0

Buchtipps - Belletristik

Der Roman spielt „direkt um die Ecke“, in der Provinz Lothringen. Erzählt wird die Geschichte vom alleinerziehenden Vater zweier Jungs. Die Mutter stirbt als die Kinder Fus und Gillou noch im Grundschulalter sind. Es ist schwierig, doch der Vater – Monteur bei der Staatsbahn SNCF – gibt sich alle Mühe. So feuert er seine Jungs bei Fußballspielen an, fährt mit ihnen an die luxemburgische Mosel zelten, engagiert sich im Ort linkspolitisch. Seine Söhne sollen es mal besser haben, aus dem prekären Arbeitermilieu ausbrechen und studieren – vielleicht Ingenieure bei der Bahn werden.

Als am 10. April im Weltspiegel ein Beitrag ausgestrahlt wird über Leihmütter-Babys, die in Kiew wegen des Krieges in Kellern versorgt werden müssen, da sie von ihren Eltern nicht abgeholt werden können, bin ich bestürzt. Bin ich doch gerade mitten in der Lektüre von Hundepark. Dass die Lektüre so reale Hintergründe hat! Der Krieg bringt es nur auf tragischste Weise ans Licht: Leihmutterschaft in der Ukraine! Genau darum geht es im Roman: um die Fruchtbarkeitsindustrie, deren Hotspot laut Sofie Oksanen eben die Ukraine ist.

Als ihr geordnetes Leben ins Wanken gerät, flüchtet Alina aus dem hektischen Frankfurt zu dem

In ihrem ersten, 2019 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman „Der große Garten“ blickte Lola Randl bereits sehr skeptisch auf die zivilisationsmüde Horde junger Akademiker, die irgendwann in den 90igern von Berlin aus das neudeutsche Umland zu besiedeln begann. Auf der Suche nach dem Garten Eden, oder doch jedenfalls neuem Sinn in vermeintlich unberührter Natur.

Die drei Frauen Margot, Ivy und Summer sehen sich in Melbourne das Theaterstück „Glückliche Tage“ von Samuel Beckett an. Jede bringt ihre Vergangenheit und somit ihre eigenen Gedanken zu dem Stück auf der Bühne mit, in dem eine Frau immer weiter im Boden versinkt und zunehmend ihr Leben verliert. Gleichzeitig wüten an diesem stickigen heißen Abend in unmittelbarer Nähe bedrohliche Buschfeuer.

Jetzt ist der Roman als Taschenbuch erschienen: „In seinem neuen Roman nimmt uns Autor Andreas Maier mit auf Reisen“ - schrieb der Verlag bei Erscheinen des gebundenen Buches. Das mag ja besonders verführerisch klingen, doch: Finger weg von diesem Buch, wenn Sie gerne Reiseliteratur lesen, sich für ferne Länder, fremde Sitten interessieren.

Ein alter Hof neben der Autobahn, ein paar Schweine und Felder – dazwischen versucht Jacob sich durchzuschlagen und den Hof vor dem Niedergang zu bewahren. Den eigenen Vater muss er davon abhalten auch noch das letzte Stück Land der Familie für eine seiner verrückten Investitionen zu verkaufen.

Der Protagonist Mikita ist fünf Jahre alt als er seine Mutter verliert. Er wächst bei seinem Onkel Slawa und dessen Lebenspartner Lew in Russland auf. Mikita erlebt eine fröhliche und glückliche Kindheit mit seinen beiden Vätern, die jedoch jäh mit seiner Einschulung unterbrochen wird. Von nun an diktiert das Lügen und ein endloses Versteckspiel seine Tage. Mikita darf nichts von seinem Leben und seinen beiden Vätern preisgeben, zu groß ist die Angst, dass die kleine Familie entzweit und bestraft werden könnte.

Dreißig Jahre lang hat Hüseyin in Deutschland keine Überstunde, keinen Wochenenddienst in der Fabrik ausgelassen um sich und seiner Familie eine Eigentumswohnung in Istanbul zu kaufen. Doch als er endlich in der fertig eingerichteten Wohnung steht, stirbt er. Herzinfarkt. Tot. Ganz alleine.

Lesen Sie dieses Buch nicht, wenn sie ein heiteres, feinsinniges Büchlein über Yoga erwarten. Ein solches zu schreiben war nach eigener Auskunft die Absicht des Autors, doch das Schicksal durchkreuzt seine Pläne in Gestalt des terroristischen Anschlags auf Charlie Hébdo, bei dem ein Freund getötet wird, eine bipolare Störung wird diagnostiziert, in deren Verlauf er in eine tiefe Lebenskrise stürzt und in psychiatrischer Behandlung auch einer  Elektrokonvusionstherapie (weniger charmant und veraltet:Elektroschocks) unterzogen wird.