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...denen wir viele LeserInnen wünschen


Ein Gott auf Erden...

Treichel, Hans Ulrich: Der irdische Amor. Roman.
255 S., kartoniert
Suhrkamp Taschenbuch Verlag 2004

ISBN: 3-518-45603-2

8,50 EUR

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Treichel: Amor

unsere Rezension:

Hans Ulrich Treichel verdankt der Leser neben einer wunderbar leicht geschriebenen Geschichte über das schwere Lieben auch bedeutende Erkenntnisse über retrospektive Eifersüchte und andere Gefühlsverirrungen.

In schönen Sätzen erzählt er am Rande der Melancholie von Wünschen, die sich besser nicht erfüllten, vom Versuch seines leicht orientierungslosen, kunststudierenden Protagonisten, weibliche Herzen zu erobern, und berichtet von dessen Scheitern - was auch sonst könnte ein Gott auf Erden tun. (F. Peters)

Verlagswerbung:

Als Albert der schönen Elena begegnet, ist es um ihn geschehen. Ist sie die Frau seines Lebens, die er schon immer gesucht hat, und wird sie, nicht ganz frei und doch zu haben, seiner nach wochenlangem Zögern endlich vorgebrachten Einladung zu einem Spaziergang folgen?
Auf einer Parkbank im Berliner Tiergarten passiert es dann: Sie kommen sich näher, die Italienerin und der so norddeutsche Student der Kunstgeschichte, und sie werden ein Paar. Doch eines Tages bekennt Elena, zurück in ihre Heimat zu wollen, um dort den Traum von der Selbständigkeit zu realisieren. Ende des Glücks? Nein. Albert geht mit, man kann, denkt er, auch in sardischer Einsamkeit über Caravaggio forschen.
Dort aber, in Carbonia, einem tristen Bergarbeiterstädtchen, dreht sich der Wind, der die junge Liebe soeben noch entfacht hat. Aus der melancholischen Barkellnerin ist die nun beinahe lebensfrohe Besitzerin eines Kosmetikstudios geworden, und Albert, der im Hinterzimmer des Salons ein eher karges Dasein fristet, beginnt von Berlin und den blaugrünen Augen einer Kieler Geologiestudentin zu träumen, die ihm am Strand begegnet ist.
Nach einer letzten Nacht verabschieden sich Elena und Albert. Doch bevor er sie verläßt und sich auf den Weg zum Busbahnhof von Carbonia macht, versprechen sie sich ein baldiges Wiedersehen und wissen doch: Ihr beider Traum war wohl zu schön, um wahr zu werden.

Über den Autor:

Hans-Ulrich Treichel, am 12.8.1952 in Versmold/Westfalen geboren, lebt in Berlin und Leipzig. Er studierte Germanistik an der Freien Universität Berlin und promovierte 1984 mit einer Arbeit über Wolfgang Koeppen. Er war Lektor für deutsche Sprache an der Universität Salerno und an der Scuola Normale Superiore Pisa. Von 1985-1991 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin und habilitierte sich 1993. Seit 1995 ist Hans-Ulrich Treichel Professor am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig.
(Quelle: Verlag)

Nie mehr schlafen

Hermans, Willem Frederik: Nie mehr schlafen. Roman
( Originaltitel: Nooit meer slapen).
Aufbau Taschenbuch Verlag 2003
319 S., kartoniert

ISBN: 3-7466-2041-4

8,50 EUR

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hermans: Schlafen

unsere Rezension:

Willem Frederik Hermans schreibt indes keine sympathisch-leichten Geschichten.
Der zu den niederländischen Klassikern der Nachkriegsliteratur zählende Autor, endlich vom Leipziger Kiepenheuer Verlag ins Deutsche übertragen, erzählt hier die Geschichte eines aufstrebenden Wissenschaftlers und seiner, zur Untermauerung einer diffusen geologischen Theorie unternommenen, Expedition nach Norwegen, die in einer Katastrophe endet.
Wie schon zuvor in `Die Dunkelkammer des Damokles´, ist die Geschichte Kulisse für eine Bühne, auf der die große Frage verhandelt wird: was ist der Mensch. Hermans analytischer Stil, seine prägnant knappen Sätze schonen den Leser nicht, lassen ihn frösteln, wenn er erkennt, daß diese Reise zum eigenen Ich keine Ankunft verheißt. (F. Peters)

