Haruki Murakami: Kafka am Strand

Das Besondere an den Büchern von Haruki Murakami ist, dass Alltag und Wunder in ihnen sehr nahe beieinander liegen. Mit dem Aufblättern der ersten Seite begeben sich Murakami-LeserInnen in eine Art Paralelluniversum und manchmal kommt man sich vor wie in einem dieser Träume, wo alles seltsam vertraut erscheint. Dazu schreibt Murakami einen derart entspannten Stil, dass das Lesen fast zuviel Spaß macht.
Mit  “Kafka am Strand” hat der Japaner eine Geschichte gestrickt, die (zumindest Murakami-Leser) rundum glücklich macht. Murakami erzählt von Kafka Tamura, der mit 15 aus dem Haus seines Vaters flieht, weil dieser ihm vorhergesagt hat, er werde einen Vatermord vollbringen und dazu mit seiner Mutter und seiner Schwester schlafen.  Seine Geschichte zwischen Traum und Wirklichkeit ist ein postmodernes Märchen mit vielen Motiven. Murakami öffnet so manche Wundertüte für uns unterwegs: Griechische und japanische Mythen, klassische Musik, die Populärkultur bis hin zu Ufoberichten; Murakami bedient sich und er unterhält prächtig.
In einer weit entfernten Provinzhauptstadt findet der flüchtende Kafka Zuflucht in einer Bibliothek und Gefallen an der melancholischen Leiterin der Bücherei. Diese hatte vor mehr als 30 Jahren einen Riesen-Hit mit dem Lied “Kafka am Strand”.
Währenddessen tötet in Tokio der geistig zurückgebliebene Nakata einen Katzenmörder, der im Jack-Daniels-Kostüm auftritt und der sich später als Kafkas Vater herausstellt. Von einer vagen Vorstellung getrieben macht sich Nakata ebenfalls auf den Weg in die Provinzstadt Takamatsu…
Wie gut, dass “Kafka am Strand” 650 Seiten dick ist, so dass ich lange was davon hatte. (P. Philippi)

Murakami, Haruki
btb Verlag
ISBN/EAN: 9783442733231
12,00 € (inkl. MwSt.)
Kategorie:
Perlen im Regal