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Buchtipps

Hier mal ein Hörtipp für Kinder ab 5 Jahren: Dieser Cowboy ist alles andere als das, was man unter einem ordentlichen Cowboy versteht: Er heißt nicht Bill oder Jim, sondern Klaus. Er reitet nicht auf einem Pferd durch den Wilden Westen, sondern wohnt mit seinem Schwein Lisa auf einer von einem Kaktuswald umgebenen Farm.

Ins County Wexford der späten 60er Jahre führt uns Colm Tóibíns wundervoll unsentimentaler Roman, und seine Heldin Nora Webster gehört zu den faszinierenden Frauengestalten der Literatur. Eine liebenswerte Identifikationsfigur ist diese Frau sicher nicht mit ihren Ecken und Kanten, ihren Schwächen und ihrer Hilflosigkeit, doch sie ist eine Frau, die zu ihren Fehlern steht und nie klein beigibt. Und vielleicht ist gerade das doch wieder liebenswürdig an ihr.

Unsere Empfehlung: Der Anruf einer Anwaltskanzlei bedeutet für den frustrierten Literaturprofessor Samuel Anderson das erste Lebenszeichen seiner Mutter seit über zwanzig Jahren. Als er ein kleines Kind war, hat sie ihn und den Vater ohne ein Abschiedswort verlassen und nun fordert das Anwaltsbüro seiner Mutter Samuel dazu auf, eine Stellungnahme zu ihren Gunsten zu verfassen. Denn seine Mutter Faye wird beschuldigt, den republikanischen Präsidentschaftskandidaten angegriffen zu haben.

Zu viele Vorschusslorbeeren können eine Bürde sein für jedes Buch, denn es wird ohne Zweifel sehr kritisch gelesen. Zumindest meine hohen Erwartungen wurden bei Elena Ferrantes erstem Band ihrer neapolitanischen Saga voll und ganz erfüllt.

Die Frage, ob Mickey wirklich ein guter Junge ist, würde er selbst wohl mit einem klaren Ja beantworten. Er möchte auch keiner von den harten, fiesen Jungs aus der Nachbarschaft sein, die ihn eher abschrecken als ihm imponieren. Das Belfast der frühen Achtziger mit seinen Kämpfen zwischen Katholiken und Protestanten ist ein hartes Pflaster für einen sensiblen Zehnjährigen, dessen bester Freund seine kleine Schwester ist. Mickey ist ein Träumer, der vor der erschreckenden Wirklichkeit in eine Welt flüchtet, in der er ein bewunderter Schauspieler ist.

Fast hätte ich das Buch wieder aus der Hand gelegt: Da fällt schon auf den ersten Seiten ein Neugeborenes aus dem fünften Stock und zufällig steht unten ein junger Mann und fängt es auf. Ich bin froh, dass ich weiter gelesen habe, die Fortsetzung der Geschichte ist ganz handfest und spannend erzählt.

Unterleuten – ein imaginäres 200­ Seelen­Dorf in Brandenburg, nahe Berlin. Ein Mikrokosmos, in dem Großstadtaussteiger auf Alteingesessene treffen. Die einen suchen das ländliche Idyll, die Ruhe und Ein­fachheit, die unberührte Natur. Die anderen, Wende­gewinner und ­verlierer sind daran gewöhnt, alles selbst in die Hand zu nehmen und unter sich zu re­geln, nichts vom Staat zu erwarten.