Verlagswerbung:

Der niederländische Student Issendorf unternimmt gemeinsam mit drei norwegischen Kommilitonen eine Expedition in die Finnmark.
Er hofft, Beweise für eine Theorie zu finden, die ihn über Nacht zu einem berühmten Forscher machen könnten: Nach Erkenntnissen seines Professors sollen einige Seen in der Gegend durch Meteoriteneinschläge entstanden sein.

Doch in Norwegen angekommen, muß Issendorf feststellen, daß man ihm nicht nur die dringend benötigten Luftaufnahmen vorenthält. Auch die Exkursion gerät zu einem Alptraum. Tausende von Mückenstichen, das unwegsame Gelände und das naßkalte Klima steigern die Strapazen ins Unerträgliche. In einem verzweifelten Akt der Selbstüberschätzung verläßt Issendorf seinen Freund Arne und macht sich auf eigene Faust auf den Weg. Als er völlig erschöpft zurückfindet, ist sein besonnener Freund tödlich verunglückt. Zwar bleibt die Hypothese vom Meteoriteneinschlag unbewiesen, doch war Issendorf auf seinem Weg zurück in die Zivilisation Zeuge eines ungewöhnlichen Lichtphänomens: Ohne es zu ahnen, hat er über der Finnmark einen Meteoriten niedergehen sehen.

Einmal mehr entlarvt Willem Frederik Hermans in diesem stilistisch und psychologisch ausgefeilten Roman menschliches Handeln und Streben als tragikomischen, ja neurotisch geprägten Selbstbetrug.

Die lang erwartete Autobiographie...

Garcia Marquez, Gabriel : Leben, um davon zu erzählen. Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz.
( Originaltitel: Vivir para contarlo).
704 S., geb.
KIEPENHEUER U. WITSCH Verlag 12/2002
ISBN: 3-462-03028-0

EUR 24.90

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Garcia Marquez

... von Gabriel Garcia Marquez ist soeben erschienen. Im ersten Band - der auf drei Bände angelegten Autobiographie - beschreibt Garcia Marquez seine Jugendzeit bis zu seinem Debut als Autor.

»So wurde also in Aracataca der erste von sieben Söhnen und vier Töchtern geboren, am 6. März 1927, bei einem für die Jahreszeit höchst ungewöhnlichen Platzregen, während am Horizont das Sternbild des Stiers aufzog. Der Knabe wäre fast von der Nabelschnur stranguliert worden, da die Hebamme der Familie, Santos Villero, im ungünstigsten Augenblick die Übersicht verlor. So auch Tante Francisca, die zur Eingangstür rannte und wie bei einer Feuersbrunst schrie: "Ein Junge! Ein Junge!" Und gleich darauf, wie beim Sturmläuten: "Rum her, er erstickt." [...]

Ich hätte eigentlich Olegario heißen sollen, das war der Heilige des Tages, doch niemand hatte einen Heiligenkalender zur Hand, also gaben sie mir in der Eile den Namen meines Vaters, und dazu noch den des Tischlers, José, weil er der Patron von Aracataca und März sein Monat war. Misia Juana de Freytes schlug noch einen dritten Namen vor, um der allgemeinen Versöhnung zu gedenken, die innerhalb der Familie und des Freundeskreises mit meiner Geburt stattgefunden hatte, aber auf dem offiziellen Taufschein, der drei Jahre später ausgestellt wurde, vergaß man ihn: Gabriel José de la Concordia.«

(Auszug aus dem ersten Kapitel)

(Quelle: Verlag)

Eine Familiensaga aus Italien: Casa rossa

Marciano, Francesca : Casa Rossa.
Roman.
( Originaltitel: Casa Rossa).
440 S., kartoniert
Goldmann Taschenbuch verlag 2003

