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Buchtipps

Das sind kleine, sympathische Geschichten aus dem Alltag eines Kindergartenjungen und dessen Papa. Gemeinsam erleben Paul und Papa immer Etwas – nicht nur auf dem Jahrmarkt, beim Tretbootfahren oder am Meer. Auch auf dem Weg zum Kindergarten oder beim Müllrunterbringen werden wichtige Dinge verhandelt. Alltag eben – wunderbar unverstellt. Das Eisenbahnbauen führt die beiden zum S-Bahn-Ring, vom Abifeiern kommen sie zur Raumfahrt, vom Cabriofahren zur Wahrscheinlichkeit und der Indianer trifft auf ein Elektroauto. Erklärend, aber nicht moralisierend.

Endlich Ferien! Vor Tim liegen sechs Wochen ohne Klassenarbeiten und Hausaufgaben. Tim wirft seinen Ranzen in die Luft und kauft sich ein Eis bei Luigi. Dann wird – wie jedes Jahr – gepackt, bis die Heckklappe gerade noch so zugeht. Die Fahrt dauert und dauert – wie immer – ewig, bis Tim und seine Familie endlich am Zeltplatz ankommen.

Ein starkes Mädchen ist diese Minna, die mit ihren sechs Jahren kurzerhand im Friseurladen von Opa Jan und Susette aushilft, Frau Mumi die Gala bringt und ihr die Farbe aus den Haaren wäscht. In Minnas Leben ist so einiges los – kein Wunder, bei so einer liebenswerten Familie: Da ist ihr Bruder Luki, der sein Zimmer am liebsten mag, wenn es wie ein Schlachtfeld aussieht, ihr gestresster Papa, der auch mal ohne Socken loszieht, ihre Mama, in deren Bauch Tarzan Rabatz macht und ihr Opa Jan, der an Minnas erstem Schultag schon um 6 Uhr freudestrahlend auf der Matte steht.

Hakan Nesser, schwedischer Autor, schreibt seit den frühen neunziger Jahren Romane, meist Kriminalromane mit und ohne Serienhelden, in unglaublicher jährlicher Regelmäßigkeit.

Der dritte Fall für Detective Emmanuel Cooper hat einfach alles, was für mich einen guten Krimi ausmacht: Spannung, einen guten Plot, glaubhafte Figuren und eine Prise Humor. Wenn ich als Leser dazu noch etwas über andere Kulturen und Geschichte lerne wie in diesem Fall, nehme ich das gerne als Zugabe.

Vor 20 Jahren kam Saša Stanišić auf der Flucht vor dem Jugoslawienkrieg nach Deutschland, und sein zweiter Roman sollte von einem ostdeutschen Dorf und seinen Bewohnern handeln. Der Autor hat offenbar viel geredet mit den Menschen in der Uckermark und viel recherchiert, bis sein Roman Vor dem Fest Gestalt annahm. Entstanden ist ein höchst ungewöhnliches Buch.

Lassen Sie sich ruhig einmal von einem Buch verzaubern, ehe Sie überhaupt nur eine Zeile gelesen haben. Der Garten über dem Meer kommt in einem feinen Schuber daher, ein Leineneinband mit Jugendstilillustration, die Fadenbindung mit Lesebändchen und wunderbar glattes Papier machen den Roman schon zu einem besonderen Buch.

In einem kurzen Prolog schreibt Rothmann: „Sprach ich meinen Vater in der Kindheit auf sein starkes Haar an,  sagte er,  das komme  vom  Krieg; man habe sich täglich frischen Birkensaft in die Kopfhaut gerieben.  Ich fragte nicht weiter nach, hätte wohl auch, wie so oft, wenn es um die Zeit ging, keine genauere Antwort bekommen. Die stellte sich erst ein, als ich Jahrzehnte später Fotos von  Soldatengräbern in der Hand hielt und sah, dass viele Kreuze hinter der Front aus jungen Birkenstämmen gemacht waren.“

Jetzt ist diese wundervolle zeitlose Geschichte als Taschenbuch erschienen. Fillus de anima – so nennt man in Sardinien Kinder aus kinderreichen Familien, die einem kinderlosen Paar anvertraut werden. Diese formlose Adoption, bei der das Kind jedoch in engem Kontakt zu seiner Ursprungsfamilie bleibt, hat einen durchaus praktischen Hintergrund; die neuen “Eltern” nähren und kleiden das anvertraute Kind in der Erwartung, dass sich dieses im Alter um sie kümmern wird.

Mit 16 verlässt Michael Forsythe seine Heimat Irland, um in New York für einen Landsmann zu arbeiten. Leichte Arbeit, heißt es. Ein paar Leute einschüchtern und Druck ausüben. Aber dann kommt es natürlich härter und es zeigt sich, dass Michael ein gelehriger Schüler ist in Darkey Whites Bande. Bald genießt Michael das Vertrauen des Bosses und stolpert in sein Unheil; er verliebt sich in Whites Freundin. White will sich Michael auf perfide Weise vom Hals schaffen, doch er unterschätzt Michaels Zähigkeit und Überlebenswillen. Als dieser zurückkehrt, ist Rache sein einziges Ziel.