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Laurent Petitmangin: Was es braucht in der Nacht

Der Roman spielt „direkt um die Ecke“, in der Provinz Lothringen. Erzählt wird die Geschichte vom alleinerziehenden Vater zweier Jungs. Die Mutter stirbt als die Kinder Fus und Gillou noch im Grundschulalter sind. Es ist schwierig, doch der Vater – Monteur bei der Staatsbahn SNCF – gibt sich alle Mühe. So feuert er seine Jungs bei Fußballspielen an, fährt mit ihnen an die luxemburgische Mosel zelten, engagiert sich im Ort linkspolitisch. Seine Söhne sollen es mal besser haben, aus dem prekären Arbeitermilieu ausbrechen und studieren – vielleicht Ingenieure bei der Bahn werden.
Doch Fus, der Älteste schreibt immer schlechtere Noten und als sein Vater herausfindet, dass die neuen Freunde von ihm Plakate der rechtsextremen Marine Le Pen für den Front National aufhängen, verstummt er ihm gegenüber zusehends. Bedrückende Sprachlosigkeit breitet sich zwischen ihm und seinem Sohn aus, der seine Grundwerte verrät und sich immer weiter radikalisiert.
Und dann kommt es zur Tragödie. Hätte sie verhindert werden können oder war Fus einfach „zur falschen Zeit am falschen Ort“, wie es sich der Vater fragt? Er war ein hilfsbereiter, freundlicher Jugendlicher; wie konnte er auf die so radikal schiefe Bahn geraten? Wie groß ist Fus‘ eigene Schuld? Die des Vaters? Und was kann elterliche Liebe aushalten? Diese Fragen stellt sich nicht nur der Erzähler, nein. Sie lauern förmlich hinter jedem Satz, drängen sich aber nie auf, sondern kriechen einem beim Lesen langsam den Rücken hoch. (L.Köhl)

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Kategorie: Belletristik