ISBN: 3-442-45640-1

9,90 EUR

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Marciano: Casa Rossa

Die Casa Rossa ist verkauft, die Möbelpacker sind bestellt. Alina verbringt ihre Tage damit, sich durch Kisten und Schubladen zu wühlen, Briefe zu lesen und vergilbte Fotos zu betrachten – auf der Suche nach den unausgesprochenen Vermächtnissen ihrer Familie. Alles begann damit, dass sich Alinas Großvater in ein halb verfallenes Bauernhaus verliebte. Er wollte es besitzen, um im Licht Apuliens zu malen – meistens Porträts von Renée, einer Nordafrikanerin von überwältigender Schönheit. Doch Renée verlässt ihn und ihre kleine Tochter Alba unter skandalösen Umständen. Lorenzo wird fast wahnsinnig vor Schmerz, und Alba wächst in der friedvollen Einsamkeit des Mezzogiorno in einer seltsamen Zwischenwelt auf, überschattet von dem Geheimnis um ihre Mutter. Mit Anfang zwanzig zieht sie Hals über Kopf nach Rom, heiratet den Drehbuchautor Oliviero und bekommt zwei Töchter, Isabella und Alina. Doch ihr Dasein als Mutter langweilt sie bald, und sie sucht Zerstreuung.
Ende der siebziger Jahre setzt sich Alina nach New York ab, und Isabella schließt sich einer Gruppe von Terroristen an. Sie wird wegen Mordverdachts verhaftet und zu einundzwanzig Jahren Gefängnis verurteilt. Alina kehrt heim und richtet sich in der Casa Rossa ein.Völlig überraschend meldet sich Daniel bei ihr, ein Amerikaner, mit dem sie in New York eine Beziehung hatte. Er ist in Italien, will sie wieder sehen, und es scheint, als hätte sich für Alina alles zum Guten gewandt. Doch dann passiert etwas, womit sie niemals gerechnet hätte.
(Quelle: Verlag)

 

Unglaubliche Erlebnisse und denkwürdige Begegnungen von unterwegs

Kaminer, Wladimir : Die Reise nach Trulala.
187 S., Geb.
Manhattan im
GOLDMANN Taschenbuch Verlag 2003

ISBN: 3-442-45721-1

7,95 EUR

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Kaminer: Reise nach Trulala

Verlagstext:


Paris - die Stadt der Liebe und des Eiffelturms, der verwinkelten Gassen und überfüllten Touristenbusse. Hier darf Onkel Boris, ein echter sowjetischer Held der Arbeit, Urlaub machen. Dass sich die vermeintliche französische Metropole zu Beginn des Herbstes in ein nebelverhangenes London verwandelt und in Wahrheit eine Kulisse in der südrussischen Steppe ist, werden die Besucher nie erfahren. Auf der Krim dagegen ist alles echt, selbst die angesengten Stiefel des im Krieg über der Halbinsel abgeschossenen Joseph Beuys. Und da genug von dem wertvollen Schuhwerk vorhanden scheint, lebt die Bevölkerung nicht schlecht von den Souvenir sammelnden Kunst-Touristen. Ob in den entlegensten Winkeln der Welt oder in den Straßen der Metropolen, überall lauert das Unerwartete. Und wenn man Wladimir Kaminer als Reiseführer an seiner Seite hat, erlebt man unterwegs zwischen Sibirien und Dänemark, Moskau und Paris garantiert sein blaues Wunder ...

Übrigens: Trulala hat nichts mit dem Kasperle zu tun. Trulala ist eine Stadt auf der Krim. Genau dort kam Beuys während des Zweiten Weltkriegs nach einem Flugzeugabsturz hin...

