0

Buchtipps

Die knappe präzise Sprache hat mich von Anfang an in den Roman hineingezogen und fasziniert. Kunstvoll entwickelt Hermann Bilder und Szenerien, oft reichen wenige Sätze zur Ausgestaltung. Die Icherzählerin - Ende vierzig - lebt alleine in einem Haus am Meer. Sie hat ihr früheres Leben hinter sich gelassen. Sie fasst es so zusammen: „Ich habe Otis getroffen, wir haben geheiratet und eine Tochter bekommen, Ann. Ann ist groß, und Otis und ich sind auseinandergegangen. Seit fast einem Jahr lebe ich auf dem Land, an der östlichen Küste und in der Nähe meines Bruders.“

„Wenn ich die Erfahrung nicht im Detail erzähle, trage ich dazu bei, die Lebenswirklichkeit  von Frauen zu verschleiern“ schreibt Annie Ernaux. Ja! Und zum Glück hat sie alles  aufgeschrieben. Sie wurde als junge Studentin ungewollt schwanger und berichtet in  diesem autobiografischen Roman mit eindringlicher Genauigkeit von ihrem illegalen Schwangerschaftsabbruch bei einer „Engelmacherin“ in den 60er Jahren. Schicht für Schicht legt Ernaux das Ereignis frei.

Ash ist ein weißer, heterosexueller Junge aus der Mittelschicht. Er hält sich selbst für einen guten Kerl, aber nicht gerade für das Zentrum des Universums. Bis er eines Tages in eine andere Dimension katapultiert wird, in der er genau das ist – das Zentrum des Universums! Damit verfügt ausgerechnet Ash nun über die Macht, die Welt zu verändern. Doch dann geht irgendetwas schief, und Ash führt – aus Versehen – die Rassentrennung wieder ein. Natürlich will er das wieder geradebiegen, aber Vorsicht: Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen.

Besondere Orte und ihre Geschichte Mit dem Ende des Bergbaus, der das Saarland über 150 Jahre lang geprägt hatte,  und der Schließung der Hüttenwerke musste sich das Land neu erfinden, ohne dieses Erbe zu verleugnen.

Zusammen mit seinem Test-Kitchen Team, bestehend aus den vier KöchInnen Noor Murad, Verena Lochmuller, Tara Wigley und Gitai Fischer hat Ottolenghi dieses eher kleinformatige Buch veröffentlicht. Es ist dadurch sehr handlich und besonders küchen- und alltagstauglich, auch durch seinen flexiblen Einband. Ein Gebrauchsgegenstand eben. Die insgesamt 90 Rezepte zeigen, was man aus bereits vorhandenen Vorräten machen kann. Ob eine Dose Erbsen oder Fertigteig – daraus kann ohne zu großen Aufwand ein köstliches Gericht mit dem gewissen Ottolenghi-Touch entstehen!

Soziale Isolation, Überarbeitung und Überschuldung führen  in Frankreich zu einer überproportionalen Selbstmordrate unter Landwirten, die letzte amtliche Erhebung von 2015 nennt die Zahl von täglich zwei Suiziden. So oder so ähnlich steht es nicht allzu häufig in den Zeitungen, es ist aber eine traurige gesellschaftliche Tatsache, und sie liefert den Unterbau für diesen Roman, der in einem Städtchen in der abgelegenen Bergwelt des französischen Massiv Central spielt.

Nach dem Tod ihres Mannes lebt Drehbuchautorin Ruth abgeschieden im Holzhaus auf dem Land. Ihre Kinder haben längst ihr eigenes Leben, während sie das Alleinsein schätzen lernt. Das Einzige, was ihre Landidylle stört, sind Hate-Nachrichten auf Social Media. Ein Troll geht ihr besonders unter die Haut, kennt ihre Geheimnisse und persönlichsten Gedanken.  Plötzlich vermischen sich die Nachrichten mit ihrem Privatleben und Ruth muss sich fragen, wem sie noch vertrauen kann. (V. Panter)

Die kleine Maus Julian ist ein Einzelgänger, er hält sich lieber von allen fern. So war es schon immer und genauso gefällt es ihm. Über der Erde lauern Fressfeinde und unter der Erde, in den unzähligen Gängen, ist ihm zu viel los. Gut für die BetrachterInnen, denn in diesem großflächig illustrierten Bilderbuch gibt es jede Menge zu entdecken. Liebevoll und mit vielen kleinen Details hat Todd-Stanton das unterirdische Höhlensystem von Kaninchen, Dachs und Co dargestellt.

Sasa Stanisic, bisher bekannt durch seine Erwachsenenbücher, hat nun sein erstes Kinderbuch veröffentlicht. Entstanden sind die 28 Geschichten fast alle spontan: zusammengesponnen, für und mit seinem Sohn. So berichtet Stanisic selbst im Vorort. Nicht im Vorwort und so ahnen wir auch schon, was uns erwartet: eine bunte Sammlung skurriler Erzählungen voller Wortwitz, fantastischer Wesen und Verwirrungen. Katja Spitzers charmant verrückte Illustrationen befeuern dabei die Fantasie, lassen Raum fürs gemeinsame Weiterspinnen.

Josef ist 11, als er 1939 mit seiner Familie aus Deutschland vor den Nazis fliehen muss. Isabel lebt im Jahr 1994 in Kuba und macht sich mit ihrer Familie auf zum verheißungsvollen Amerika, um Hunger und politischen Unruhen zu entkommen. Und der 12-jährige Mahmoud verlässt 2015 seine zerstörte Heimatstadt in Syrien, um den Krieg endgültig hinter sich zu lassen und in Deutschland neu anzufangen.