Lucia Berlin: Was ich sonst noch verpasst habe

Faire Woche 2017

Vom 15. bis zum 29. September findet wieder die Faire Woche statt. Die Faire Woche 2017 steht unter dem Motto "Fairer Handel schafft Perspektiven".  Dazu gibt es auch in Saarbrücken Aktionen - z.B. zeigt das Kino Achteinhalb  den Film "La Finca Humana".
medium_fairtradewoche.jpgBei uns hat die Fairtrade Initiative Saarbrücken ein Schaufenster gestaltet, in dem Bücher zum Thema faires Handeln vorgestellt werden.

Zum Beispiel das Buch von Èric St-Pierre, der 17 Länder bereiste, auf den Spuren der FAIRTRADE-Bewegung. Er vermittelt Einblicke in die jeweilige Lebens- und Arbeitswelt. Neben der Begegnung mit den Menschen bilden die Produkte, die sie anbauen oder herstellen, einen Schwerpunkt des Buches. Die 14 Kapitel stellen jeweils eines dieser Produkte vor: Kunsthandwerk, Kaffee, Kakao, Zucker, Tee, Blumen, Reis, Baumwolle, Sheanuss, Quinoa, Wein und Guarana. Abgerundet wird jedes Kapitel durch informative Essays sowie Daten und Fakten zum fairen Handel.

Bei uns liegt auch die Broschüre zur diesjährigen Aktionswoche aus: Rezeptheft zur Fairen Woche 2017. Die schönsten Rezeptideen mit Zutaten aus dem Fairen Handel.

Jetzt auch im Taschenbuch!
Wie kann es sein, dass diese atemberaubenden Kurzgeschichten erst zehn Jahre nach Lucia Berlins Tod entdeckt werden? 43 Erzählungen (von insgesamt 76 Geschichten, die die Autorin je geschrieben hat) bietet diese Sammlung – doch man darf sich keine abgeschlossenen Geschichten vorstellen. Berlin erzählt im Grunde nur eine einzige große Geschichte in vielen kleinen Kapiteln. Wiederkehrende Motive und Figuren ergeben ein Bild, das trotz vieler Lücken ein faszinierendes und hartes Leben erzählt.
Hätte ich das Vorwort der Übersetzerin vielleicht besser erst nach der Lektüre der Stories gelesen? Zu wissen, dass die Autorin in ihren Geschichten aus dem eigenen Leben erzählt, macht diese Lektüre noch ein Stück schmerzhafter.
Meist erzählt Lucia Berlin in der Ich-Form. Da sind Kinder und Jugendliche, die mit Missbrauch und zerrütteten Familienverhältnissen konfrontiert sind, mit Anfeindungen und frühreifen Freundschaften. Da sind Frauen, die mit der Alkoholsucht kämpfen, deren Männer mit Drogen und Entzug vertraut sind, die in der Notaufnahme arbeiten, als Putzfrauen oder Aushilfslehrerinnen. Frauen, die Drogen über die Grenze schmuggeln, ihre dementen Väter im Pflegeheim besuchen und der Schwester beim Sterben beistehen.
Lucia Berlins Geschichten, die immer mit großem zeitlichen Abstand zum Erlebten entstanden sind, treffen tief. Sie sind rau und direkt, traurig und unerwartet, manchmal auch trostlos. Doch immer sind sie durchzogen von trotzigem Humor und großer Wärme. Dieser Humor zeigt sich auch in Berlins oft sprunghafter und überraschender Sprache, ihre hervorragende Beobachtungsgabe spiegelt sich in den kleinen Alltagsbeobachtungen, die in ihre Stories einfließen.
Die englischsprachige Literaturkritik hat Berlin mit Raymond Carver, Alice Munro oder Cechow verglichen, doch nicht nur das autobiographische Element in ihren Erzählungen grenzt sie stark von diesen ab. Mich erinnern diese existenziellen Stories eher an die frühen Kurzgeschichten einer Jayne Ann Phillips oder an Jeannette Walls Schloss aus Glas.
Lucia Berlin ist mit ihren eindringlichen Stories jedenfalls nicht mehr wegzudenken aus der amerikanischen Literaturgeschichte. (P. Philippi)

Berlin, Lucia
dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
ISBN/EAN: 9783423145862
12,90 €
Berlin, Lucia
Arche Verlag AG
ISBN/EAN: 9783716027424
22,99 €
Kategorie:
Belletristik