Ein vielbesprochenes Debut: "Der Schwimmer" von Zsuzsa Bank

Zsuzsa Bank: Der Schwimmer
Roman.
288 S., kartoniert

S. FISCHER VERLAG 2002

ISBN: 3-596-15248-8

EUR 8.90

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Bank: Der Schwimmer

"Wenn ich Ihr Lektor wäre, würde ich schleunigst einen Vertrag mit Ihnen machen", sagt der Seminarleiter der BRIGITTE-Schreibwerkstatt Klaus Modick zu der Autorin. Nun ist ihr Erstlingswerk veröffentlicht bei S.Fischer und hat viele, immer positive Besprechungen in den Feuilletons erhalten.

Ungarn 1956: Die Panzer rollen, der Aufstand schlägt fehl, die Hoffnung scheitert, daß die Welt eine andere hätte werden können. Ohne ein Wort verläßt Katalin ihre Familie und flüchtet über die Grenze in den Westen. Ihr Mann K lm n verkauft Haus und Hof und zieht fortan mit den Kindern Kata und Isti durch das Land.
Während K lm n in Schwermut verfällt, errichten sich Kata und ihr kleiner Bruder Isti ihre eigene Welt: Isti hört, was die Dinge zu erzählen haben - das Haus, die Steine, die Pflanzen, der Schnee -, während Kata den Geschichten der Menschen zuhört, denen sie auf ihrer jahrelangen Reise begegnet. Der genaue Blick der Kinder trifft auf eine Welt, die sie nicht verstehen. Nur wenn sie am Wasser sind, an Flüssen, an Seen, wenn sie dem Vater zusehen, wie er seine weiten Bahnen zieht und wenn sie selber schwimmen - nur dann finden sie verzauberte Momente der Leichtigkeit und des Glücks. Beide ahnen, dass ihr Leben erst beginnt.

(Quelle: Verlag)

Ein wunderbares Debut aus den USA: "Ein Hausboot in Paris" von Lily King

Lily King: Ein Hausboot in Paris. Roman
(original: The Pleasant Hour)
Aus dem Amerikanischen von Christel Dormagen
381 S., kart.
Suhrkamp Verlag 2002

ISBN: 3-518-39950-0

8,00 EUR

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King: Ein Hausboot in Paris

unsere Rezension:

Als deutsche Erstausgabe hat der Suhrkamp Verlag das Debut der Amerikanerin Lily King verlegt.
Was treibt eine junge Amerikanerin als Au-Pair-Mädchen nach Paris? Oft sind das Neugier oder die Aussicht auf eine beruflich nützliche Notiz im Lebenslauf. Nicht so bei der neunzehnjährigen Rosie. Sie ist von zuhause geflohen, vor dem Verlust, vor der Leere, die sie nach einem Opfer empfindet, das sie ihrer Schwester dargebracht hat. Bei der Familie Tivot, die auf einem Hausboot lebt wechseln die Au-Pairs mit jedem Schuljahr wechseln und dieses Jahr übernimmt Rosie den Part. Die Geschichte ist nicht ungewöhnlich: mit den drei Kindern kommt sie gut aus, ebenso mit dem Vater, in den sie sich im Laufe der Zeit verliebt. Nur mit der Mutter hat sie von Anfang an Schwierigkeiten, sie ist distanziert und behandelt sie kühl und etwas von oben herab. Rosie lebt sich in ihren Alltag ein, erfüllt ihre haushälterischen Pflichten, lernt die französische Lebensweise. So, wie ihr Jahr in Paris voranschreitet, erfahren wir LeserInnen die Geschichte der Personen. Am Ende lernt Rosie Nicoles Art zu verstehen, auch sie hatte einen Verlust erfahren.
Erzählt wird hauptsächlich mit Rosies Stimme - detailgenau, sensibel , aufwühlend, zugleich gelassen und fast abgeklärt. Eine dritte Person vermittelt gelegentlich die Sichtweise der anderen Personen. Der Plot ist sehr fein gesponnen, die Personenzeichnung ist komplex und die Entwicklung der Protagonistin von einer auf sich bezogenen, leidenden zu einer sich ihrer Umwelt öffnenden jungen Frau ist voller Spannung, Emotionalität und sprachlich ein Genuss.
Dieses gelungene Erstlingswerk weckt Vorfreude auf hoffentlich noch folgende Bücher der Autorin. (A. Mantwill)

