Isabel Bogdan: Der Pfau

Was für eine herzerfrischende Lektüre! “Der Pfau” ist für mich das schönste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Und das gilt sowohl für den Umschlag mit dem Pfau als Blickfang,  als auch für die charmante Geschichte. Isabel Bogdan ist bekannt als Übersetzerin britischer Literatur, z.B. von Jane Gardam und Nick Hornby. Nun hat sie ihren ersten Roman vorgelegt und der spielt – very british – auf einem abgelegenen, etwas heruntergekommenen Landsitz in Schottland. Die Besitzer, Lady und Lord McIntosh, vermieten Cottages an Gäste. Zum Beispiel an dem Wochenende, das der Roman beschreibt, reist eine kleine Gruppe Banker an, die inklusive Chefin, Köchin und Psychologin an ihrer Teamfähigkeit arbeiten wollen oder sollen. Dass das Wochenende anders als geplant abläuft, liegt unter anderem an einem plötzlichen Wintereinbruch, an einem Stromausfall in der in die Jahre gekommenen, recht spartanischen Unterkunft, nicht zuletzt an einem verrückten Pfau und an den - überraschend pragmatischen - Lösungsstrategien des Lords. Das Wochenende wird turbulent, die Ereignisse sind irgendwann von den Beteiligten gar nicht mehr zu durchschauen und jeder zieht seine eigenen Schlüsse, die wiederum für Verwirrung sorgen.
Bogdan ist eine unterhaltsame, klug konstruierte und pointenreiche Geschichte gelungen. Hält man sich als LeserIn an das britische Understatement, mit dem die – liebenswert beschriebenen – Figuren agieren, heißt es: bitte nur lächeln, nicht laut lachen! (A.Mantwill)

Bogdan, Isabel
Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co KG
ISBN/EAN: 9783462048001
18,99 € (inkl. MwSt.)
Kategorie:
Perlen im Regal