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Buchtipps - Belletristik

In den Turiner Skaterpark setzt sich eines Sonntagnachmittags ein Mann. Er ist älter und einsam. Die Sonne scheint, ein leichter Wind weht.Heute Morgen hat er begonnen, Rezepte aus dem Familienkochbuch zum ersten Mal in seinem Leben zu kochen. Nachzukochen. Zum Essen kam allerdings heute Mittag nicht wie erwartet seine Tochter Sonia mit ihrem Mann und seinen beiden Enkelinnen. Auch nicht seine anderen beiden Kinder. Niemand kam. Hier im Park trifft er auf eine Frau - Elena - und Gaston, ihren skatebegeisterten Sohn.

Mitten hinein ins intellektuelle, oder wie man nun gerne sagt  ́andere ́ US-Amerika, führt uns dieser dritte Roman von Ben Lerner – und mitten heraus aus seinem Leben, denn es ist ein im engen Sinne autofiktionaler  Roman,  in  dem  uns  der  Autor  als  Adam  Gordon  begegnet,  17-jähriger  Sohn  eines  Psychologen-Ehepaars.

Wie selbstverständlich wurde David Grossman als Israeli nach Erscheinen seines neuen Romans auch nach dem Nahostkonflikt gefragt. Er antwortete, dass die Konflikte und Tragödien innerhalb von Familien sicher die langlebigeren sein werden.

Birgit Birnbacher erzählt die Geschichte vom An-tihelden Arthur, 22 Jahre alt und frisch aus seiner zweijährigen  Haft  entlassen.  Er  wird  in  ein  Resozialisierungsprogramm     aufgenommen,     lebt     im  Zuge  dessen  in  einer  betreuten  Wohngemeinschaft  und  wird  von  Börd,  einem  durchaus  sonderbaren Therapeuten begleitet. Die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden umspannt den Roman erzählerisch und trägt zu der sehr feinsinnigen, authentischen Darstellung der Figuren bei.

Historische Romane zählen eher selten zu meinen  Lesefavoriten. Umso mehr habe ich mich über diese Entdeckung gefreut. Ein sehr  packendes, in schnörkelloser aber poetischer Sprache geschriebenes Buch. Balzano vereint gekonnt emotional geladene Fiktion mit  geschichtlichen Fakten, ohne diesbezüglich jemals Verwirrung zu verursachen. Die Hauptfigur Trina führt den Leser in Form eines Briefes an ihre Tochter durch die Geschichte – ihre persönliche und die des kleinen Bergdorfes Graun im Vinschgau, Südtirol.

Micah  Mortimer,  ein  Durchschnittstyp  mit  leichtem  Hang  zur  Zwanghaftigkeit.  Er  lebt  in  einer  kleinen   Souterrain-Wohnung,   arbeitet   vormittags als selbständiger Computerspezialist, nachmittags  geht  er  seiner  Tätigkeit  als  Hausmeister  nach.  Ich  finde  es  bemerkenswert,  wie  es  Anne  Tyler  gelingt  das  Interesse  des  Lesers  für  diesen   doch   eigentlich   langweiligen,   bürgerlichen   Mann  zu  wecken.  Vielleicht,  weil  sie  ihm  einen  liebevoll  empathischen  Blick  auf  Micah  eröffnet.  Vielleicht  weil  sie  es  schafft,  trotz  sehr  unaufgeregter, 

Woran   denken   Sie,   wenn   Sie   an   England   denken?  Den  Brexit,  natürlich.  Dann  vielleicht  an  die  Queen,   Tea-time   und   Ascot?   Nele   Pollatschek   hat  an  den  englischen  Elite-Unis  Cambridge  und  Oxford  (amalgamiert:  Oxbridge)  studiert  –  und  hat  dabei  nicht  nur  die  Fächer  Englische  Literatur und Philosophie, sondern auch ihre britischen Mitmenschen  samt  Gastland  studiert.  Wenn  sie  an   England   denkt,   dann   an   die   Oxbridger   Bildungselite, die bisher immerhin die Mehrzahl der englischen   Premierminister   stellte,   an   ständig   ver

Jetzt im Taschenbuch: Verschwörungstheoretiker, die auf Haustiere Jagd machen, ein Buch, das Morde begeht, der „Pakt der Glücklichen“, dessen Mitglieder ohne Bier gar nicht mehr so glücklich scheinen, ein im wahrsten Sinne des Wortes menschlicher Überflieger und eine Prise Außerirdisches, das sind nun nicht die Zutaten eines Julie Zeh-Romans, auch wenn sich Scharnow als lustiges Anti-Unter-Leuten lesen liesse, aber wozu. Scharnow bietet weniger Welterklärung, doch viel mehr Spass.

Jetzt im Taschenbuch: Um es gleich vorwegzunehmen: von Verschwinden kann eigentlich keine Rede sein. Mengele, Arzt in Auschwitz und Sinnbild der Entmenschlichung lebte seit seiner Flucht aus Deutschland wie so viele Kriegsverbrecher zunächst sehr komfortabel in Argentinien.