Endlich im Taschenbuch (1) "Das Möwengelächter"

Baldursdottir, Kristin Marja : Möwengelächter. Roman
( Originaltitel: Mavahlatur).
368 S. kart.
FISCHER TASCHENBUCH VLG. 11/2002

ISBN: 3-596-15422-7

EUR 8.90

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Baldursdottir: Möwengelächter

Die Rückkehr der kapriziösen Freyja aus Amerika wirbelt die Welt eines kleinen isländischen Fischerdorfes gründlich durcheinander. Freyjas rote Lippen und ihre tolle Figur bringen das Gleichgewicht der Dorfbewohner erheblich ins Wanken. Auch die respektlose Agga ist ihrer fremden Tante gegenüber voreingenommen. Als dann ein Mord geschieht, sieht sie alle ihre Mutmaßungen bestätigt.

Als die zwölfjährige Agga am Ostermorgen zum ersten Mal in die tiefblauen, eiskalten Augen ihrer Tante Freyja blickt, die als Witwe aus Amerika zurückgekommen ist, ahnt sie nichts Gutes. Und sie soll recht behalten. Auf einmal ist in dem kleinenisländischen Fischerdorf nichts mehr wie vorher: Die Frau mit den rotbemalten Lippen und mit der Figur einer Coca Cola-Flasche bringt nicht nur die Frauen des Ortes gehörig durcheinander, sondern darüber hinaus liegen ihr auch bald fast alle Männer zu Füßen. Agga beobachtet ihre Tante, sie spioniert ihr nach und erfährt Dinge, die sie besser nicht gehört und gesehen hätte. Warum nur unternimmt die Tante diese stundenlangen nächtlichen Wanderungen? Und warum passieren ausgerechnet dann immer so merkwürdige Dinge, die den ein oder anderen sogar das Leben kosten?Ist sie etwa ein Trollweib, das auf Rache sinnt? Oder ist es nur Aggas blühende Phantasie, die aus der Tante eine Mörderin machen will?Das Leben im Dorf wird für Agga immer verworrener und mysteriöser, alles verändert sich, und es sind nicht nur der Abschied von der Kindheit und die Schwierigkeiten mit dem Frauwerden, die ihrem Leben eine andere Richtung geben.Kristin Marja Baldursdottir hat vor einer faszinierenden isländischen Kulisse einen wunderbaren Roman geschrieben, der uns mit den Augen der respektlosen Agga die Welt der Erwachsenen in einem ganz anderen Licht zeigt.

(Quelle: Verlag)

Endlich im Taschenbuch (2): "Das Fest des Ziegenbocks"

Mario Vargas Llosa: Das Fest des Ziegenbocks. Roman
540 S., kart.

Suhrkamp TB Verlag

ISBN: 3-518-39927-6

12,50 EUR

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Vargas Llosa: Das Fest des Ziegenbocks

unsere Rezension:

Mario Vargas Llosa im Herzen der Diktatur
Der peruanische Autor Mario Vargas Llosa hat sich in seinem langjährigen literarischen Schaffen immer wieder mit der Geschichte, der Politik und sozialen Fragen Lateinamerikas beschäftigt. 'Der Krieg am Ende der Welt' oder 'Wer hat Palomino Molero umgebracht?' sind zwei seiner Bücher, in denen die Frage der Macht und des Machtmissbrauchs, der Gewalt und der Korruption im Mittelpunkt standen. Mit seinem neusten Roman 'Das Fest des Ziegenbocks' hat sich Vargas Llosa der Gestalt des dominikanischen Diktators Trujillo bedient, um exemplarisch die Mechanismen einer Gewaltherrschaft aus der Innensicht zu beschreiben.

