auch in sardischer Einsamkeit über Caravaggio forschen.
Dort aber, in Carbonia, einem tristen Bergarbeiterstädtchen, dreht
sich der Wind, der die junge Liebe soeben noch entfacht hat. Aus der melancholischen
Barkellnerin ist die nun beinahe lebensfrohe Besitzerin eines Kosmetikstudios
geworden, und Albert, der im Hinterzimmer des Salons ein eher karges Dasein
fristet, beginnt von Berlin und den blaugrünen Augen einer Kieler
Geologiestudentin zu träumen, die ihm am Strand begegnet ist.
Nach einer letzten Nacht verabschieden sich Elena und Albert. Doch bevor
er sie verläßt und sich auf den Weg zum Busbahnhof von Carbonia
macht, versprechen sie sich ein baldiges Wiedersehen und wissen doch:
Ihr beider Traum war wohl zu schön, um wahr zu werden.
Über den Autor:
Hans-Ulrich Treichel, am 12.8.1952 in Versmold/Westfalen geboren, lebt
in Berlin und Leipzig. Er studierte Germanistik an der Freien Universität
Berlin und promovierte 1984 mit einer Arbeit über Wolfgang Koeppen.
Er war Lektor für deutsche Sprache an der Universität Salerno
und an der Scuola Normale Superiore Pisa. Von 1985-1991 war er Wissenschaftlicher
Mitarbeiter für Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin und habilitierte
sich 1993. Seit 1995 ist Hans-Ulrich Treichel Professor am Deutschen Literaturinstitut
der Universität Leipzig.
(Quelle: Verlag)
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