30 Jahre lang hat Trujillo mit seinem Familienclan und einer Riege skrupelloser Handlanger die Menschen in der Dominikanischen Republik unterdrückt und mit brutalen Mitteln in Schach gehalten. Doch Trujillos Macht wankt; nach einem gegen ihn gerichteten Hirtenbrief der Bischöfe hat sich die ihm bis dahin gewogene katholische Kirche gegen ihn gewandt und auch die USA, seine bisherigen Verbündeten, distanzieren sich mehr und mehr von dem Diktator. Eine Gruppe von Attentätern, die aus unterschiedlichen Gründen zu allem entschlossen sind, vertraut auf die Unterstützung hoher Militärs nach dem Tod des Diktators. Während die Ereignisse im Jahre 1961 auf einen gewalttätigen Höhepunkt zusteuern, erzählt uns Vargas Llosa die Geschichte auch aus anderer Sicht.

Urania Cabral, 49jährige Juristin, ist nach Jahrzehnten des selbstgewählten Exils in New York für einige Tage zurückgekehrt in ihre Heimatstadt Santo Domingo. Aus Sentimentalität? Aus Neugier? Als sie als Jugendliche mit einem Stipendium in die USA ging ohne sich von der Familie zu verabschieden, brach sie alle Brücken ab. Anrufe und Briefe des Vaters, der Tanten und Cousinen bleiben unbeantwortet. Nun trifft sie ihren Vater nach einem Schlaganfall stumm im Rollstuhl sitzend im heruntergekommenen Elternhaus und macht ihm bittere Vorwürfe. Wieviel davon versteht der Greis?

Agustin Cabral war Senatspräsident unter Trujillo und einer seiner Günstlinge ehe er im entscheidenden Jahr 1961 aus nie aufgedeckten Gründen in Ungnade fiel. Nach und nach enthüllt sich dem Leser die Geschichte Uranias und wir erfahren vom Verrat des Vaters an der einzigen Tochter.
Opfer und Täter, Mitläufer und Unschuldige; Vargas Llosa hat einen Platz für alle in seinem Buch. Sein Psychogramm einer Diktatur ist spannend wie ein Thriller, faszinierend in seiner Vielschichtigkeit und abstoßend in manch blutigem Detail. Leichte Kost ist 'Das Fest des Ziegenbocks' sicher nicht, trotz des geschliffenen Stils von Vargas Llosa. Aber ich bin überzeugt, dass dieses Buch sich als eines der Hauptwerke des Autors durchsetzen wird. (P. Philippi)

Endlich im Taschenbuch (3) "Nachrichten aus der wirklichen Welt"

Minana, Juan : Nachrichten aus der wirklichen Welt.
( Originaltitel: Noticias del mundo real).
224 S., kart.
Berliner Taschenbuch Verlag 2002

ISBN: 3-442-76127-1

EUR 8.90

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Minana: Nachrichten aus der wirklichen Welt

unsere Rezension:

Auf den Spuren des Duke
Wussten Sie, dass John Wayne einen Film gedreht hat, der 'Circus World' heißt und in dem der Duke einen Zirkusdirektor spielt? Wenn Sie 'Nachrichten aus der wirklichen Welt' von Juan Minana gelesen haben, werden Sie noch viel mehr über John Wayne wissen, vielleicht sogar mehr, als Sie je wissen wollten.
Die Ausgangssituation von Minanas Roman ist authentisch: im Barcelona der langsam zu Ende gehenden Franco-Ära werden die Außenaufnahmen zu einer Hollywood Großprodukti-on gedreht mit den Stars John Wayne, Rita Hayworth und der jungen Claudia Cardinale in den Hauptrollen. Die (nunmehr fiktive) Handlung ist schnell erzählt: John Wayne, ansonsten ein Muster an Verläßlichkeit, fehlt eines Morgens im Hotel und die beiden spanischen Pro-duktionsassistenten (sprich: Handlanger) Gabriel und Teddy rechnen sich gute Chancen aus, den Duke als erste aufzuspüren. Schließlich kennen sie sich aus in Barcelona und das Ver-sprechen des Regisseurs Samuel Bronston, sie bei Erfolg mitzunehmen nach Hollywood, spornt die beiden zusätzlich an.
Gabriel erzählt die Geschichte von der Suche nach John Wayne, die ein wenig auch die Suche nach den Helden in uns selbst ist. Keine rasante und actionreiche Verfolgungsjagd sondern eine behutsame und liebevolle Annäherung ist Minana mit seinem Roman gelungen. Während die beiden Helden John Waynes Spuren folgen, zeigen sich erste Risse in ihrer Freundschaft. Und geht es nach dem Autoren so hat der Duke in Barcelona erstmals die Diskrepanz zwi-schen dem Mythos und der Person John Wayne erfahren müßen. Nun ja, eine gut erfundene Geschichte ist meist besser als die Wirlichkeit. Warum Gabriel doch nicht in Hollywood ge-landet ist und warum 'Circus World' zu einem solchen Misserfolg wurde, all das sollten Sie selbst nachlesen.
Freundschaft, das Alter und der Umgang dem Tod sind die drei Themen, die Minana am meisten in seinem Buch interessieren. Wenn er den Ich-Erzähler Gabriel auf den letzten Sei-ten des Romans im Monument Valley stehen läßt, 35 Jahre nach den Ereignissen in Barcelona und im gleichen Alter, das John Wayne bei den Dreharbeiten zu 'Circus World' hatte, dann schließt sich zumindest ein Kreis. Andere Kreise bleiben offen in Minanas Roman. Aber so ist das nunmal in der wirklichen Welt.
Zugegeben, 'Nachrichten aus der wirklichen Welt' hat seine Schwächen; immer wieder etwa wird die Handlung durch Exkurse unterbrochen, die nicht alle interessieren. Trotzdem ist Mi-nanas Buch nicht nur für John Wayne Fans ( zu denen ich mich nicht zähle ) eine Entdeckung. (P. Phillipi)

Endlich im Taschenbuch (4): Das Selbstportrait des Erfinders von Linux

Torvalds, Linus Diamond, David : Just for Fun.
Wie ein Freak die Computerwelt revolutionierte. Die Biographie des Linux- Erfinders.

(Originaltitel: Just for Fun - The Story of an Accidental Revolutionary).
275 S., kart.
DEUTSCHER TASCHENBUCH Verlag 12/2002

ISBN: 3-423-36299-5


EUR 9.50

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Torvalds: Just for Fun

Verlagstext:
LINUX hat die Computerwelt revolutioniert - ohne dass sein Erfinder das je beabsichtigt hätte. Linus Torvalds war 1991 ein junger Computerfreak in Finnland, der vergeblich nach einem Betriebssystem suchte, das seinen Vorstellungen entsprach und das er sich leisten konnte. Also entwickelte er es einfach selbst.
Der Rest ist Geschichte. Heute läuft LINUX auf 12 Millionen Rechnern, sowohl im Server- als auch im Anwenderbereich, und sein Erfinder Linus Torvalds ist zur Symbolgestalt der Open-Source-Bewegung geworden.
Just for Fun beschreibt Linus Torvalds' erstaunliches Leben - von der Kindheit in Finnland über seine verschrobenen Teenager-Jahre, als es sein größtes Vergnügen war, auf dem VIC-20 Computer seines Großvaters Programme zu schreiben, bis zu seinem Aufstieg zu weltweitem Ruhm mit LINUX.
Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen äußert Linus Torvalds in diesem Buch seine Ansichten und Beobachtungen. Dadurch wird die Geschichte seines Lebens zu einem Muss für alle, die wissen wollen, wohin Technologie und Business in Zukunft führen werden.


Der Autor: Linus Torvalds studierte an der Universität in Helsinki und ist verheiratet mit Tove Torvalds, der sechsfachen finnischen Karate-Meisterin. Er lebt in San Jose, Kalifornien, und arbeitet für den Chiphersteller Transmeta.

Der Co-Autor: David Diamond ist Executive Editor von Red Herring Magazine und lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Kentfield, Kalifornien.

(Quelle: Verlag)

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